Herzliche Einladung

KUNSTFLOW in Bonn – am Nikolaus-Abend!

 

  • Wann? –> 6. Dezember 2019, 20 Uhr
  • Wo? –>¬†Innovation Point in Bonn, Kaiserstra√üe 1b
    (Ihr wisst schon: eine Mischung aus Waschsalon, Bar, Café und Kunst
    –> mein Artikel vom 7.Oktober)
  • Was? –> Kunst (Songs zur Gitarre, Lyrik, Storytelling …) und jede Menge Flow
  • Mehr Infos? –> Kunstflow auf Facebook

Ich werde da sein, Ihr hoffentlich auchūüėé. Vergesst nicht Eure NWZ (Nikolaus-Weihnachtsmann-Zipfelm√ľtze). Ich bringe meine Gitarre mit … ein wenig Satire und rheinische Philosophie („Jumpin‘ Jack Flash“ op K√∂lsch).

Kommentare

Zeitenwende – Update Nov. 2018

Umfrage Emnid vom 10. Nov. 2018
(SPD 15% ¬†Gr√ľne 22%)

 

Gegen√ľber den Infratest-Werten vom 18. Oktober (–> Artikel „Zeitenwende‚ÄĚ) gibt es einige interessante Ver√§nderungen:

  • Leichte Verluste bei AfD und FDP
  • CDU und CSU unver√§ndert (trotz der Kandidatenk√ľr AKK/Merz/Spahn f√ľr den CDU-Parteivorsitz),
    und jetzt kommt’s:

 

Neue Nummer eins: die GR√úNEN (fast 2% mehr als CDU!)

Neue „Volkspartei“ (mehr als 35%): der Block ORANGE.

 

1 Kommentar

Zeitenwende

Zahlen sind bisweilen brutaler als Worte. Hier sind die neuesten Umfrage-Werte von Infratest, bezogen auf ganz Deutschland:

 

Umfrage Infratest dimap vom 18. Okt. 2018
(SPD 14% ¬†Gr√ľne 19%)

Den Einzelwert der GR√úNEN (19%) habe ich diesmal
als Teil des ORANGE-Blocks (Gesamtwert Gr√ľne-SPD) visualisiert.

 

Zum Vergleich:

Ergebnis der Bundestagswahl vom 24. Sept. 2017
(SPD 20,5% ¬†Gr√ľne 8,9%)

 

Wenn man realistischerweise 35 Prozentpunkte als Minimalwert f√ľr eine Volkspartei festlegt, dann m√ľssen nun auch die letzten Traumt√§nzer und Sch√∂nredner begreifen:

Auf Bundesebene gibt es keine einzige Volkspartei mehr.

Und:

  • Nikolaus Blome hat Recht: Die GroKo ist ein Grab. In weniger als 13 Monaten haben CDU, SPD und CSU rund ein Viertel ihrer W√§hlerschaft verloren. Die Bezeichnung „Gro√üe Koalition“ ist eine Formulierung aus l√§ngst vergangenen Zeiten.
  • Die SPD, die √§lteste der deutschen Parteien, ist der HSV der Politik. Stand heute: Platz 4 – nach CDU, den Gr√ľnen und der AfD.¬†F√ľr ein B√ľndnis mit den GR√úNEN (Projekt ORANGE) ist es vermutlich zu sp√§t.
  • Die CSU liegt jetzt bundesweit unter 5 Prozent.
  • Die AfD ist inzwischen etabliert, aber das rasante Wachstum hat nachgelassen.
  • Die GR√úNEN sind die Partei der Stunde und der CDU dicht auf den Fersen. Sie sind m√∂glicherweise demn√§chst die Nummer 1 in Deutschland.
  • Der „schwarze Block“, das B√ľndnis CDU/CSU, steht nicht mehr unter Denkmalschutz. Immer lauter wird in der CDU die Frage gestellt: Was bringt uns dieses B√ľndnis heute noch? Tatsache ist, im Wahl-Herbst 2017 erzielte die CDU allein einen besseren Wert (26,7%) als die „vereinigte Union“ bei der gestrigen Infratest-Umfrage (25%).
Kommentare

Auf zu neuen Ufern …

… mit den altbekannten Gesichtern?

 

Es funktioniert nicht. Keine Begeisterung, kein Spirit, keine Aufbruchstimmung

  • in der Fu√üballnationalmannschaft mit L√∂w, M√ľller und Boateng
  • beim FC Bayern mit Hoene√ü, M√ľller, Boateng, Robben und Rib√©ry
  • in der CSU mit Seehofer, S√∂der und Dobrindt
  • in der SPD mit Nahles und Scholz
  • in der CDU mit Merkel und von der Leyen
    (immerhin: Kauder wurde inzwischen abgelöst).

Die aktuell markantesten Gegenbeispiele sind

  • Borussia Dortmund mit Favre, Kehl, Witsel und Alc√°cer
  • die GR√úNEN mit Robert Habeck, Annalena Baerbock und Katharina Schulze.

Politik und Fu√üball wurden und werden stets von Menschen gepr√§gt. Neue W√∂rter bei unver√§ndertem Handeln der „√ľblichen Verd√§chtigen“ durchschaut man irgendwann als Etikettenschwindel. F√ľr einen Neuanfang brauchst du unverbrauchte Frauen und M√§nner (vgl. Artikel „Neue K√∂pfe …“ vom 28.09.2018).¬†Von Antoine de Saint-Exup√©ry stammt der Satz:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

Es reicht eben nicht, immer nur pragmatisch zu sein – du musst in der Lage sein, dich selbst und andere zu begeistern.

Und es reicht nicht, st√§ndig von „Projekten“ zu reden, beispielsweise vom „Projekt Europa“ (vgl. Artikel vom 18.09.2011 –> Denkfehler Nr. 1). Du musst in der Lage sein, in Projekten zu denken, echte Projekte zu machen und zum Erfolg zu f√ľhren. Ich nenne es¬†Projektintelligenz.

