Trump und Merkel (II)

oder: Die Unvergänglichkeit von Wahrheit und Friedfertigkeit

 

Donald Trump hat am gestrigen Sonntag mithilfe seiner Repetierb√ľchse Twitter einen der einflussreichsten Republikaner¬†auf √ľbelste Weise beleidigt. Nach einem aktuellen Bericht der¬†WELT¬†reagierte der Angegriffene, Senator Bob Corker,¬†mit den Worten:

Es ist eine Schande, dass das Wei√üe Haus zu einer Kindertagesst√§tte f√ľr Erwachsene geworden ist. Heute Morgen hat offensichtlich jemand seine Schicht verpasst.

Aber Herr Corker hat noch ein paar ernstere Dinge gesagt. In einem Interview erkl√§rte er,¬†dass Trump durch sein r√ľcksichtsloses Verhalten die USA an den Rand eines ‚Äědritten Weltkriegs‚Äú bringe. Wir sollten uns dar√ľber im Klaren sein, dass es keinen vierten geben wird. Der dritte wird der letzte sein. Doomsday Clock und Schildkr√∂te Gaia lassen gr√ľ√üen.

In meinem vorangehenden Blog-Artikel habe ich √ľber √Ąhnlichkeiten in der Taktik und der Strategie von Herrn Trump und Frau Merkel geschrieben. An meiner Einsch√§tzung hat sich nichts ge√§ndert. Aber meine Ausf√ľhrungen bezogen sich auf die deutsche Innenpolitik, nicht auf die weltpolitische Lage.

Aus gegebenen Anlass (siehe oben) möchte ich klarstellen:

Es mag noch so viele Trump-Merkel-Parallelen geben, aber die amtierende Bundeskanzlerin ist weder infantil noch narzisstisch noch gr√∂√üenwahnsinnig. Sie zwitschert nicht. Sie schwadroniert nicht. Sie ist Physikerin. Und sie behandelt andere nicht herabw√ľrdigend, nur weil sie Mexikaner, Muslime oder Afroamerikaner sind. Sie verbreitet keine dreisten L√ľgen, und sie droht nicht anderen L√§ndern, sie zu vernichten.

Ich denke, Angela Merkel hat eine Menge f√ľr unser Land und Europa geleistet. Aber in den letzten Jahren sind ihr einige „fatal errors“ unterlaufen, auch wenn sie dies nicht zugeben mag. Nicht zuletzt dadurch kam es zur bisher gr√∂√üten Wahlniederlage der CDU und zum beispiellosen Siegeszug der AfD, der unsere Republik schon jetzt dramatisch ver√§ndert.

Das alles w√§re nicht passiert, wenn bei uns – wie in anderen L√§ndern – die Amtszeit des Regierungschefs auf maximal zwei Legislaturperioden begrenzt w√§re. Dar√ľber sollten unsere Spitzenpolitiker nachdenken, sich verst√§ndigen und zeitnah handeln.

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1 Kommentar

  1. Heinrich —   11. Oktober 2017, 14:56 Uhr

    Ich finde, dieser Artikel komplettiert den ersten an den richtigen Stellen. Es mag Gemeinsamkeiten zwischen Trump und Merkel geben, aber eben auch Unterschiede, wie du hier erg√§nzt hast. Ich glaube, wenn man Trump und Merkel in allem auf eine Ebene stellen w√ľrde, dann w√ľrde man Trump dadurch verharmlosen.

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