Die digitale Revolution frisst ihre Kinder

Im Verlauf der Franz√∂sischen Revolution kam es 1793 zur „Terrorherrschaft“. Pl√∂tzlich wurden nicht nur Adelige hingerichtet, sondern auch viele Revolution√§re – zum Beispiel¬†Georges Danton, der sein gewaltsames Ende wohl selbst vorausgesehen hat. In „Dantons Tod“ von Georg B√ľchner sagt er den Satz, der zum¬†gefl√ľgelten Wort¬†wurde:

Die Revolution ist wie Saturn,
sie frißt ihre eigenen Kinder.

Seit den Neunzigerjahren erleben wir die digitale Revolution.¬†Und wie zweihundert Jahre vorher ist ein √§hnliches Ph√§nomen zu beobachten, wenn auch die¬†Guillotine diesmal nicht im Spiel ist: Die Unternehmensberater, Vorreiter beim Abbau von Arbeitspl√§tzen durch Digitalisierung,¬†m√ľssen bef√ľrchten, bald selbst zu den Opfern zu geh√∂ren.

In dem FAZ-Artikel „Die Stunde der Algorithmen“ ist zu lesen:

Kann die K√ľnstliche Intelligenz (…) irgendwann sogar die Unternehmensberater selbst ersetzen (…)? Eine Studie der Beratungsgesellschaft PWC sagt, (…) rund 20 Prozent ihrer Wertsch√∂pfung seien ersetzbar.

Bemerkenswert ist hierbei die zunehmende Bedeutung der MINT-Fächer:

Die Projekte werden immer schneller. Auch die Anforderungen an k√ľnftige Berater √§ndern sich: ‚ÄěJe mehr K√ľnstliche Intelligenz wir einsetzen, desto h√∂her ist unser Bedarf an Absolventen der sogenannten Mint-F√§cher ‚Äď also an Mathematikern, Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Technikern‚Äú, sagt PWC-Partner Martin Scholich.

Anders als damals Danton versuchen jetzt viele Unternehmensberater, sich selbst zu beruhigen. Mit dem Argument, eine Maschine habe kein Einf√ľhlungsverm√∂gen. Aber: Wie viel Einf√ľhlungsverm√∂gen braucht ein externer Berater, um einer Betriebsleitung die Vernichtung von f√ľnfhundert Arbeitspl√§tzen zu empfehlen?

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Georges-Jacques_Danton.jpg?uselang=de
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