Um es mit Gertrude Stein („Rose is a rose is a rose is a rose“) zu sagen:
Ein Projekt ist ein Projekt ist ein Projekt.

Kommentare

Bayernwahl 2018: Sieger S√∂der, Verlierer ORANGE …

… und die Bankrotteure:¬†Merkel, Seehofer und Nahles

 

Ich wei√ü nicht, wie es Ihnen geht, aber jetzt – nach der gestrigen Bayernwahl – sind die ORANGE-Charts, die ich Ihnen seit einiger Zeit pr√§sentiere, f√ľr mich sehr n√ľtzlich.

Sie helfen mir, die Wahlergebnisse n√ľchtern und sachlich-historisch einzuordnen – ungetr√ľbt von Medien-Geschrei und eigenem Wunschdenken.

 

Ergebnis der Bayernwahl vom 14.10.2018

(Gr√ľne 17,5% ¬†SPD 9,7%)

 

Ergebnis der Bayernwahl vom 15.09.2013

(Gr√ľne 8,6% ¬†SPD 20,6%)

 

Fazit:

  • Ja, die CSU hat in Bayern enorm viele W√§hler verloren, aber sie hat die Macht behalten. Der Sieger hei√üt S√∂der – mit Hilfe der Freien W√§hler kann er Landesvater bleiben.
  • Die CSU ist nicht – wie vielfach prognostiziert – bei 33-34% gelandet, sondern bei mehr als 37%. Damit bleibt sie in Bayern Volkspartei – die einzige in Deutschland.
  • Ja, die Gr√ľnen und die AfD haben stark dazu gewonnen, aber es reicht nicht f√ľr einen Machtwechsel.
  • Im Wesentlichen hat es nur lager-interne Verschiebungen gegeben – von der CSU zur AfD und von der SPD zu den GR√úNEN.
  • CSU und AfD haben jetzt in der Summe fast genauso viele Prozentpunkte wie vor f√ľnf Jahren: gut 47%.
  • Trotz des Erfolgs der GR√úNEN hat das rot-gr√ľne Lager (ORANGE) in der Summe an Bedeutung verloren, denn¬†w√§hrend der CSU „nur“ knapp ein Viertel der W√§hlerschaft davongelaufen ist, war es bei der SPD mehr als die H√§lfte.
  • Was Bayern anbelangt, war das angebliche „gro√üe Beben“ nur ein mittelm√§√üiges Rumpeln, ein Weckruf.
  • In Berlin werden in gut 14 Tagen – nach dem Doppelschlag Bayern/Hessen – vermutlich K√∂pfe rollen. Denn gestern gab es nicht nur einen Sieger S√∂der, Gewinner (Gr√ľne, AfD, FDP) und Verlierer (SPD), sondern auch¬†drei Bankrotteure:¬†die GroKo-Fetischisten Merkel, Seehofer und Nahles.

Und jetzt? Erbarmen, die Hesse komme.

Kommentare

ORANGE in Bayern

Bisher habe ich das Projekt ORANGE nur auf der Bundesebene angesiedelt. Aber wie s√§he das aus, wenn es ein strategisches B√ľndnis SPD-Gr√ľne in Bayern g√§be?

Ehrlicherweise m√ľsste man ein solches bayerisches B√ľndnis „Gr√ľne-SPD“ nennen, denn dort sind die GR√úNEN mittlerweile fast doppelt so stark wie die SPD.¬†Hier der neueste Stand gem√§√ü SPON-Umfrage und zum Vergleich die Ergebnisse der Landtagswahl 2013:

 

Ergebnis aktueller SPON-Wahltrend/SPIEGEL ONLINE (

Ergebnis der bayerischen Landtagswahl vom 15.09.2013

 

Man sieht:

  • In der Summe sind die Stimmen f√ľr Gr√ľne und SPD fast konstant geblieben. Allerdings hat es eine enorme Verschiebung der Stimmen zugunsten der j√ľngeren Partei gegeben *).
  • Bei CSU und AfD verh√§lt es sich ganz √§hnlich.

Und nicht vergessen: Das obere Diagramm veranschaulicht lediglich Prognose-Werte, das untere ein endg√ľltiges Wahlergebnis. Schaunmermal …

 

*) Die SPD verliert fast die Hälfte ihrer Wählerschaft (von 20,6% auf 11%), die GRÜNEN verbessern ihren Wert auf mehr als das Doppelte (von 8,6% auf 18,5%).
Kommentare

Kurz vor den Wahlen in Bayern und Hessen: Update / Projekt ORANGE

Ich wei√ü, eine strategische Partnerschaft SPD-Gr√ľne (Projekt ORANGE) auf Bundesebene gibt es (noch) nicht. Trotzdem stehe ich zu dieser Idee, die ich nach der Bundestagswahl vor etwa einem Jahr ins Spiel gebracht habe.

F√ľr mich ist sie nicht so utopisch, wie viele denken, sondern eine Option f√ľr die Nach-Merkel-Zeit. F√ľr utopisch halte ich eher das¬†Wagenknecht-Projekt „Aufstehen“, von dem schon nach wenigen Monaten kaum noch jemand spricht.

Aber ein Ende des CDU/CSU-B√ľndnisses k√∂nnte schon bald Realit√§t sein – je nach Ausgang der n√§chsten Landtagswahlen. Deshalb habe ich meine ORANGE-S√§ulendiagramme noch einmal aktualisiert. Hier sind sie – das neueste zuerst, das √§lteste (Bundestagswahl 2017) zuletzt:

 

Ergebnis aktueller SPON-Wahltrend/SPIEGEL ONLINE (

 

Ergebnis SPON-Wahltrend/SPIEGEL ONLINE (21.11.2017, 18:01)
(vgl. lap-land-Artikel vom 21. Nov. 2017)

 

 Ergebnis der Bundestagswahl vom 24.09.2017
(vgl. lap-land-Artikel vom 20. Nov. 2017)

Anmerkung: Die Werte f√ľr CDU und CSU in den oberen beiden Charts wurden ermittelt, indem der jeweilige Gesamtwert CDU/CSU entsprechend dem Verh√§ltnis bei der Bundestagswahl 2017 aufgeteilt wurde.

