Schach – die ideale Spielkonsole f√ľr Kinder

Haben Sie schon einmal mit einem F√ľnfj√§hrigen Schach gespielt?¬†Genau das habe ich am vergangenen Samstag gemacht, und ich war wirklich von den Socken. So viel Spielfreude, Begeisterung und Ausdauer hatte ich bei meinem kleinen „Gegner“ nicht erwartet.

Nat√ľrlich hatte ich mich ein wenig vorbereitet auf diese spezielle Schach-Session. Bei meinen Internet-Recherchen fand ich zun√§chst einen Text, den ich hier gern weitergebe als

Buchtipp:
Jörg Sommer, Bernd Rosen: Hilfe, mein Kind spielt Schach!
Verlag: Chessgate, 142 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2005
ISBN-13: 978-3-935-74812-4

Auf der Verlagsseite des Buchs findet man eine Leseprobe. Darin hei√üt es im Abschnitt „Schach als Reifungsprozess“ (S. 27 f.):

Denn Schach ist kein Gl√ľcksspiel (…) Es gibt keine W√ľrfel, keine Zuf√§lle im Spiel. (…) Es gibt keine Entschuldigung. Hat man verloren, war der Gegner eben besser. Das zu akzeptieren f√§llt schwer. Kindern besonders.
Doch nun die gute Nachricht: Verlieren kann man genauso lernen wie Gewinnen. Und das macht Schach so wertvoll gerade f√ľr Kinder.

Das Schachspiel ist also keineswegs bloßes Intelligenztraining. Die Kinder lernen, sich zu konzentrieren, sich an Regeln zu halten und vor allem: auf spielerisch-kreative Weise stets neue Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Bei meinen Recherchen stie√ü ich ebenso auf¬†das¬†Projekt „Kinderschach in Deutschland“. Die¬†Projektidee wurde auf der Basis von Forschungsstudien entwickelt und dann an etlichen Kindertagesst√§tten umgesetzt. Mein Vorschlag an Sie und an alle Eltern, Erzieher und Lehrer:

Mehr Schach in der Familie, in den Kitas und Grundschulen.

Machen Sie den ersten Schritt, an einem der Advents- oder Weihnachtstage. Mit Ihrer kleinen Tochter, Ihrem Neffen oder Enkel.

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Korrespondierender Artikel: Der gefesselte Springer

 

Foto: Alan Light, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:ChessSet.jpg?uselang=de
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Der betr√ľgerische Bankrott der CSU

Markus S√∂der, der neue „starke Mann“¬†der CSU, hat 2012 zum m√∂glichen Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone gesagt:

Irgendwann muss jeder bei der Mama ausziehen, und die Griechen sind jetzt so weit.¬†(SPIEGEL-ONLINE-Spr√ľcheliste, Nr. 6)

Ich sage heute, im Jahr 2017:

Irgendwann muss die CSU erwachsen werden und aus dem Hotel Mama-CDU ausziehen. Wann sind die Bayern endlich soweit?

Die Seehofers, Dobrindts und S√∂ders geben sich gern als gestandene bayrische Mannsbilder. Aber was sind das f√ľr Kerle? Immer, wenn’s drauf ankommt, schl√ľpfen sie unter den Rock von Mutti Merkel.

Schon Franz-Josef Strau√ü, der √úbervater der CSU, hat stets nur damit gedroht, aber er hat es nie gewagt: Mit der CSU √ľberall in Deutschland anzutreten – gegen CDU, SPD und all die anderen.

Die CSU ist nur noch ein Schatten fr√ľherer Tage. Sie m√ľsste Konkurs anmelden, aber sie verschleppt den Konkurs. Wie k√ľrzlich die Schlecker-Familie versuchen jetzt die CSU-Bankrotteure zu retten, was zu retten ist. Jeder f√ľr sich.

Aber irgendwann wird es der letzte Depp in M√ľnchen, Hamburg und Berlin, in der CDU, der SPD und bei den Gr√ľnen gemerkt haben:

  • Seit Seehofer hat die CSU unserer Republik, dem Land Bayern und der CDU mehr Schaden zugef√ľgt als Nutzen gebracht.
  • Die CSU-F√ľhrungsspitze ist heillos zerstritten.
  • Nichtsdestotrotz haben diese Leute die Kanzlerin herabgew√ľrdigt, den Deutschnationalen zum Aufstieg verholfen und zuletzt bei den Jamaika-Sondierungen st√§ndig quergeschossen.
  • 1983, vor der Wiedervereinigung, holte die CSU 10,6% der Zweitstimmen bei der Bundestagswahl. Jetzt sind es nur noch 6,2% – das mit Abstand schlechteste Ergebnis von allen sieben Bundestagsparteien.
  • Das Ganze wird weiterhin kaschiert durch die „schwarze S√§ule“ der CDU/CSU-Gesamtwerte bei allen Umfrage-Diagrammen. Die miesen CSU-Werte werden systematisch unterschlagen. Au√üer in lap-land.
  • Seehofer & Co. treten weiterhin auf, als w√ľrden sie nicht eine Splitterpartei, sondern eine Volkspartei vertreten. Sie ma√üregeln die SPD, die FDP, die Gr√ľnen und ebenso die CDU.
  • In Wirklichkeit haben die Riesenzwerge in der CSU-F√ľhrung die Hosen gestrichen voll. Denn sie wissen: Viele Bayern w√ľrden sofort die CDU w√§hlen, wenn das eines Tages m√∂glich w√§re. Umgekehrt w√ľrde kaum ein vern√ľnftiger Rheinl√§nder oder Mecklenburger seine Stimme der bayrischen Provinzpartei geben, wenn sie bei ihm antr√§te. Und die Unvern√ľnftigen haben l√§ngst eine f√ľr sie bessere Alternative f. D..

Die logische Konsequenz: Kenia minus CSU.

 

Foto: Dr. Markus Söder, eigenes Werk
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2509_Markus_Söder.jpg?uselang=de
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Kenia minus CSU …

… ist der Hit in Oliver Welkes „heute-show‚ÄĚ.

 

Bei 10:58 geht’s los in der¬†neuen Ausgabe der heute-show. Oliver Welke stellt das Modell¬†„Kenia minus CSU‚ÄĚ vor, womit wir rein rechnerisch eine neue Regierung mit klarer Mehrheit im Bundestag bek√§men. Und das Publikum applaudiert begeistert.

Ich muss neidlos anerkennen, dass Herr Welke seine Idee in der Sendung vom 1.12.2017 knackiger verkauft als ich die meine am 20.11.2017 (siehe „Projekt ORANGE‚ÄĚ). Dabei sind beide v√∂llig identisch. In meinem Artikel¬†wird lediglich etwas detaillierter der Weg zum Ziel beschrieben, aber dieses Ziel ist:¬†Kenia minus CSU.

Es freut mich sehr, dass die Leute von der heute-show dieses Modell einmal den Zuschauern um die Ohren hauen, obwohl bzw. gerade weil es nicht dem Mainstream-Denken entspricht. Denn diese Show wird zweifellos von vielen f√ľhrenden Politikern regelm√§√üig gesehen.

