Hase, Gans, Adler – Philosophie des Projekts. Will ich zu viel – oder zu wenig? …

… ein Fragesatz, der es in sich hat. Als ich die neue Ausgabe des Philosophie Magazins las, war ich wie elektrisiert; der Fokus darin liegt genau auf dieser Frage. Und ich behaupte:

An ihr kommt keiner vorbei, außer Aristoteles.

Zugegeben, der Satz erinnert verdĂ€chtig an den Spruch ĂŒber den legendĂ€ren Fußballer Reinhard „Stan“ Libuda: An Gott kommt keiner vorbei, außer Stan Libuda. Aber lassen wir einmal die (Fußball-)Götter aus dem Spiel. Wer ab und zu darĂŒber nachdenkt, ob er ein gutes Leben fĂŒhrt, muss sich irgendwann diesem Selbsttest unterziehen: Bin ich zu ehrgeizig, zu gierig oder – ganz im Gegenteil – zu passiv, zu bescheiden?

Wieso Aristoteles? In seiner Nikomachischen Ethik rĂ€t er uns, die Extreme zu vermeiden und immer wieder nach der „richtigen Mitte“ zu streben. So sieht er beispielsweise die Tugend der Tapferkeit in der Mitte zwischen den beiden Extremen TollkĂŒhnheit und Feigheit. Ein solcher Denkansatz ist zweifellos eine wertvolle Hilfe beim besagten Selbsttest.

Und was ist gemeint mit Philosophie des Projekts? Jeder, der Projekte macht, weiß, dass es dabei um das Erreichen eines einmaligen Ziels geht: Gesellen- oder Meisterbrief, Bachelor- oder Doktorgrad, das eigene Haus, die eigene Firma. Da werden keine Angsthasen oder SchlafmĂŒtzen gebraucht und ebenso wenig Phantasten oder Rambo-Typen. In Projektherz habe ich die vier Projektarchetypen vorgestellt:

 

 

Dass Aristoteles ein Adler war, liegt auf der Hand. Wo aber sehen Sie in der obigen Vierfelder-Tafel Nietzsche, Schopenhauer, Byung-Chul Han oder Henry David Thoreau? Sie alle kommen vor im neuen Heft des Philosophie Magazins. Und weiter: Wo verorten Sie DÀdalus und Ikarus, Ihren Chef, Ihren Partner, sich selbst?

Das ist Ihr Freizeitjob fĂŒr heute Abend 😎.

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