 

Fazit:

  • Die AfD legt auf Bundesebene innerhalb eines Jahres um ein Drittel zu (das hat sich inzwischen herumgesprochen).
  • Was sich in den Medien bisher weniger herumgesprochen hat: Die Union (CDU plus CSU) hat ca. ein F√ľnftel der W√§hlerschaft eingeb√ľ√üt.
  • SPD-Gr√ľne haben etwa ein Zehntel mehr Anh√§nger, allerdings hat sich hierbei das Gewicht deutlich zugunsten der GR√úNEN verschoben.

K√§me also – nach dem Ende der jetzigen GroKo – ein B√ľndnis SPD-Gr√ľne auf Bundesebene zustande, w√ľrde es nach Neuwahlen wohl mit Abstand die meisten Abgeordneten stellen. Und mit B√ľndnis meine ich ganz einfach, die Chefs von SPD und Gr√ľnen erkl√§ren vor laufenden Kameras:

Wir lassen uns bei Koalitionsverhandlungen nicht auseinander dividieren. Gr√ľne und SPD werden entweder gemeinsam regieren oder gemeinsam in die Opposition gehen.

Jetzt sind die anderen gefragt in Sachen Verantwortung f√ľr Deutschland. Wir laden FDP, CDU und Linke zu Gespr√§chen ein. Mit der CSU oder der AfD werden wir nicht koalieren.¬†

In diesem Fall wäre eine Kanzlerin oder ein Kanzler aus den Reihen der SPD oder auch der GRÜNEN keine Utopie mehr. Die Alternative: Bundeskanzler Jens Spahn.

Kommentare

KUNSTFLOW 2018 – Snapshot

 

 

Ein wenig Bammel hatte ich schon vor meinem Auftritt gestern Abend.¬†Dr. Leon R. Tsvasman,¬†der Erfinder und Regisseur des Projekts KUNSTFLOW, hatte mich k√ľrzlich √ľberredet, bei seiner Veranstaltung im Rahmen des Bonn Festivals 2018 mitzumachen. Eigentlich wollte ich nur als Zuschauer dabeisein …

Schon die Location hat’s in sich. Der Innovation Point in Bonn, Kaiserstra√üe 1b, ist eine Mischung aus Waschsalon,¬†Bar, Caf√© und Kunst. Ich sitze also dort um 19:30 Uhr an der Bar. Klaus, der Barkeeper und nebenbei Waschsalon-Boss, serviert mir einen¬†Cappuccino. Ich betrachte die Lichtinstallation im Eingangsbereich und hinter mir die lautlos an die Wand projizierten Videos von bisherigen KUNSTFLOW-Events. Meine Gitarre habe ich irgendwo zwischengelagert, ebenso mein Survival Pack – Texte, Notizen samt schwarzer Schneeschaufel, sprich Notenst√§nder (siehe Foto), die ich mir von einem befreundeten Bandleader und Musikproduzenten ausgeliehen habe.

Ich denke an nichts B√∂ses. Aber mit der Zeit w√§chst meine innere Unruhe. Die Acts werden immer professioneller und besser – junge Frauen und M√§nner aus Italien, Indonesien und wei√ü der Kuckuck … erstklassige Stimmen, originelle Texte, ein Geschichtenerz√§hler, ein Blues-Veteran am Piano, ein Physiker/Poet. Wann bin ich endlich an der Reihe? H√§tte ich’s blo√ü schon hinter mir.

Ich sp√ľre den Druck – wie die Spieler des FC Bayern an diesem Abend, nachdem der BVB mit einem furiosen Sieg am Nachmittag vorgelegt hat. Und die Bayern haben die Hucke voll gekriegt, 0:3.

Leon, der¬†Ma√ģ¬≠t¬≠re de Plai¬≠sir,¬†ist kein Moderator oder Manager. Er geht nie ans Mikrofon. Er ist √ľberall und nirgendwo, ein (fast) unsichtbarer Marionettenspieler. Und – so hat er’s mir eingesch√§rft – ich soll immer zu ihm schauen, irgendwann wird er mir das Zeichen f√ľr meinen Einsatz geben. Irgendwann … KunstFLOW … alles flie√üt.

Nat√ľrlich h√§tte ich das Startzeichen f√ľr mich fast nicht mitbekommen. Zum Gl√ľck st√∂√üt einer der G√§ste mich an, da – Leon, ich glaube, der meint Dich. Am Ende habe ich mich ganz wacker geschlagen, glaube ich, nicht zuletzt dank kameradschaftlicher Hilfe des indonesischen Singer-Songwriters beim Aufbau des Equipments. Auftrag ausgef√ľhrt – Crossover von Shakespeare √ľber Montaigne bis zu schwebenden Faltern, inklusive Crashkurs in Chaostheorie und Projektphilosophie.¬†Es war mir eine Ehre, und es hat m√§chtig Spa√ü gemacht.

Demnächst mehr von Leon und seinem Bonner KUNSTFLOW-Projekt.

—————————————————————————————————–

Das Foto hat mein Freund Heinrich Derksen mit seinem Smartphone geschossen.
2 Kommentare

Bonn Festival / Samstag, 6. Oktober

Am kommenden Samstag findet das 2. Bonn Festival statt.

