Tablet statt Schreibschrift? Was ist die Schule der Zukunft?

SZ-Artikel „Digitalisierung und Schule” ĂŒber die
Krise der Steve-Jobs-Schulen in den Niederlanden

 

Auslöser fĂŒr die Aufnahme der SĂŒddeutschen Zeitung in die Blogroll von lap-land (siehe den vorigen Blog-Artikel) ist der SZ-Artikel von Fabian Busch: „Das Tablet ist nur Mittel zum Zweck”. Interessant ist dieser Aufsatz fĂŒr mich aus einem besonderen Grund. Bereits im Juni 2016 habe ich mich kritisch mit der Digitalisierung in Schulen der USA und der Niederlande auseinandergesetzt – in „Zu viel Schule”, Kapitel „Bildung aus Hollywood“:

In immer mehr LĂ€ndern wird das Schreiben mit der Hand in den Schulen schrittweise abgeschafft. In den USA steht dies inzwischen nur noch im Kindergarten und im ersten Schuljahr auf dem Plan. (…) Was wĂŒrde Steve Jobs zu diesem Thema sagen? (…) Heute kann er sich nicht mehr dagegen wehren, dass in den Niederlanden immer mehr sogenannte Steve-Jobs-Schulen eingerichtet werden, in denen die GrundschĂŒler ĂŒberwiegend am iPad lernen. (S. 109, „Fast-Text auf dem Silber-Tablet”)

Nun, im April 2018, schreibt Fabian Busch nach seiner Erkundungsreise in die Niederlande:

Erfunden hatte die Steve-Jobs- oder iPad-Schulen der niederlĂ€ndische Meinungsforscher Maurice de Hond. Er war unzufrieden mit dem altmodischen Unterricht an der Schule seiner Tochter – und entwickelte 2012 mit Bildungsexperten das Manifest „Unterricht fĂŒr eine neue Zeit“, kurz O4NT. (…) Die Idee stieß weltweit auf Interesse und Anerkennung (…) Doch die „neue Zeit“ ist offenbar schon wieder vorbei. (…) Im MĂ€rz wurde bekannt, dass die Stiftung O4NT pleite ist.

Genauer umgeschaut hat Busch sich in der Beatrix-Schule in Steenwijk. Sie ist eine von vielen Schulen, wo man sich lĂ€ngst vom Konzept „Steve-Jobs-Schule“ verabschiedet hat. Der Schulleiter

ist ĂŒberzeugt, dass die Digitalisierung des Unterrichts voranschreiten wird und in einigen Jahren viel mehr Schulen so arbeiten werden wie seine schon heute. Aber er warnt davor, das Tablet als etwas Heiliges zu betrachten. Im Schnitt seien seine SchĂŒler etwa anderthalb Stunden pro Tag mit dem iPad beschĂ€ftigt. Dass Kinder auch lernen, BĂŒcher zu lesen und mit der Hand zu schreiben, ist fĂŒr ihn selbstverstĂ€ndlich.

Das ist die Antwort auf die Titelfrage: Tablet und Schreibschrift.

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