„Kinder, man wird doch noch tr√§umen d√ľrfen‚ÄĚ, sagt Welke zum Schluss.¬†Ich sage, besser Tr√§umer als Feigling und Verr√§ter ureigener √úberzeugungen.

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GroKo war gestern. Jetzt kommt die LoKo (Loser-Koalition).

Mein Vorschlag: Der Trainer von Holstein Kiel wird Coach in Berlin. F√ľr die Spitzenpolitiker von¬†Union und/oder SPD.

 

Quiz-Frage: Wer von den Unions-/SPD-Spitzenleuten hat k√ľrzlich gesagt:

Unsere Analyse nach einer Wahl richtet sich nicht danach, ob wir zus√§tzliche Prozentpunkte geholt haben. F√ľr uns geht es darum, ob die Vorgaben richtig umgesetzt wurden. Die Prozentpunkte kommen dann von ganz allein.

Die richtige Antwort lautet: keiner. Wenn Sie aber in dem obigen Zitat „Wahl“ durch „Spiel“ ersetzen sowie „Prozentpunkte“ durch „Punkte“, dann haben Sie ziemlich genau das, was der Fu√üballtrainer Markus Anfang in seinem heutigen SPIEGEL-Interview gesagt hat.¬†Der Coach schaffte vor einem halben Jahr mit Holstein Kiel den Aufstieg in die 2. Bundesliga, und ein Durchmarsch in die erste Liga ist nicht unwahrscheinlich.

Die LoKo-Verhandlungsf√ľhrer von CDU, CSU und SPD – den Verliererparteien der letzten Bundestagswahl – sollten also √ľberlegen, ob sie nicht Herrn Anfang f√ľr ein paar Wochen als Coach verpflichten. Kleiner Hinweis: Die Winterpause der 2. Bundesliga dauert vom 19. Dezember bis zum 23. Januar.

Der Mann aus Kiel k√∂nnte in Berlin das Schlimmste verh√ľten. Er br√§uchte dort sicher nur wenige Tage, um sein Erfolgsrezept zu vermitteln:

  • Ich versuche auch heute noch, meinen Spielern Spa√ü zu vermitteln. Das funktioniert am besten, indem ich nicht als Chef alles bestimme, sondern eine N√§he zu den Spielern habe und sie in meine Entscheidungen mit einbeziehe.
    (Hierbei entspricht den „Spielern“ die „Parteibasis“.)
  • Wenn man immer nur versucht, nichts kaputt zu machen, dann bringt einen das nicht ans Ziel. Das hat etwas mit Mut zu tun.
    (Ende der wörtlichen Zitate)
  • Mut ist wichtiger als das Schielen auf Prozentpunkte; ebenso wichtig ist eine klare Vorgabe, sprich: Strategie (vgl. Eingangs-Zitat)

Das vollständige SPIEGEL-Interview finden Sie hier.

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Korrespondierende Artikel:

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Der gefesselte Springer

Buchtipp: „Autonomie‚ÄĚ von Beate R√∂ssler

 

 

 

 

Beate Rössler
Autonomie – Ein Versuch √ľber das gelungene Leben
Suhrkamp, 2017, 443 Seiten
ISBN: 978-3-518-58698-3
Auch als eBook erhältlich

 

Im Schachspiel spricht man von ‚ÄěFesselung‚ÄĚ, wenn eine Figur, beispielsweise ein Springer, nicht bewegt werden kann, da sonst der dahinterstehende K√∂nig ins Schach geriete.¬†Wer sich ein wenig mit Schach auskennt, wei√ü: Solange ein gefesselter Springer nicht befreit wird, ist die Anzahl der m√∂glichen weiteren Aktionen enorm reduziert. Es kann der Anfang vom Ende sein ‚Äď vom Ende einer gelungenen Partie.

Das ‚Äěgelungene Leben‚ÄĚ im Untertitel von R√∂sslers neuem Buch hat mich neugierig gemacht. Autonomie, Selbstbestimmung, Freiheit ‚Äď das sind Themen, die man¬†auf politisch-gesellschaftlicher oder psychologischer Ebene abhandeln kann.¬†Aber Beate R√∂ssler ist Philosophin, sie setzt sich vor allem mit der Frage auseinander: Was sind die Wechselwirkungen zwischen Autonomie und Gl√ľck, Erfolg, Sinn des Lebens?

Zun√§chst einmal strebt sie eine klare Abgrenzung der Begriffe an: Wann l√§sst sich ein Leben als gl√ľcklich bezeichnen? Was ist demgegen√ľber ein gutes / sinnvolles / gelingendes Leben? Absolut √ľberzeugt hat mich R√∂sslers logische Kette (S. 96 oben):

Man kann ein sinnvolles Leben leben, ohne gl√ľcklich zu sein; aber nicht, ohne selbstbestimmt zu sein.

Wie ein roter Faden zieht sich diese Kernthese durchs ganze Buch: Autonomie ‚Äěals notwendige Bedingung des gelungenen Lebens, nicht jedoch als hinreichende‚ÄĚ.

Die Autorin zitiert ‚Äď das ist eine der St√§rken des Buchs ‚Äď immer wieder andere Philosophinnen, Philosophen oder auch Romanciers, um die unterschiedlichen Standpunkte zu diesen Begriffen herauszuarbeiten. Da findet man Kleinode wie etwa die Sentenz Platos √ľber Selbsterkenntnis und Selbstt√§uschung (S. 133):

Denn von sich selbst get√§uscht zu werden, ist doch das Aller√§rgste. Denn wenn der Betr√ľger nicht auf ein Weilchen sich entfernt, sondern immer bei der Hand ist, wie sollte das nicht schrecklich sein?

Hat das Buch auch Schw√§chen? Ja, eine kleine und verzeihliche. Beate R√∂ssler sagt in ihrem Vorwort, sie habe versucht, so zu schreiben, dass der Text sich auch jemandem erschlie√üt, der nicht Philosophie studiert hat. Und dann: „… dies ist mir in einigen Kapiteln (…) gewiss besser gelungen als in anderen‚ÄĚ. So ist es. Statt umst√§ndlichem Fachjargon ab und zu einfache und klare Worte – das h√§tte der Botschaft mehr Durchschlagskraft verliehen.

Insgesamt jedoch hat die Autorin zum komplexen Thema „Autonomie‚ÄĚ ein umfangreiches, ja grundlegendes Werk vorgelegt. Gleich im zweiten Kapitel besch√§ftigt sie sich mit den unvermeidlichen Ambivalenzen im Leben, danach mit Selbstbeobachtung, Blogging und Quantified Self. In den letzten Kapiteln geht es um das private Leben, um soziale Rahmenbedingungen f√ľr Autonomie und dann zusammenfassend nochmals um Moral, Verantwortung und das „gelungene Leben‚ÄĚ.