 

 

Mit einem Ticket kommt man in 13 Locations der Stadt. Also:

10 Stunden –¬†13 Locations –¬†1¬† Preis !
Konzerte// Lesungen // PoetrySlam // Kurzfilm // Comedy // Party

 

Eines der 13 Projekte:

 

KUNSTFLOW FUSION & FLOW-IN

Beginn: 19:30 Uhr FLOW-IN // 20 Uhr KUNSTFLOW MIT HIGHLIGHTS
im Waschsalon Innovationpoint, Kaiserstrasse 1b, 53111 Bonn
(2 Min vom Bhf/Busbahnhof Bonn)
–> Tickets

  • Lichtinstallation / Singer-Songwriters / performed Poetry / Story Telling
  • live gesteuert von Dr. Leon R. Tsvasman,¬†dem Urheber des Projekts
  • Weitere Informationen gibt es auf Facebook, u. a. zu einem
    √úberraschungs-Act:

Die radikal nicht-lineare Performance von
ūüė鬆Bernd „Burnie‚ÄĚ Scheurer
Projektphilosoph, Chaos-Experte und Blogger (lap-land.de)
Crossover von Shakespeare √ľber Montaigne bis zu schwebenden Faltern

Ich vermute, es wird ein spannender Abend.

Kommentare

Neue K√∂pfe, neue Ideen, neue B√ľndnisse

Reden wir einmal nicht von den politischen Ereignissen der letzten Wochen. Reden wir von der Zukunft.

 

 

 

 

 

Diese vier K√∂pfe – Ralph Brinkhaus (CDU), Annalena Baerbock und Robert Habeck (beide DIE GR√úNEN) sowie Franziska Giffey (SPD) – stehen f√ľr frischen Wind und neue M√∂glichkeiten.

Allerdings, das was DIE GR√úNEN und die FDP schon geschafft haben, n√§mlich eine personelle Erneuerung der Parteispitze, m√ľssen andere Parteien erst noch leisten. Frau Giffey und Herr Brinkhaus sind also zun√§chst nur Hoffnungstr√§ger ihrer jeweiligen Partei.

Auf die Dauer reicht es nicht, nur von „Erneuerung“ zu reden und im √ľbrigen alles beim Alten zu lassen – siehe Merkel, Seehofer, Nahles etc..

Und was viele vergessen: Immer nur zu jammern √ľber die gro√üe Zahl der im Bundestag vertretenen Parteien, hilft niemandem weiter. Denn durch diese Vielfalt gibt es auch wesentlich mehr Optionen f√ľr B√ľndnisse, d. h. Fraktionsgemeinschaften und Koalitionen.

Bei 7 Bundestags-Parteien gibt es theoretisch 21 (!) m√∂gliche Zweierb√ľndnisse, von den Dreier- oder Viererb√ľndnissen ganz zu schweigen.

Selbst wenn man ein B√ľndnis mit einer bestimmten Partei – z. B. der AfD oder der Linken – ausschlie√üt, bleiben jeder Partei jede Menge Optionen.

Aber das Einzige, was wir in dieser √∂den GroKo-Zeit pr√§sentiert bekommen, ist Schnee von vorgestern: die Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU und das regierende Dreierb√ľndnis CDU-CSU-SPD.

Was in den K√∂pfen vieler Spitzenpolitiker fehlt, sind Phantasie und die Bereitschaft, sich von alten Denkmustern zu befreien. Und damit sind wir wieder beim Thema „neue K√∂pfe“.

P. S.: K√ľrzlich habe ich in einem offenen Brief an Kevin K√ľhnert (SPD) ein Zweierb√ľndnis SPD-Gr√ľne (Projekt ORANGE) ins Spiel gebracht, als Basis f√ľr eine neue Regierung „Kenia minus CSU‚ÄĚ. Vom B√ľro Kevin K√ľhnert habe ich seitdem nichts geh√∂rt. Vom B√ľro Annalena Baerbock erhielt ich inzwischen eine freundliche Mail zu diesem Thema. Mir scheint, die neuen Vorsitzenden der Gr√ľnen sind deutlich kreativer und flexibler im strategischen Denken als viele Spitzenpolitiker anderer Parteien.

 

Fotos:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ralph_Brinkhaus_2011.jpg?uselang=de
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Annalena_Baerbock_(cropped).jpg?uselang=de
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Robert_Habeck_20090917-DSCF1973.jpg?uselang=de
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pressefoto_von_Franziska_Giffey_(cropped).jpg?uselang=de
Kommentare

Nahles muss weg.

Ich will’s kurz machen. Noch vor wenigen Tagen hat Andrea Nahles¬†beim Wahlkampfauftakt der hessischen SPD in Offenbach √∂ffentlich betont: ‚ÄěHerr Maa√üen muss gehen und ich sage Euch, er wird gehen.‚Äú¬†Nun stimmt sie der Bef√∂rderung des Verfassungsschutzchefs zum Staatssekret√§r zu und will dies der W√§hlerschaft und der SPD-Parteibasis¬†als Erfolg verkaufen.

Das Problem lautet seit heute nicht mehr Seehofer, sondern Nahles.

Schon durch den von ihr betriebenen Wiedereintritt in die GroKo-Atmosph√§re hat Frau Nahles die Verzwergung der SPD dramatisch beschleunigt. Und nun reitet sie durch ihr dilettantisches und w√ľrdeloses Verhalten in der Causa Maa√üen die Partei, die sie eigentlich f√ľhren soll, unbeirrbar und stur weiter in die Sch… . Deshalb

beantrage ich als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands die sofortige

Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens gegen Andrea Nahles.

Begr√ľndung: Parteisch√§digendes Verhalten und Wortbruch gegen√ľber 440.000 Mitgliedern der SPD in der Sache Seehofer/Maa√üen.

Ich habe soeben J√∂rn Kampmann, den Vorsitzenden meines SPD-Ortsvereins, √ľber meinen Antrag informiert und ihn gebeten, kurzfristig eine Vollversammlung unseres Ortsvereins einzuberufen, zwecks Abstimmung √ľber diesen Antrag.

Kommentare

Offener Brief an Juso-Chef Kevin K√ľhnert: Raus aus der GroKo und Start einer Fraktionsgemeinschaft SPD-Gr√ľne – jetzt.

