Ausatmen

Ausatmen. Loslassen. Jeder, der einmal zu meditieren versucht hat, weiß, wie wichtig hierbei der Atem und speziell das Ausatmen ist.

Ich bin froh, dass das Bundestagswahlfieber vorbei ist. Zu viel Aufgeregtheit und Hektik bedeutet Stress, oder genauer: Distress. Irgendwann stellst du fest, du musst den Akku wieder aufladen. Du sehnst dich nach Bewegung unter freiem Himmel, nach Musik und Kontemplation.

In der vergangenen Woche habe ich sonnig-herbstliche Tage im Schwarzwald erlebt, gestern Abend dann ein großartiges Konzert in der Martin-Luther-Kirche Bad Neuenahr. Die Evangelische Kantorei hatte zur Geistlichen Abendmusik eingeladen, diesmal mit dem Leitmotiv

Verleih uns Frieden.

Jedesmal, wenn ich die Verse Martin Luthers h√∂re – „Es ist doch ja kein andrer nicht,¬†der f√ľr uns k√∂nnte streiten,¬†denn du, unser Gott, alleine“¬†-, habe ich einen Klo√ü im Hals. In den Zeiten von Trump-Kim-Erdogan ist es nicht besser geworden. Und mir kommen die Verse der Rolling Stones in den Sinn: „Well what can a poor boy do¬†except to sing for a rock ’n‘ roll band“.

Ja, es gibt ein Trio, das mir lieber ist als¬†Trump-Kim-Erdogan, drei Musikanten mit R√ľckgrat und voller Leidenschaft:

  • Martin¬†Luther, der – so hei√üt es – gesagt hat, er werde heute¬†noch ein Apfelb√§umchen pflanzen, wenn er w√ľsste, dass morgen die Welt unterginge
  • der Kabarettist und Liedermacher Hanns Dieter H√ľsch¬†und
  • Mick Jagger.

Wieso H√ľsch? Nun, von ihm stammt der Text des Liedes, mit dem gestern die Geistliche Abendmusik in Bad Neuenahr zu Ende ging:

Ich bin vergn√ľgt, erl√∂st, befreit.

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