Ein besonderer Gewinn waren f√ľr mich – wen wundert’s? – die Passagen √ľber den Zusammenhang zwischen Autonomie und¬†Projekten.¬†Auf Seite 121 z. B. hei√üt es:

(…) selbstverst√§ndlicher Teil unserer Projekte wird es zumeist sein, dass wir andere Personen respektieren, sie f√ľr unsere Ziele nicht allein als Mittel gebrauchen, zumal wir die meisten unserer Projekte ohnehin (…) gemeinsam mit anderen¬†verfolgen.

Ich bin sicher, auch Ihnen wird dieses Buch neue Sichtweisen und praktischen Nutzen bringen. Als Appetizer empfehle ich das Video „Wie Freiheit gelingt‚ÄĚ aus der SRF-Reihe „Sternstunde Philosophie‚ÄĚ.

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Weitere Buchtipps finden Sie hier.

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P. S.: In den letzten Wochen habe ich √ľberwiegend politische Ereignisse kommentiert. Es wurde also h√∂chste Zeit, diesen Philosophie-Artikel zu schreiben. Allerdings kam mir dann, ohne dass ich es wollte, √ľber den gefesselten Springer die schlaue Schachspielerin Angela Merkel in den Sinn.

Und die Gegenspieler, die ihre Springer aus Versehen selbst fesseln statt mit ihnen die nur scheinbar √ľberm√§chtige Dame endlich aus dem Spiel zu nehmen. Politik ist nichts anderes als angewandte Philosophie, Logik und Strategie. Es gilt der Spruch des Politikers Perikles:

Das Geheimnis des Gl√ľcks ist die Freiheit,
deren Geheimnis aber ist der Mut.

F√ľr Nicht-Schachspieler: Der Springer ist die einzige Figur, die nicht linear ‚Äědenkt‚ÄĚ, sondern Haken schl√§gt. Deshalb kann er die Dame angreifen, ohne dass sie selbst ihn im Gegenzug schlagen kann. Als Junge habe ich all das von meinem Vater gelernt. Er war ein ausgezeichneter Schachspieler. Bei ihm standen die Pferdchen nie lange im Stall und waren selten gefesselt. Keine Brauereig√§ule, keine Dressurpferde, eher Mustangs. Immer in Bewegung.

 

Bild-Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chess_piece_-_Black_knight.JPG?uselang=de, MichaelMaggs
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Pl√§doyer f√ľr Schwarz-Rot-Gr√ľn …

… von¬†Gesine Schwan und Wolfgang Thierse¬†in einem SPIEGEL-Gastbeitrag¬†(vor wenigen Minuten erschienen)

 

Was Frau Schwan und Herr Thierse da vorschlagen in ihrem Artikel, geht schon stark in Richtung Projekt ORANGE. Freut mich.

Es ist alles wie bei meinem ORANGE-Modell, mit einem kleinen, entscheidenden Unterschied, den ich in Form einer Frage formuliere:

Wozu brauchen wir in dieser Konfiguration die CSU?

Schwan und Thierse sagen es selbst: In ihrem Modell h√§tte die Regierung eine zu gro√üe Mehrheit, die Opposition w√§re demgegen√ľber zu schwach. Und wenn schon in diesem Pl√§doyer die Inhalte in den Vordergrund gestellt werden – warum die CSU mit reinnehmen, die bei den Jamaika-Sondierungen st√§ndig die Gr√ľnen-Positionen durch den Kakao gezogen hat?

Viele werden sagen, die Union wird sich nicht auseinander dividieren lassen. Ich sage: Das ist Merkels Problem. Beziehungsweise das Problem der CDU mit ihrer ramponierten Vorsitzenden. Warum dreht Schulz nicht endlich den Spieß um und fordert von der CDU staatstragendes Verhalten РPatriotismus statt Partei-Egoismus?

Anders als Schwan und Thierse pl√§diere ich also nicht f√ľr Schwarz-Rot-Gr√ľn.
Ich pl√§diere f√ľr Rot-Gr√ľn/Schwarz, ohne CSU.
Nennen wir’s „ORANGE/Schwarz“.

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Schwesig for chancellor

Kick-off / Projekt ORANGE

 

Mein gestriger Artikel „Update / Projekt ORANGE“ basiert auf den aktuellen SPON-Wahltrend-Zahlen („Sonntagsfrage“). Nach dieser Prognose

  • w√ľrden CDU/CSU von 33% auf 29,2% sinken
  • m√ľsste die CSU (5,5%) um den Einzug in den Bundestag bangen
  • w√ľrden FDP und Gr√ľne sich auf 13,2 bzw. 11,9% verbessern
  • die SPD auf 19,5% absinken.

Wer es gut meint mit der SPD, kann ihr jetzt, in der Stunde der Konzept- und Ratlosigkeit, nur den Rat geben:

  • Sofort raus aus der Defensive und der Verlierermentalit√§t.
  • Merkel frontal angreifen; denn sie wurde abgew√§hlt, nicht Schulz.
  • Deutliche Zeichen setzen: Initiative, F√ľhrungskompetenz, Wille zur Macht.
  • Schulterschluss mit den Gr√ľnen (–> Projekt ORANGE).
  • Kontinuit√§t: Schulz bleibt SPD-Vorsitzender, Nahles Fraktionsvorsitzende.
  • Neue SPD-Kanzlerkandidatin: Manuela Schwesig.

 

 

  • Frau Schwesig stellt sich zur Kanzlerwahl im Bundestag.
  • Falls sie nicht zur Kanzlerin gew√§hlt wird und Neuwahlen angesetzt werden, gehen SPD und Gr√ľne mit der Kanzlerkandidatin Schwesig in den Wahlkampf 2018.

Der Effekt: F√ľr die W√§hlerinnen und W√§hler w√§ren die Fronten endlich klar. Jeder w√ľsste: Wer SPD oder Gr√ľne w√§hlt, hat eine echte Chance, zu den Siegern zu geh√∂ren.

M√∂gliches Szenario: Ende der √Ąra Merkel / statt vier Jamaika-Crashpiloten maximal drei Koalitionsparteien / im Fr√ľhjahr ’18¬†Start der neuen Mitte-Links-Regierung.

Schwesig – die deutsche Antwort auf Macron.


Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Manuela_Schwesig_in_2015?uselang=de#/media/File:201512_Manuela_Schwesig_SPD_Bundesparteitag_by_Olaf_Kosinsky-14.jpg¬†–> Olaf Kosinsky/Skillshare.eu
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Update / Projekt ORANGE

Aus den Zahlen vom neuesten SPON-Wahltrend/SPIEGEL ONLINE (21.11.2017, 18:01) ergibt sich folgendes Bild:

 

Machen Sie sich Ihr Bild.

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Projekt ORANGE

Fraktionsgemeinschaft SPD-Gr√ľne
als Grundlage f√ľr klare Verh√§ltnisse in der deutschen Politik

 

Dies ist das Ergebnis der Bundestagswahl vom 24.09.2017:

 

Wie schon in meinem Artikel „Wahlkampfmathematik 2017“ habe ich auch diesmal eine Art der Darstellung gew√§hlt, wie Sie sie vermutlich noch nie gesehen haben:

  • Die Reihenfolge der S√§ulen entspricht dem politischen Spektrum Links-Mitte-Rechts.
  • CDU und CSU erscheinen nicht als „schwarzer Block“.
  • Es gibt eine neue S√§ule „SPD-Gr√ľne“.