Lieber Kevin,

nach langer Zeit gibt es endlich wieder einen Anlass, stolz auf die SPD zu sein. Und genau darum geht es: Selbstachtung und (!) Machtoption.

In der gestrigen Bundestagsdebatte haben¬†Johannes Kahrs und Martin Schulz endlich Flagge gezeigt – gegen die Ewiggestrigen und Antidemokraten in unserem Land. Am selben Tag hast Du von der SPD-F√ľhrung verlangt, die Koalition mit CDU/CSU aufzuk√ľndigen, falls der immer noch amtierende Verfassungsschutzchef nicht entlassen wird. Du hast dies als eine „Frage der Selbstachtung“ bezeichnet.

Deine Forderung nach Beendigung der GroKo ist goldrichtig und zum jetzigen Zeitpunkt absolut begr√ľndbar. Aber ich f√ľrchte, diese Forderung wird nicht reichen. Was die W√§hlerinnen und W√§hler brauchen, ist ein echter Neuanfang, eine Perspektive f√ľr die Zukunft. Mein Vorschlag:

Strategische Partnerschaft SPD-Gr√ľne,
erster Schritt: Bildung einer Fraktionsgemeinschaft im Bund,
Ziel: Diese neue Fraktion wird die stärkste im Bundestag
und stellt den Kanzler bzw. die Kanzlerin.

Vor fast einem Jahr habe ich dieses Projekt ORANGE in einem Blog-Artikel beschrieben, ausgehend vom Ergebnis der letzten Bundestagswahl:

 

 

Alles Weitere findest Du in meinem Artikel vom 20.11.2017.

 

Herzliche Gr√ľ√üe und viel Erfolg!

Bernhard M. Scheurer

 

1 Kommentar

Nach Auschwitz und nach Chemnitz: mehr Geschichtsunterricht

Gestern Abend feierte der WDR das 30j√§hrige Jubil√§um der Kabarett-Sendung Mitternachtsspitzen¬†(–> WDR-Video).¬†Bei ihrem Auftritt (1:00:22) erinnerte¬†Carolin Kebekus¬†¬†an ein anderes Jubil√§um: Seit 100 Jahren gibt es in Deutschland das Frauenwahlrecht. Und sie machte auf ihre kompromisslos-derbe Art deutlich: Der Kampf der Frauen f√ľr Selbstbestimmung und Gleichberechtigung ist noch lange nicht zu Ende.

Als Beispiel brachte sie den Streit um den Paragraphen 219a, wonach es √Ąrztinnen und √Ąrzten immer noch untersagt ist, auf ihrer Website √ľber Schwangerschaftsabbruch zu informieren. Kebekus griff in diesem Zusammenhang¬†Jens Spahn und den Papst frontal an und stellte die Frage:

Wieso soll ich mir als Frau von einem homosexuellen Gesundheitsminister oder von einem zölibatär lebenden Papst Ratschläge zur Schwangerschaft geben lassen?

Das ist so, als ob ein blinder Veganer mir erklärt,
wie mein Mettbrötchen auszusehen hat.

Ich frage mich, wie viele Jugendliche sich gestern diese Sendung angeschaut haben. Und ich frage mich, wie viele Sch√ľlerinnen und Sch√ľler an weiterf√ľhrenden Schulen in unserem Land dar√ľber informiert werden,

  • dass kurze Zeit nach Einf√ľhrung des Frauenwahlrechts, n√§mlich von 1933 bis 1945, alle Freiheitsrechte und demokratischen Strukturen in Deutschland systematisch von einem totalit√§ren Regime zerschlagen wurden
  • dass dieses Regime vielen Millionen Menschen in Europa und der ganzen Welt Tod, Folter, Krieg und Zerst√∂rung ¬†gebracht hat
  • wie es heute noch in Saudi-Arabien, Iran oder der T√ľrkei mit den Rechten der M√§dchen und Frauen aussieht
  • dass Demokratie und Freiheit t√§glich erk√§mpft beziehungsweise verteidigt werden m√ľssen – sei es in Saudi-Arabien, Deutschland oder den USA.

Die NRW-Regierung hat k√ľrzlich bekannt gegeben, dass es in Zukunft wesentlich mehr Unterrichtsstunden in den Schulen geben soll – in Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch. Ich finde das prima. Aber wie sieht es aus mit Geschichte und Politik? Was lernen unsere Kinder aus der Katastrophe von Auschwitz vor mehr als siebzig Jahren und aus den erschreckenden Vorf√§llen in Chemnitz vor einer Woche?

Wie sollen Menschen aus der Geschichte lernen, wenn sie in der Schule zu wenig oder zu schlechten Geschichtsunterricht erleben? So wie ich vor etlichen Jahren als Sch√ľler eines K√∂lner Gymnasiums, wo wir jahrelang einen Deutschnationalen und ehemaligen Major der deutschen Wehrmacht als Geschichtslehrer ertragen mussten, der viele, viele Stunden √ľber die alten Germanen oder Kaiser Barbarossa referierte, aber nie, nie, nie √ľber die Gr√§ueltaten der Nazis.

Kommentare

Querdenker, Quereinsteiger, Querulanten

Wieder einmal herrscht Lehrermangel, also werden an den Schulen verst√§rkt „Quereinsteiger‚ÄĚ eingesetzt – Lehrkr√§fte, die nicht den √ľblichen Weg gegangen sind: Schule, Abi, Studium, Referendariat, Schule. Es sind¬†besondere Lehrerinnen und Lehrer – Menschen, die Erfahrungen aus dem au√üerschulischen Berufsleben mit ins Klassenzimmer bringen, wenn sie dort anfangen, Jugendliche auf die Arbeit in einem Betrieb vorzubereiten.

Aber die Sache wird von manchen auf den Kopf gestellt. F√ľr sie sind Quereinsteiger¬†Sonderlinge¬†– Leute, die in einer Schule fehl am Platz sind. Das hei√üt, eine Quereinsteigerin ger√§t schnell in die Schublade „Querdenkerin, Querulantin‚ÄĚ.

