Leben und Tod

Vor dem Ostersonntag kommt der Karfreitag. Wer ins Paradies kommen will, muss erst einmal sterben. Und das ist ist keineswegs so einfach, wie manche sich das einreden wollen.

Der Film „Und tĂ€glich grĂŒĂŸt das Murmeltier“ beschĂ€ftigt sich auf humorvolle und tiefgrĂŒndige Weise mit den Themen Tod, Wiedergeburt und Sinn des Lebens. In einem der Dialoge zwischen den beiden Protagonisten richtet Rita an Phil die flapsige Frage: „Woran sterben Sie denn gerade?“

Hinter diesem saloppen Satz verbirgt sich die reine Wahrheit: Jeder von uns, auch jeder Baum und jede Katze, stirbt jeden Tag ein wenig. In dem Moment, in welchem wir uns das bewusst machen, fangen wir an, bewusster zu leben. Manche buddhistischen Meister stellen den Menschen, die sie um Belehrungen bitten, eine einfache Frage:

Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod?

Die Meister wissen, dass Menschen, die an ein Weiterleben glauben, eine ganz andere Lebenseinstellung haben. Sie besitzen einen entschiedenen Sinn fĂŒr persönliche Verantwortung und Ethik. Menschen, die nicht an ein Leben danach glauben, machen sich kaum Gedanken ĂŒber die Konsequenzen ihres Tuns. Schon 1991 sagte der damalige brasilianische Umweltminister J. A. Lutzenberger*):

Die moderne Industriegesellschaft ist eine fanatische Religion. Wir demolieren, vergiften und zerstören alle Lebenssysteme auf diesem Planeten. Wir zeichnen Schuldscheine, die unsere Kinder nicht werden einlösen können … Wir handeln, als seien wir die letzte Generation auf diesem Planeten.

Von Menschen mit Nahtoderfahrung wird immer wieder berichtet, dass sie nach diesem einschneidenden Erlebnis ihre Einstellung zum Leben radikal geĂ€ndert haben. Sie „entdecken, dass das Wichtigste menschliche Beziehungen und Liebe sind und nicht materielle GĂŒter … dass alles, was man im Leben tut, gespeichert bleibt“ und „irgendwann doch wieder zum Vorschein kommt“*) – zum Beispiel in der Stunde des Todes.

Der Philosoph und Jesuit Godehard BrĂŒntrup ist ein Mensch mit Nahtoderfahrung. Auf nĂŒchtern-sachliche, aber sehr spannende Weise setzt er sich mit dem PhĂ€nomen auseinander – in einem Vortrag, der als YouTube-Video verfĂŒgbar ist.

*) aus: Sogyal Rinpoche, Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben, 1995, S. 23 bzw. 41
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