Das ist meine Idee f√ľr ein Vermeiden von Neuwahlen und Unsicherheit:

  • SPD und Gr√ľne bilden eine Fraktionsgemeinschaft im Bundestag.¬†Die beiden Parteien erkl√§ren, dass sie dieses B√ľndnis in Zukunft beibehalten werden – wie in der Vergangenheit CDU und CSU.
  • SPD und Gr√ľne laden die CDU (ohne CSU, ohne Merkel, Altmeier und Kauder) zu Sondierungsgespr√§chen ein. Ziel: Bildung einer neuen Regierung Orange-Schwarz, also SPD-Gr√ľne/CDU, unter einem Kanzler der Orange-Fraktion.
  • Falls diese Regierung nicht zustande kommt, gehen SPD und Gr√ľne mit einem gemeinsamen Programm in den n√§chsten Bundestagswahlkampf.
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KAIZEN im Rosendorf

L√∂hndorf ist ein malerischer Ort in Rheinland-Pfalz und einer von wenigen in Deutschland, die den Titel ‚ÄěRosendorf‚Äú tragen. Diesen Titel wie auch verschiedene andere Auszeichnungen haben die B√ľrgerinnen und B√ľrger von L√∂hndorf sich im Laufe der letzten Jahrzehnte durch Ideenreichtum, Flei√ü und Freude am Restaurieren alter Fachwerkh√§user erworben.

Highlights sind neben den zahlreichen Roseng√§rten die Skulpturen des Bildhauers Titus Reinarz, der hier im Ort lebt und arbeitet. Das alles ist ein echter¬†kontinuierlicher Verbesserungsprozess einer besonderen Dorfgemeinschaft. Die Japaner nennen es Kaizen ‚Äď Wandel zum Besseren.

Zum Rosendorf und seinen Projektmenschen passt sehr gut der Kalenderspruch dieser Woche, eine Sentenz von Mahatma Gandhi:

Sei du selbst die Ver√§nderung, die du dir w√ľnschst f√ľr diese Welt.

Beim B√ľrgerempfang zum diesj√§hrigen traditionellen Martinsmarkt durfte ich die Festrede halten. Hier sehen Sie ein paar Streiflichter aus der fr√∂hlich-bodenst√§ndigen Veranstaltung:

 

 

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Marie Curie – ein Leben f√ľr den Kampf gegen alte Gewohnheiten

Ein begnadeter Pianist spielt im Hause seines M√§zens vor erlauchtem Publikum. Nach seinem Auftritt geht eine der √§lteren Damen, ein Glas Champagner in der Hand, auf ihn zu: „Maestro, ich w√ľrde mein Leben daf√ľr geben, um so spielen zu k√∂nnen wie Sie‚ÄĚ. Darauf der K√ľnstler: „Madame, ich habe mein Leben daf√ľr gegeben‚ÄĚ.

 

Marie SkŇāodowska¬†Curie, die vor 150 Jahren in Warschau geboren wurde, hat ihr Leben lang gek√§mpft – f√ľr Erkenntnis und Kooperation in der Wissenschaft, f√ľr Gleichberechtigung und gegen Jahrtausende alte Vorurteile.

In einem Gastbeitrag f√ľr die FAZ w√ľrdigt Emmanuelle Brun-Neckebrock, die¬†Finanzchefin von SAP Frankreich, die Lebensleistung dieser Frau, die in jungen Jahren darum k√§mpfen musste, √ľberhaupt Mathematik und Physik studieren zu d√ľrfen. Zum Gl√ľck wurde die hochbegabte Marie schon als Kind von ihren Eltern unterst√ľtzt und gef√∂rdert; ihr Vater war Mathematiklehrer, ihre Mutter Schulleiterin.

In dem FAZ-Artikel geht es vor allem um Inspiration und unkonventionelles Denken als Voraussetzung f√ľr Innovation:

150 Jahre sp√§ter (…) kann uns diese Geschichte an den Kern von Innovation erinnern: den Bruch mit traditionellen Denkweisen. (…) Alte Gewohnheiten und Denkmuster sind schwer abzulegen, aber sie f√ľhren zu einer genauso hartn√§ckigen Voreingenommenheit.

Geradezu erschreckend sind die Statistik-Zahlen der Gegenwart, die von der SAP-Managerin genannt werden:

In den 1980er Jahren waren 40 Prozent der Absolventen von Informatik-Studiengängen Frauen. Heute sind es nur noch 18 Prozent.

Lesen Sie den FAZ-Beitrag, werfen Sie einen Blick in den Wikipedia-Artikel √ľber Marie Curie und vergessen Sie nie die Worte des „Kampfschweins‚ÄĚ Bertolt Brecht:

Die Schwachen kämpfen nicht. Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang. Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre. Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang. Diese sind unentbehrlich.

 

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Marie_Sklodowska_16_years_old.jpg?uselang=de
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Projektf√§higkeit – ein Fremdwort f√ľr Gewohnheitstiere

„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier‚ÄĚ – der Satz¬†ist nicht ungef√§hrlich. Er best√§tigt uns in unserer Bequemlichkeit und dem Festhalten an schlechten (!) Gewohnheiten.¬†Best√§tigt f√ľhlen sich beispielsweise die Pseudo-Konservativen, die nicht nur „das Gute‚ÄĚ bewahren wollen, sondern all das, woran sie gew√∂hnt sind oder sich haben gew√∂hnen lassen.

Eine spie√üige Einstellung findet man in Deutschland √ľbrigens nicht nur bei traditionellen Unionsw√§hlern (so viele gibt es ja inzwischen nicht mehr) oder AfD-Anh√§ngern, sondern ebenso¬†bei bekennenden „Progressiven‚ÄĚ.¬†Aber diese Leute sind¬†nicht progressiv. Sie bewegen sich nicht nach vorn.¬†Das Wort „Projekt‚ÄĚ (von lat. proiectum¬†– das nach vorn Geworfene) wird von ihnen st√§ndig benutzt, aber sie haben seine Bedeutung nicht verstanden (siehe „Idee und Wunsch, Ziel, Plan, Projekt‚ÄĚ).

Die tiefere Ursache f√ľr die Antriebsschw√§che, oft gepaart mit Maulheldentum, ist die¬†Angst vor der¬†eigenen Courage. Diese Angst hat keiner von Geburt an. Jeder B√ľrokrat, jeder Bedenkentr√§ger hat ja schon als Einj√§hriger Mut zum Ausprobieren von etwas Neuem gehabt. Sonst h√§tte er nie gelernt, aufrecht zu gehen. Nur, den aufrechten Gang hat er irgendwann wieder verlernt.¬†Und weil er das alles insgeheim wei√ü und folglich die Ver√§nderer, die „Projektmenschen‚ÄĚ beneidet, denunziert er sie.