K√ľrzlich gab es in der FAZ ein l√§ngst f√§lliges „Lob des quer einsteigenden Lehrers‚ÄĚ. Darin hei√üt es:

Quereinsteiger haben Lebenserfahrung. Die bereitet sie in mancher Hinsicht besser als ein noch so gr√ľndliches Studium auf die Wirklichkeit an solchen Schulen vor. Wo Eltern Analphabeten sind. Oder ihre Kinder schlagen. Der Vater der Lehrerin nicht die Hand geben will.

Und weiter:

… statt die Novizen nur als Zumutung zu sehen, sollte man sie als Chance begreifen: Quereinsteiger haben einen ganz anderen Blick als Lehrer, die nie woanders waren. Sie bringen frischen Wind. Einen guten Lehrer vergisst man nie. Weil er einen f√ľrs Leben pr√§gt.

Wenn jedoch gleich zu Beginn des Artikels Franz Beckenbauer und Vitali Klitschko als Beispiele f√ľr einen erfolgreichen Quereinstieg erw√§hnt werden, ist das aus meiner Sicht nicht besonders hilfreich¬†.

Mir f√§llt ein wesentlich besserer exemplarischer Fall ein. Vor kurzem habe ich vom Tod meines Freundes Georg Schaletzki berichtet. Er ist den K√∂nigsweg gegangen. Nach Abschluss einer Ausbildung zum Elektroinstallateur hat er eine Fachoberschule in K√∂ln-Deutz besucht, mit circa drei√üig Jahren noch ein Studium absolviert und ist dann als Lehrer zu seiner alten K√∂lner Schule zur√ľckgekehrt, wo er sp√§ter zur erweiterten Schulleitung geh√∂rte. Georg, das wird in dem von mir erw√§hnten YouTube-Video deutlich, war ein besonderer Mensch und zweifellos ein besonders guter Lehrer.

Fotos:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:14-01-10-tbh-241-franz-beckenbauer.jpg?uselang=de
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Verleihung_Konrad-Adenauer-Preis_der_Stadt_Köln_2015_an_Vitali_Klitschko-7607.jpg?uselang=de
Kommentare

Schule ohne Unterricht

Wie weltfremde B√ľrokraten Kinder daran hindern, in Ruhe und mit Erfolg zu lernen

 

Vor einigen Jahren hat einer meiner Freunde als Mathelehrer versucht, an seiner Schule eine „algebrafreie Mathematik“ einzuf√ľhren. Nun, das ist gar nichts im Vergleich zu einer „Schule ohne Unterricht“.

 ***

Michael Rudolph, seit 2005 Hauptschul-Leiter, erkl√§rt mit einem einzigen Satz, wof√ľr man vor tausenden von Jahren die Schule erfunden hat*):

Der Sch√ľler muss etwas lernen k√∂nnen.

Und er wei√ü, dass dies nur m√∂glich ist, wenn man f√ľr entsprechende Rahmenbedingungen sorgt.¬†Bevor er die Leitung der Friedrich-Bergius-Oberschule¬†in Berlin √ľbernahm, hatte der Senat „die Schule so gut wie aufgegeben (…) , die Sch√ľler schw√§nzten, Gewalt war an der Tagesordnung. Rudolph kam als letzter Versuch. Innerhalb von vier Jahren war die Friedrich-Bergius-Oberschule √ľbernachgefragt ‚Äď sie ist es bis heute“.¬†Zwei der Ma√ünahmen des neuen Chefs: „Zusp√§t-Kommer m√ľssen M√ľll sammeln, wer sich mit dem Handy erwischen l√§sst, ist es f√ľr vier Wochen los“.¬†Ergebnis:

√úberdurchschnittlich viele Sch√ľler schaffen den MSA**) (…)
Der Unterricht beginnt p√ľnktlich, die Lernatmosph√§re ist ‚Äěangstfrei‚Äú. Das hat auch die letzte Schulinspektion festgestellt.¬†

Und jetzt kommt die Pointe:

Trotzdem ist die Friedrich-Bergius-Oberschule durchgefallen, sie sei eine ‚ÄěSchule mit erheblichem Entwicklungsbedarf‚Äú. Zu viel Frontalunterricht, zu wenig Gruppenarbeit, m√§kelten die Schulpr√ľfer. Rudolph ist fassungslos: ‚ÄěDie Leistung unserer Sch√ľler hat bei der Bewertung gar keine Rolle gespielt.‚Äú

Ja, warum auch sollte sich ein Schulpr√ľfer daf√ľr interessieren, ob die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler gut lesen, schreiben und rechnen k√∂nnen? Schnee von vorgestern, v√∂llig uncool. Angesagt sind heute ganz andere „Projekte“.

„Mal gibt es verpflichtend jahrgangs√ľbergreifendes Lernen f√ľr alle, dann ist pl√∂tzlich der neueste Trend schreiben nach Geh√∂r‚Äú, sagt Rudolph, ‚Äěklappt es nicht, wird es r√ľckg√§ngig gemacht. Das sind Gro√üversuche an Kindern.‚Äú

Solche kritischen Worte werden mit Sicherheit nicht gern vernommen von denen, die f√ľr die tollen Gro√üversuche verantwortlich sind. Und sie werden nur ein m√ľdes, √ľberlegenes L√§cheln √ľbrig haben f√ľr den verzweifelten Aufruf eines lang gedienten, engagierten Lehrers:

„Es muss in der Schule endlich wieder um guten Unterricht und um Erziehung gehen.“

 

*) Nicole Dolif: Es muss endlich wieder Unterricht geben, BILD, 26.08.2018
**) Mittlerer Schulabschluss
Kommentare

Freundschaft

Zum Tod von Georg Schaletzki

 

Einer meiner besten Freunde ist gestorben. Als ich am heutigen Morgen die Nachricht von seinem Tod erhielt, war ich fassungslos.

