Problembär CSU und Weltuntergang

Die messerscharfe Analyse des Zocker-Philosophen George Soros

 

Nein, Herr Soros hat nicht behauptet, die CSU sei eine Gefahr f√ľr den Weltfrieden. Das w√§re auch der Ehre zu viel f√ľr die kleine, radikale Volkspartei am Rande der Alpen. Aber er hat in seiner Rede auf dem diesj√§hrigen Weltwirtschaftsforum in Davos einen gro√üen Bogen gespannt – von Russland √ľber China nach Nordkorea, von Trump und¬†dem drohenden Untergang der Zivilisation √ľber Facebook und Google bis – ja, tats√§chlich – zum „Problemfall“ CSU im deutschen Parteiensystem. Schauen Sie sich die Zusammenfassung seiner Thesen samt Kurz-Video auf WELT.de¬†an. Es lohnt sich.

George Soros ist ein au√üergew√∂hnlicher Mensch. Er wurde 1930 in Budapest geboren, wegen seiner j√ľdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt und promovierte in jungen Jahren im Fach Philosophie. Einer seiner Lehrer war¬†Karl Popper, der sp√§ter gro√üen Einfluss auf das politische Denken von Helmut Schmidt hatte. Bei Popper lernte Soros die Idee der¬†Offenen Gesellschaft kennen. Jetzt, mit 87 Jahren, setzt sich der geb√ľrtige Ungar und heutige US-B√ľrger f√ľr Demokratie und freies Denken ein, er unterst√ľtzt B√ľrgerrechtsorganisationen und ist nebenbei einer der reichsten M√§nner der Welt. Sein riesiges Verm√∂gen hat er durch knallharte Spekulationen an den internationalen Finanzm√§rkten erworben.

Dieser Mann sagt im Januar 2018 in Davos,

das Auftauchen einer anderen Partei ‚Äď der AfD ‚Äď habe die CSU gezwungen, ‚Äěnoch weiter nach rechts zu r√ľcken angesichts der Wahlen in Bayern im kommenden Jahr‚Äú (…) ‚ÄěDas deutsche Parteiensystem ist damit weitgehend funktionsunf√§hig, bis sich CDU und CSU aufspalten.‚Äú (siehe oben erw√§hnten WELT-Artikel)

Ich denke, die unbefangensten Beobachter eines politischen Prozesses sind die, die den gr√∂√üten Abstand von ihm haben – geographisch und gedanklich. Der US-Amerikaner George Soros spricht das aus, was man nie von einer der „f√ľhrenden Nullen“ in Berlin h√∂rt. All diese Jamaika- und GroKo-Strategen, die sich fast nur mit sich selbst und mit der Vergangenheit besch√§ftigen, kommen nicht auf diesen einen naheliegenden Gedanken oder sie verschweigen ihn:

Ohne CSU wäre das Regieren in Berlin einfacher und effektiver.

P. S.: Die Weltuntergangs-Uhr wurde gerade erneut um eine halbe Minute nach vorne verstellt – „die Apokalypse r√ľckt n√§her“ (–> ZDF-heute). Und die alte Schildkr√∂te wird’s freuen.

 

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:George_Soros_-_Festival_Economia_2012_01_(cropped).JPG?uselang=de
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2 Kommentare

  1. Frank L —   28. Januar 2018, 19:36 Uhr

    Hallo Bernd,

    kritische Anmerkungen zu Herrn Soros:
    1. Zocker-Philosoph ja, aber auch Zocker der schlimmsten Art auf B√∂rsenspekulationen (Pfund in gro√üen Ma√üstab zur Destabilisierung von Regierungen). Die Bev√∂lkerung bei den Spekulationen interessiert doch den Spekulanten nicht, deshalb sind seine sogenannten humanit√§ren Aktionen doch sehr fragw√ľrdig.
    2. Rolle in der Fl√ľchtlingskrise (Soros-Berater bei Aushandlung Fl√ľchtlingsdeal EU T√ľrkei)
    3. Rolle seiner NGO’s in vielen L√§ndern – mit spekulier Geld kann man ja als Wohlt√§ter auftreten.
    4. Was ist der Plan hinter der Davos Rede?
    5.Warum wird CSU und AfD namentlich erwähnt -Beleuchtung des Verhältnisses von Herrn Orban und Herrn Soros?

    Er mag ja ein Vertreter der Philosophie von Popper sein, aber in meinen Augen √ľberwiegen negative Aspekte – wovon ich einige oben aufgez√§hlt habe -bei Herrn Soros.

    Gruß FrankL.

    PS: Die Meinung ist sicher streitbar, aber davon lebt ein Blog nunmal.

  2. Bernhard M. Scheurer —   28. Januar 2018, 22:29 Uhr

    Hallo Frank,

    zunächst einmal kann ich voll Dein P.S.-Statement unterstreichen. Ein Blog lebt vom Wettstreit unterschiedlicher Meinungen und Denkansätze.

    Aber, auch wenn’s wom√∂glich anders r√ľbergekommen ist: Ich bin keineswegs Soros-Fan. Bei meinem Artikel ging es mir – wie der Titel schon zeigt – um zwei Dinge: Erstens um das Thema Ende der Menschheit, das m. E. von viel zu wenigen Politikern und Wirtschaftsf√ľhrern ernstgenommen wird; zweitens um die v√∂llig √ľberzogene Einflussnahme der CSU auf die deutsche Bundespolitik. Und zu diesem zweiten Punkt bleibt es f√ľr mich dabei: Was Soros ausspricht, wagen deutsche Spitzenpolitiker – egal welcher Partei – nicht einmal zu denken: Eine Aufspaltung von CDU und CSU w√§re gut f√ľr unser Land; sie br√§chte mehr Transparenz, mehr Ehrlichkeit und mehr Koalitionsm√∂glichkeiten nach einer Bundestagswahl (z. B. Kenia minus CSU).

    Also, warum stellen Leute wie Schulz, Lindner und Habeck nicht Frau Merkel vor die Alternative: Entweder Koalition nur mit CDU, also ohne CSU, oder gar nicht – wobei letzteres auf eine Minderheitsregierung CDU/CSU hinausliefe.

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