Ein aktuelles Beispiel sind die Jamaika-Sondierungsgespr√§che. Da wird endlich einmal nicht ruck, zuck eine neue Regierung gebildet, sondern intensiv und nach den Regeln der Projekt-Kunst¬†√ľber Wochen und Monate ein¬†Basisplan¬†erarbeitet, bevor das neue Vierjahres-Projekt gestartet wird.¬†Und was liest und h√∂rt man? √úberwiegend lamentierende Kommentare. Wenigstens Friederike Haupt sieht das anders, in ihrem Artikel „Sondieren geht √ľber lamentieren‚ÄĚ (FAS, 5.11.2017).

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In eigener Sache: Das Kommentieren in lap-land wird einfacher.

Ab sofort ist das Eingeben von Kommentaren weniger aufw√§ndig.¬†Au√üer dem Kommentartext m√ľssen nur noch Benutzername und Passwort eingegeben werden (–> Login).

Allerdings muss man einmal (!) unter „Registrieren“ seine Daten eingeben: Vorname, Name etc.. Dabei w√§hlt man einen Benutzernamen, z. B. ein K√ľrzel von drei Buchstaben, und ein Passwort von mindestens sieben Zeichen.

In der √úbergangsphase kann es noch Unebenheiten geben. Falls Sie also Fragen oder Anregungen haben, nehmen Sie bitte Mail-Kontakt zu uns auf.

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Idee und Wunsch, Ziel, Plan, Projekt

Ein Crashkurs

 

Kurz nachdem mein¬†Hofreiter-Artikel¬†erschienen war, kam ich mit einem guten Freund ins Gespr√§ch. Er meinte, ich sei zu streng gegen√ľber Leuten, die das Wort¬†Projekt¬†etwas lockerer handhabten und sich nicht exakt an „meine‚ÄĚ Begriffsdefinition hielten. „Hey, Junge‚ÄĚ, versuchte ich klarzustellen, „es ist nicht ‚meine‚Äô, es ist ‚die‚Äô Definition‚ÄĚ.

Der besagte Freund ist √ľbrigens Mathematiklehrer. Und er nimmt es sehr genau, wenn es um Begriffe wie etwa¬†Maximum¬†oder Schnittmenge geht.

Mir ist klar, dass jeden Tag Millionen Menschen „Projekt‚ÄĚ sagen und „Idee‚ÄĚ oder „Wunsch‚ÄĚ meinen. Aber ich muss das nicht akzeptieren. Ich w√ľnsche mir mehr Pr√§zision, mehr¬†Achtsamkeit. Und ich halte es mit Konfuzius:

 

 

Wenn die Begriffe nicht richtig sind, so stimmen auch die Worte nicht, und stimmen die Worte nicht, so kommen auch die Werke nicht zustande.

 

 

Als Hilfe zur Selbsthilfe biete ich den folgenden Crashkurs an – kompakt, praxisnah (gleich das erste Beispiel ist frisch vom Fass) und vor allem: kostenlos 😎. Am Ende dieses Mini-Lehrgangs wird Ihnen klar sein:

 

Den f√ľnften Schritt vor dem dritten zu tun,
ist immer falsch und manchmal lebensgefährlich.

 

(1) Idee

Angenommen, Herr X hat die Idee, in eine Kneipe zu gehen. Dann ist das noch kein Projekt. Vor allem dann nicht, wenn Herr X zweimal pro Woche in seine Stammkneipe geht. Denn ein Projekt ist ein einmaliges Vorhaben.

Merke: Ideen sind wichtig. Manche sind brillant, andere nur Schnapsideen.

 

(2) Wunsch

Im obigen Beispiel ist m√∂glicherweise der Wunsch der Vater des Gedankens, sprich: Herr X m√∂chte einfach den √Ąrger √ľber seinen Chef runtersp√ľlen. Also, ein Wunsch.¬†Kein Ziel, kein Plan, kein Projekt.

 

(3) Ziel

Nehmen wir einmal an, es geht nicht um Alltags√§rger und kleine Bed√ľrfnisse, sondern um ein gro√ües Thema, z. B. den Frieden in Europa. Hierzu gab und gibt es immer noch viele Ideen und W√ľnsche. Aber

„Frieden in Europa‚ÄĚ ist kein Ziel, geschweige denn ein Projekt.

In diesem Blog habe ich mehr als ein halbes Dutzend Europa-Artikel ver√∂ffentlicht; in einem davon (18.9.2011) habe ich geschrieben:¬†Europa ist ein Kontinent, kein Projekt.¬†In demselben Artikel habe ich die Gr√ľndung einer „Bundesrepublik Mitteleuropa‚ÄĚ ins Spiel gebracht. Ich finde, dieses Ziel ist heute fast noch wichtiger und lohnenswerter als vor sechs Jahren, w√ľrde allerdings die Bezeichnung „Konf√∂deration‚ÄĚ vorziehen, in Anlehnung an die Confoederatio Helvetica (CH).

Und was ist nun ein Ziel? Die Antwort gibt uns die

SMART-Regel,
wonach beim Definieren eines Ziels f√ľnf Kriterien erf√ľllt sein m√ľssen:

  • Spezifisch / schriftlich fixiert
  • Messbar
  • Attraktiv
  • Realistisch
  • Terminiert.

Diese einfache, aber harte Regel sollte jeder junge Mensch bis zum Abschluss der 10. Klasse gelernt und einge√ľbt haben. Denn sie wird ihm sein Leben lang helfen – im Beruf und im Studium, beim Hausbau und bei der Urlaubsplanung.

Mit einem SMARTen Ziel sind wir schon sehr weit. Aber wir wollen Ziele ja nicht nur formulieren,¬†sondern auch erreichen. Dazu m√ľssen wir Projekte machen. Und damit wir ein Projekt starten, es fortlaufend steuern und erfolgreich abschlie√üen k√∂nnen, brauchen wie einen

 

(4) Plan

Der „Plan der Pl√§ne‚ÄĚ in jedem Projekt ist der Projektstrukturplan – ein Baumdiagramm, welches die Verteilung der Aufgaben und Rollen veranschaulicht. Darauf aufbauend m√ľssen¬†Kosten, Ressourcen, Qualit√§t und Termine geplant werden. Die herausragenden Termine nennt man Meilensteine. Mehr Informationen an dieser Stelle w√ľrden den Crashkurs-Rahmen sprengen.

Ein Tipp: Nehmen Sie Ihr Projekt ernst.¬†Der Teufel steckt im Detail. Planen Sie fr√ľhzeitig. Planen Sie sorgf√§ltig und realistisch – nicht allein an Ihrem Schreibtisch, sondern gemeinsam mit Ihren Mitstreitern. Wenn die Kiste einmal rollt, ist es f√ľr all diese Dinge zu sp√§t. Und Albtr√§ume dauern bekanntlich immer eine Idee zu lang,¬†siehe¬†BER.