Gerade in letzter Zeit habe ich mich viel mit dem Thema Tod und Verg√§nglichkeit besch√§ftigt. Aber √ľber das Sterben nachzudenken und zu schreiben, das ist eine¬†Sache. Mit dem Tod eines Menschen fertig zu werden, der einem unsagbar vertraut war, mit dem man √ľber alles sprechen und √ľber vieles herzhaft lachen konnte, das ist eine ganz andere Sache.

Deshalb schreibe ich diesen Artikel. Um deutlich zu machen,¬†Philosophieren ist kein intellektuelles Schattenboxen. Es ist harte Arbeit. F√ľr jeden von uns.

Freundlich und Freundschaft stehen in der Projektphilosophie-Uhr an erster Stelle. Das war von Anfang an so, und es ist trotz einiger Überarbeitungen im Laufe der Jahre so geblieben. Ich trauere um einen unvergleichlichen Freund. Nie mehr werden wir zusammen im Café sitzen und reden, flachsen, lachen. Nie mehr werden wir uns zum Abschied umarmen. Ich will auch gar nicht Abschied nehmen, Georg. Deine lachenden Augen sind immer noch da.

1 Kommentar

Coaching

Mit Coaching ist es wie mit Design. So wie es zahlreiche Designdisziplinen gibt ‚Äď von Automobil- √ľber Mode- bis Webdesign ‚Äď, findet man auch beim Coaching v√∂llig unterschiedliche Methoden und Zielsetzungen.

Beautiful modern coach, isolated on white background

Trotz aller Unterschiede haben die diversen Coaching-Auspr√§gungen nat√ľrlich eine gemeinsame¬†sprachliche Wurzel, n√§mlich¬†„Coach‚ÄĚ, das englische Wort f√ľr Kutsche. Genaueres zur Herkunft des Begriffs „Coaching‚ÄĚ findet man z. B. bei¬†Novalis,¬†einem Anbieter von Beratungs- und Coaching-Ma√ünahmen.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 12.8.2018 gibt es zwei Artikel, in denen es um Coaching im weitesten Sinne geht, und zwar in insgesamt drei verschiedenen Anwendungsbereichen.

 

(1) Private Nachhilfestunden
(Motiv ‚ÄěAngst vor dem sozialen Abstieg
‚ÄĚ)

ABI. WAS NUN?

Das ist der Aufmacher der letzten FAS-Ausgabe. In dem Artikel von Katrin Hummel ist die Rede von

der Sorge der Eltern, dass es ihrem Kind sp√§ter mal schlechter gehen k√∂nnte als ihnen selbst. (…) Um dies zu verhindern, investieren die Deutschen knapp 900 Millionen Euro pro Jahr in private Nachhilfestunden.

 

(2) Studien- und Berufsberatung
(Motiv ‚ÄěOptimierung der Pers√∂nlichkeit
‚ÄĚ)

Schwerpunkt des Artikels ist jedoch die Phase nach dem Abitur:

Jedes Jahr stehen etliche der etwa 300 000 Abiturienten vor der großen Frage, was sie denn nun machen sollen. Hilflos, orientierungslos, planlos.

Katrin Hummel hat der D√ľsseldorfer Studienberaterin Ruth Wallraf eine Weile √ľber die Schulter geschaut. Frau Wallraf, eine ehemalige Investmentbankerin, f√ľhrt mit ihren jungen Klienten Begabungs- und Pers√∂nlichkeitstests durch, auf deren Basis sie ihnen dann Vorschl√§ge bez√ľglich der Wahl des Studien- oder Ausbildungsfachs macht.

 

(3) Mentales Coaching im Profi-Sport
(Motiv ‚Äě√Ąu√üerem Druck standhalten, eigenen Weg finden
‚ÄĚ)

Um ein ganz anderes Umfeld geht es in dem Artikel „Immer volle Pulle‚ÄĚ im Sport-Teil der FAS. Michael Eder setzt sich darin mit dem Fall Jan Ullrich auseinander. Quasi als Gegenentwurf zum dramatischen Absturz des prominenten Radprofis hat er das Leben von Magdalena Neuner gew√§hlt.

Mit 25 Jahren hat sie, ein „Liebling der Nation‚ÄĚ, ihre Karriere beendet. Dazu stellt der Autor ihr in einem Interview die Frage: „Sie haben auf viel Geld und viele Titel verzichtet, was war Ihnen wichtiger als das?‚ÄĚ

Mein Leben mit den Menschen zu leben, die ich liebe: mit meiner Familie, jetzt mit den Kindern, den Freunden.

Als entscheidend f√ľr ihre gesamte Karriere bezeichnet Frau Neuner die Zusammenarbeit mit ihrem Mentalcoach – f√ľr sie im R√ľckblick „wie ein Sechser im Lotto‚ÄĚ.

Manche st√ľrzen sich bei Problemen in Alkohol und Drogen, da ist es sicher die bessere Wahl, sich einen guten Mentalcoach zu suchen (…)

 

Fazit:

Streng genommen handelt es sich nur im letzten der obigen drei F√§lle um Coaching. Im Portal „Coaching-Report‚ÄĚ gibt es eine ausf√ľhrliche und √ľberpr√ľfbare Definition von Coaching. Gleich zu Beginn wird die Bedingung genannt, dass

Coach und Klient gleicherma√üen gefordert sind und auf gleicher ‚ÄěAugenh√∂he‚Äú zusammenarbeiten. Ein Beziehungsgef√§lle ist unerw√ľnscht. Dem Klienten wird keine Verantwortung abgenommen.

Dass diese Bedingung im oben genannten dritten Fall erf√ľllt ist, best√§tigt Magdalena Neuner im Interview eindeutig: Ihr Mentalcoach hat sie in ihrem Entscheidungsprozess begleitet, er war die „Kutsche‚ÄĚ, aber sie selbst hat stets entschieden, wohin die Reise gehen sollte.