 

(5) Projekt

Von einem Projekt¬†sollte man nur reden, wenn es hierf√ľr klar definierte Ziele und brauchbare Pl√§ne gibt (s. o.). Weitere Kernkriterien sind

  • Einmaligkeit (vgl. Abschnitt 1)
  • Begrenzung des Budgets / der Ressourcen
  • klar definiertes Projektende¬† (–> Deadline).

 

Schlussbemerkung

Wenn Sie sich noch einmal den¬†Hofreiter-Text¬†anschauen, stellen Sie fest: Dem Gr√ľnen-Politiker wurde offenbar nie erkl√§rt, was ein Projekt ist. Und das hat er mit Millionen anderen Akademikern gemeinsam 😎.

„Jamaika‚ÄĚ ist ein Projekt. Keine Herzensangelegenheit. Ein Projekt. Zur Zeit l√§uft die Projektvorstufe, an deren Ende der Basisplan fertig sein muss (vgl. „Projektherz‚ÄĚ, Kap. 16, „Projektfahrplan‚ÄĚ). Anschlie√üend erfolgt die Projektpr√ľfung (im Fall Jamaika m√ľssen alle vier Parteien den Basisplan genehmigen);¬†erst danach kann das Projekt offiziell gestartet werden.

Und wie in jedem Projekt gibt es stets das Risiko des Scheiterns.

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch ’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.

Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

 

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Ist die Grundschule noch zu retten?

Immer mehr √úberfrachtung und Theorie – die Kinder lernen kaum noch, richtig zu schreiben und zu rechnen.

 

K√ľrzlich wurden¬†die Ergebnisse des „IQB-Bildungstrends 2016‚ÄĚ ver√∂ffentlicht.¬†Laut ZEIT-Bericht sagte¬†KMK-Pr√§sidentin¬†Susanne Eisenmann (CDU) anschlie√üend: „Die Ergebnisse sind ern√ľchternd‚ÄĚ. Aber nur wer vorher high war, kann durch vorhersehbare Fakten ern√ľchtert werden.

Petra Stanat, die Leiterin der Studie, erkl√§rt in einem SPIEGEL-Interview zu den niederschmetternden Daten allen Ernstes: „Nicht die Kinder sind das Problem, sondern das Bildungssystem‚ÄĚ.¬†Ich glaube, zu einer solch messerscharfen Schlussfolgerung sind schon vor vierzig Jahren Millionen Eltern gelangt, ohne eine Menge Geld in x Forschungsstudien zu investieren, durch die nichts besser geworden ist.

Ich sage Ihnen, was das Problem ist. Alle f√ľnf Herausgeber der besagten Studie haben nie ein Lehramtsstudium absolviert und nie an einer Grundschule unterrichtet; es sei denn, sie sch√§men sich dessen und machen es nicht publik. Jedenfalls haben meine Internet-Recherchen ergeben, dass Studienabschluss und Promotion¬†in allen f√ľnf F√§llen im Bereich Psychologie bzw. Erziehungswissenschaft erfolgten.

Und genau aus dieser praxisfremden Ecke kommen Ideen wie „Schreiben nach Geh√∂r“ (siehe „Liber Papa ich w√∂sche dir …‚ÄĚ vom 7.8.2017) oder „Inklusion“, die letztlich dazu gef√ľhrt haben, dass unsere Grundsch√ľler im Durchschnitt immer schlechter schreiben und rechnen k√∂nnen. Im Klartext: Die Umsetzung derartiger Utopien in der Schulpraxis war ein absoluter Irrweg. Und die betroffenen Kinder und Lehrkr√§fte haben seit Jahren darunter zu leiden.

Aber wer ein wenig schlicht und subaltern ist, dem fehlt wom√∂glich die Cleverness, zu merken, dass er sich selbst ins Knie geschossen hat. Oder er hat’s l√§ngst gemerkt, will es aber nicht zugeben. Ganz im Sinne der CDU-Vorsitzenden nach der verlorenen Bundestagswahl 2017: „Ich sehe nicht, was wir¬†anders machen sollten‚ÄĚ.

Wie kann das sein? Diese provozierende Selbstgefälligkeit, das hartnäckige Leugnen eigener Fehler, nachdem die immensen Folgen dieser Fehler längst offenkundig sind. Wesentlich sinn- und ehrenvoller wäre es, in einer solchen Situation Georg Christoph Lichtenberg zu zitieren:

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

Damit es wirklich gut wird an unseren Grundschulen, muss insbesondere folgendes anders werden:

  • Bei jeder Studie, die sich mit dem Thema Schule besch√§ftigt, m√ľssen neben den Theoretikern die Praktiker angemessen beteiligt sein, also Lehrkr√§fte und Schulleiter mit jahrelanger Unterrichtserfahrung.
  • Um endlich ausreichend viele und dabei hochqualifizierte Lehrkr√§fte in unsere Grundschulen zu bekommen, muss erstens die Ausbildung der Nachwuchslehrer drastisch verbessert werden; und zweitens m√ľssen diese Leute f√ľr ihren Job mindestens so gut bezahlt werden wie Gymnasial- und Berufsschullehrer.
  • Statt in 16 verschiedenen Schulsystemen st√§ndig auf 16 verschiedene Arten herumzuexperimentieren, brauchen wir endlich ein deutsches Schulsystem aus einem Guss.

Spontan f√§llt mir zu den charmanten Studien-Ergebnissen Frank McCourts Buchtitel „Ein rundherum tolles Land‚ÄĚ ein. Ja, ist es nicht toll, unser deutsches Bildungsland? Ein richtiges Tollhaus.

Im √úbrigen bin ich der Meinung, dass alle 16 deutschen Landesministerien f√ľr Schule abgeschafft werden m√ľssen.

 

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Was ist f√ľr Sie ein Projekt, Herr Hofreiter?

Anton Hofreiter, Fraktionschef der Gr√ľnen im Bundestag, hat SPIEGEL ONLINE ein Interview gegeben, das soeben erschienen ist. Darin gibt es die folgende Passage:

SPIEGEL ONLINE: (…) Kann Jamaika f√ľr Sie im Erfolgsfalle mehr werden, etwa ein neub√ľrgerliches Projekt?

Hofreiter: Nein, Jamaika ist kein Projekt. Es w√§re ein B√ľndnis auf Zeit, das sich keiner ausgesucht hat. Und die Gr√ľnen sind keine b√ľrgerliche Partei. Wir sehen uns als Stimme der progressiven Kr√§fte unserer Gesellschaft.

Zum einen f√§llt auf, wie scharf sich Herr Hofreiter von dem Begriff „b√ľrgerlich“ distanziert. Immerhin fordern die Gr√ľnen in ihrem „Programm 2017“ eine B√ľrgerversicherung¬†– das Wort wird sogar im Interview seitens Hofreiter erw√§hnt – und nicht eine Progressiven-Versicherung.

Noch interessanter finde ich, wie der gr√ľne Spitzenpolitiker mit dem Projekt-Begriff umgeht. F√ľr ihn ist ein Vorhaben, das man sich nicht selbst „ausgesucht“ hat, kein Projekt. Aber wer von uns kann sich sein Leben lang immer aussuchen, mit wem zusammen er auf ein Ziel hin arbeitet?

Und dann das „B√ľndnis auf Zeit“ – nach Hofreiters Auffassung das Gegenteil eines Projekts. Aber genau das sind K.-o.-Kriterien eines Projekts: die Einmaligkeit und die Deadline. Wer w√ľnscht sich schon eine Jamaika-Regierung bis in alle Ewigkeit?

Mir scheint, bei den Gr√ľnen gibt es Nachholbedarf bez√ľglich Projektkompetenz und Projektf√§higkeit. Im Projektgesch√§ft, auch im politischen, sind nicht nur Begeisterung und Idealismus gefragt, sondern eine gute Balance von Spirit und Pragma. Anders gesagt, zu viele „Hasen“ und „G√§nse“ im Projekt sind gef√§hrlich, du brauchst auch „F√ľchse“. Und vor allem: „Adler“. Ich denke, das wei√ü auch Anton „Toni“ Hofreiter.

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anton_Toni_Hofreiter_3504.jpg?uselang=de
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Projekt – Deadline – Demokratie

„Die Friedh√∂fe sind voll von unentbehrlichen M√§nnern‚ÄĚ, hat Charles de Gaulle einmal gesagt. Die Pointe: Er selbst hielt sich f√ľr so unentbehrlich, dass man ihn nur mit M√ľhe dazu brachte,¬†nach mehr als zehn Jahren Amtszeit endlich die Macht in Frankreich abzugeben.

√Ąhnlich schwer mit der Stab√ľbergabe beim demokratischen Staffellauf taten sich Adenauer, Kohl und Schr√∂der. Und die Gef√§hrdung unserer Demokratie durch √ľbertriebene „Muttivation‚ÄĚ war das Thema meines letzten Artikels.

Kurzer Einschub: Dass es auch anders geht, wurde der Welt durch Papst Benedikt XVI. demonstriert, dessen freiwilliger Machtverzicht ihm selbst und allen Katholiken offensichtlich gut bekommen ist. Auch hier war die Ironie des Schicksals im Spiel: Die katholische Kirche ist alles andere als ein demokratisches Gebilde; ein Stabwechsel zu Lebzeiten ist bei Päpsten gar nicht vorgesehen.

Und nun zur Sache, zur Idee der Demokratie.

Wer sich ein wenig mit den Staatstheorien der alten Griechen besch√§ftigt, etwa mit Aristoteles‚Äô Schrift „Politik‚ÄĚ, und mit damaligen Praktiken, z. B. dem „Scherbengericht‚ÄĚ, erkennt schnell: Bez√ľglich Demokratie, Oligarchie, Monarchie etc. gab es vor √ľber zweitausend Jahren in Athen mehr Sachverstand und effiziente Ma√ünahmen als heute in Pj√∂ngjang oder Ankara, im Kreml oder im Wei√üen Haus.

Es liegt auf der Hand, dass Demokratie ohne Deadline nicht funktioniert. Ein Bundestagsmandat oder eine Kanzlerschaft ist eine befristete politische Aufgabe, keine Lebensstellung. Eine demokratische Regierung ist keine Firma, erst recht kein Trump-Familienbetrieb, sondern ein Projekt – ein einmaliges Vorhaben mit klaren Zielen und einem definierten Ende.

Immer dann, wenn wir √ľber Demokratie reden, reden wir nicht nur √ľber Politik. Es geht um das Wohl jedes einzelnen Menschen in einer Gemeinschaft, um praktische Philosophie und um Projekt-Denken – um Projektphilosophie.

Unser Volk muss in der Lage sein, in einer turnusm√§√üigen Wahl die alte Regierung abzuw√§hlen. Dass dies nicht immer zu 100% funktioniert, stellen wir im Augenblick fest. Das Gezerre um Ja-maika oder Nein-maika, das alles sind nur Symptome. Wir m√ľssen ran an die Wurzeln unseres demokratischen Systems, das hei√üt: So wie die F√ľnf-Prozent-Klausel uns vor Chaos und Unregierbarkeit sch√ľtzt, so brauchen wir auch einen verfassungsm√§√üigen Schutz gegen das zyklische Auftauchen von „ewigen Kanzlern‚ÄĚ, das hei√üt¬†eine Deadline¬†f√ľr die Kanzlerschaft, eine Befristung auf maximal acht Jahre.

Andernfalls kriegen wir die Grundidee des demokratischen Wechsels¬†nicht in die K√∂pfe aller politischen Entscheider. Die Redewendung „Arroganz der Macht‚ÄĚ ist aus meiner Sicht oft besch√∂nigend. Es geht um viel mehr als nur um Arroganz. Es geht darum, dass eine politische Partei nicht zur Staatspartei werden darf – siehe T√ľrkei, siehe Bayern. Und dass der Regierungschef eines von Hause aus demokratischen Staats nicht irgendwann zur Institution wird – siehe Putin oder Erdogan, und in abgemilderter Form: Helmut Kohl.

Fotos:
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Trump und Merkel (II)

oder: Die Unvergänglichkeit von Wahrheit und Friedfertigkeit

 

Donald Trump hat am gestrigen Sonntag mithilfe seiner Repetierb√ľchse Twitter einen der einflussreichsten Republikaner¬†auf √ľbelste Weise beleidigt. Nach einem aktuellen Bericht der¬†WELT¬†reagierte der Angegriffene, Senator Bob Corker,¬†mit den Worten:

Es ist eine Schande, dass das Wei√üe Haus zu einer Kindertagesst√§tte f√ľr Erwachsene geworden ist. Heute Morgen hat offensichtlich jemand seine Schicht verpasst.

Aber Herr Corker hat noch ein paar ernstere Dinge gesagt. In einem Interview erkl√§rte er,¬†dass Trump durch sein r√ľcksichtsloses Verhalten die USA an den Rand eines ‚Äědritten Weltkriegs‚Äú bringe. Wir sollten uns dar√ľber im Klaren sein, dass es keinen vierten geben wird. Der dritte wird der letzte sein. Doomsday Clock und Schildkr√∂te Gaia lassen gr√ľ√üen.

In meinem vorangehenden Blog-Artikel habe ich √ľber √Ąhnlichkeiten in der Taktik und der Strategie von Herrn Trump und Frau Merkel geschrieben. An meiner Einsch√§tzung hat sich nichts ge√§ndert. Aber meine Ausf√ľhrungen bezogen sich auf die deutsche Innenpolitik, nicht auf die weltpolitische Lage.

Aus gegebenen Anlass (siehe oben) möchte ich klarstellen:

Es mag noch so viele Trump-Merkel-Parallelen geben, aber die amtierende Bundeskanzlerin ist weder infantil noch narzisstisch noch gr√∂√üenwahnsinnig. Sie zwitschert nicht. Sie schwadroniert nicht. Sie ist Physikerin. Und sie behandelt andere nicht herabw√ľrdigend, nur weil sie Mexikaner, Muslime oder Afroamerikaner sind. Sie verbreitet keine dreisten L√ľgen, und sie droht nicht anderen L√§ndern, sie zu vernichten.

Ich denke, Angela Merkel hat eine Menge f√ľr unser Land und Europa geleistet. Aber in den letzten Jahren sind ihr einige „fatal errors“ unterlaufen, auch wenn sie dies nicht zugeben mag. Nicht zuletzt dadurch kam es zur bisher gr√∂√üten Wahlniederlage der CDU und zum beispiellosen Siegeszug der AfD, der unsere Republik schon jetzt dramatisch ver√§ndert.

Das alles w√§re nicht passiert, wenn bei uns – wie in anderen L√§ndern – die Amtszeit des Regierungschefs auf maximal zwei Legislaturperioden begrenzt w√§re. Dar√ľber sollten unsere Spitzenpolitiker nachdenken, sich verst√§ndigen und zeitnah handeln.

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Trump und Merkel

oder: Die Vergänglichkeit allen Strebens

 

In der Grand Old Party brodelt es. Noch wagen die meisten es nicht, offen den R√ľcktritt der Nummer eins zu fordern. Noch nicht. Aber sie fragen sich: Wie konnte jemand Nummer eins in unserer Partei werden, der urspr√ľnglich gar nicht zu uns geh√∂rte, der in jungen Jahren auf der anderen Seite stand?¬†Wie konnte es passieren, dass dieser Mensch¬†systematisch s√§mtliche Rivalen abservierte? Vertritt diese Nummer eins √ľberhaupt die Werte, f√ľr die unsere Partei immer stand?

Ich spreche von der CDU und ihrer Vorsitzenden. Klar, auf den ersten Blick scheinen Trump und Merkel nicht viel gemeinsam zu haben.¬†Bez√ľglich Sozialisation, Bildung, Lebensweise und vermutlich auch IQ gibt es gro√üe Unterschiede. Dennoch, es gibt eine Menge Parallelen. Vor allem: Beide sind sehr schlau, wenn es um das Erringen und Erhalten von Macht geht.

In seinem legend√§ren Werk „G√∂del, Escher, Bach“ definiert Douglas R. Hofstadter die folgenden acht Eigenschaften als Voraussetzungen f√ľr Intelligenz:

  • sehr flexibel auf die jeweilige Situation reagieren
  • g√ľnstige Umst√§nde ausn√ľtzen
  • aus mehrdeutigen oder kontradiktorischen Botschaften klug werden
  • die relative Wichtigkeit verschiedener Elemente in einer Situation erkennen
  • trotz trennender Unterschiede √Ąhnlichkeiten zwischen Situationen finden
  • trotz √Ąhnlichkeiten, die sie zu verbinden scheinen, zwischen Situationen unterscheiden k√∂nnen
  • neue Begriffe herstellen, indem man alte Begriffe auf neuartige Weise zusammenf√ľgt
  • Ideen haben, die neuartig sind.

Und nun stellen Sie sich bitte vor, Sie h√§tten eine wichtige Position zu besetzen und auf der Liste der Bewerber st√ľnden Donald Trump und Angela Merkel. Lachen Sie nicht, denn genau das ist unser Job als W√§hlerin und W√§hler. Pr√ľfen Sie, inwieweit die beiden Kandidaten die obigen Voraussetzungen erf√ľllen. Und wenn Sie schlau im Sinne des f√ľnften Kriteriums „trotz trennender Unterschiede“ sind, stellen Sie fest: Ja, es gibt √Ąhnlichkeiten.

Beim heutigen Deutschlandtag der Jungen Union gab es f√ľr Frau Merkel¬†R√ľcktrittsforderungen und Applaus. Die Kanzlerin stellte – wen wundert es? – wieder einmal ihr Konzept als alternativlos dar. Diesmal tr√§gt es den Namen Jamaika. Ich sage, Jamaika ist ziemlich weit weg von Berlin. Und es gibt durchaus Alternativen; es k√§me auf einen Versuch an. Why not?

P. S.: Was bei Trump, Merkel und auch Hofstadter zu kurz kommt, ist die Lebensklugheit, die praktische Philosophie. Es fehlt das neunte Kriterium:

  • nicht nur wissen, dass alles verg√§nglich ist, sondern es sich jeden Tag bewusst machen: Irgendwann werde ich sterben, vielleicht schon morgen; und irgendwann wird ein anderer meinen Job machen.
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SPD++

… unter diesem Label hat sich eine neue Initiative innerhalb der SPD formiert.¬†Genaueres erf√§hrt man in dem SPIEGEL-bento-ArtikelDiese Frau will die SPD revolutionieren‚ÄĚ. Verena Hubertz ist 29 Jahre alt, Start-Up-Unternehmerin, seit 2009 Mitglied der SPD und aus meiner Sicht ein Mensch mit herausragender¬†Projektintelligenz.

In dem Artikel gibt es unter anderem ein Balkendiagramm, in welchem die Gesamtheit der SPD-Mitglieder analysiert wird – bez√ľglich Alter, Geschlecht, Schulbildung und Beruf. Die √úberschrift dazu lautet: „So alt ist die SPD‚ÄĚ. Noch treffender w√§re: „So verbeamtet ist die SPD‚ÄĚ. Denn, man glaubt es kaum, in der SPD kommen heute¬†auf zwei Arbeiter f√ľnf Beamte bzw. √∂ffentlich Bedienstete.

Wer diese Zahlen liest, dem dämmert ganz allmählich, warum es unter den organisierten Sozialdemokraten so wenig Begeisterung, Pioniergeist und Mut zur Veränderung gibt. Etwas zugespitzt gesagt: In der SPD findet man zur Zeit vorzugsweise alte, fantasielose, beamtete Männer mit Abitur.

Die Initiative SPD++ findet inzwischen immer mehr Zustimmung innerhalb der Partei, beispielsweise durch die Ministerpr√§sidentinnen Malu Dreyer und Manuela Schwesig. Ebenso durch die Schriftstellerin Juli Zeh, deren Analyse der Bundestagswahlergebnisse ziemlich genau dem entspricht, was ich in den lap-land-Artikeln vom 20.9., 23.9. und¬†25.9.¬†und zum Ausdruck gebracht habe. Hier ein Auszug aus Frau Zehs SPIEGEL-Online-Artikel √ľber die Zukunft der SPD, der¬†gestern erschienen ist, und zwar unter der knuffigen √úberschrift „Alte Tante, rette uns!‚ÄĚ:

Seit dem Wahlsonntag fragen sich die Talkrunden, was Martin Schulz falsch gemacht habe. Kaum jemand fragt nach Angela Merkels verlorenen Prozentpunkten. Dabei war die Bundestagswahl 2017 keine schwarze Stunde der Sozialdemokratie, sondern ein Schlag ins Gesicht aller Volksparteien.

Ich w√ľnsche den jungen, fantasiereichen, nicht beamteten Frauen von SPD++ ganz viel Erfolg. Ob mit oder ohne Abitur.

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