Nachhilfestunden (Fall 1) wie auch Studien- und Berufsberatung (Fall 2) sind sicher wertvolle Dienstleistungen. Aber Studiencoaching im engeren Sinne ist etwas anderes.¬†Das, was Kurt-Ulrich Witt und ich seit einiger Zeit unter dem Label „Souver√§n studieren‚ÄĚ anbieten, geht in diese Richtung.

Unser Motto lautet: Studium als Projekt! Den jungen Menschen, die uns als Coach in Anspruch nehmen, stellen wir unsere Studien-, Berufs- und Lebenserfahrung zur Verf√ľgung – wie ein externer Projektcoach. Aber das Studium planen, steuern, meistern – das muss der Coachee selbst in die Hand nehmen.

Foto: Fotolia

Kommentare

Peter Scholze – ein „Anarchist‚ÄĚ

… und neuer Hoffnungstr√§ger erh√§lt die Fields-Medaille.

 

Im Tennis gilt ein Wimbledon-Sieg als Gewinn der inoffiziellen Weltmeisterschaft – denn eine offizielle gibt es nicht.

√Ąhnlich ist es in der Mathematik. Dort wird die Fields-Medaille als inoffizieller Nobelpreis gehandelt, da der Preis im Fach Mathematik nicht verliehen wird.

Peter Scholze ist ein besonderer Mensch. Selbst in der Weltelite der Fields-Medaillen-Gewinner ragt er heraus. In einem heute erschienenen SPIEGEL-Artikel vergleicht sein Doktorvater Michael Rapoport ihn in seiner Genialität mit Mozart.

Im selben Artikel¬†bezeichnet Peter Scholze „sich augenzwinkernd als ‚Anarchist’‚ÄĚ, aber auf¬†einer Website seiner alten Schule, des Heinrich-Hertz-Gymnasiums Berlin, hei√üt es:

Trotzdem war Peter kein in sich gekehrter (…) Sch√ľler ‚Äď sondern stets fr√∂hlich, humorvoll und offen. Seinen Mitsch√ľlern gegen√ľber zeigte er sich auch beim L√∂sen vergleichsweise einfacher Probleme immer hilfsbereit.¬†In unserer Schul-Rock-Band (eher Richtung Heavy Metal), deren Existenz wesentlich auf Peters Initiative zur√ľckging, war Peter der Bassist.

Aus zwei Gr√ľnden sehe ich in Peter Scholze einen Hoffnungstr√§ger des deutschen Bildungssystems:

  • In einer E-Mail an seine alte Schule hebt er die Bedeutung der¬†„Profilschulen in Berlin und der ehemaligen DDR‚ÄĚ hervor und schreibt, er „hoffe,¬†dass auch k√ľnftige Generationen von Sch√ľlern das Gl√ľck haben in einem Netzwerk von mathematisch und naturwissenschaftlich herausragenden Schulen unterrichtet zu werden‚ÄĚ.
    (Das hei√üt, Scholze ist aus Sicht eines durchschnittlichen deutschen Bildungsb√ľrokraten tats√§chlich ein Anarchist ūüėé.)
  • Obwohl er¬†inzwischen „Topangebote aus aller Welt bekommen hat“, wie es im SPIEGEL hei√üt, h√§lt er seiner Hochschule, der Universit√§t Bonn, die Treue.
Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peter_Scholze.jpg
Kommentare

Hunde, wollt ihr ewig leben …

… so lautet der Titel eines deutschen Kriegsfilms aus den F√ľnfzigerjahren. Er geht zur√ľck auf einen Ausruf von Friedrich dem Gro√üen. Der¬†Preu√üenk√∂nig soll bei einer Schlacht fliehenden Soldaten seiner eigenen Truppe zugerufen haben:¬†‚ÄúIhr verfluchten Racker, wollt ihr denn ewig leben?‚ÄĚ Am Ende verloren die Preu√üen.

 

Nicht ganz so hart klingt der Titel einer Neuerscheinung im Verlag Antje Kunstmann. Aber der Text hat’s in sich.

 

Barbara Ehrenreich
Wollen wir ewig leben?
Die Wellness-Epidemie, die Gewissheit des Todes und unsere Illusion von Kontrolle
1. Auflage 2018

 

Die Autorin hat Physik studiert und in Biologie promoviert. Sie war zun√§chst wissenschaftlich t√§tig und verlegte sich dann auf investigativen Journalismus ¬†und das Schreiben von Bestsellern.¬†In ihrem neuen Buch deckt sie die skrupellosen Methoden des „medizinisch-industriellen Komplexes“ auf. Sie berichtet von Werbekampagnen f√ľr √ľberfl√ľssige Operationen und Behandlungsmethoden, die halbwegs gesunde Menschen erst richtig krank machen. Diese Berichte sind verbl√ľffend und ausf√ľhrlich, f√ľr mich bisweilen zu ausf√ľhrlich.

Noch verbl√ľffender f√ľr manch einen sind vermutlich die philosophischen Anmerkungen der Autorin:

  • Sie weigert sich, dem allgemeinen Wahn von der ewigen Jugend zu folgen. Mit circa siebzig Jahren hat sie beschlossen, dass sie jetzt alt genug zum Sterben ist. Die ihr noch verbleibenden Jahre will sie intensiv und mit Freude erleben, statt st√§ndig von einer Arztpraxis zur anderen zu pilgern. Und sie setzt noch einen drauf:
  • Statt uns zu beklagen, dass jeder von uns irgendwann sterben muss, sollten wir die Dinge genau andersherum betrachten. Das Leben eines Menschen ist nur ein Wimpernschlag in der Geschichte des Universums. Vor seiner Geburt gab es die Welt schon seit Milliarden von Jahren. Und √§hnlich wird es nach seinem Tod sein. Das hei√üt, unsere vor√ľbergehende Existenz ist nicht so bedeutend wie wir glauben.

Diese Gedanken erinnern mich an das Bild von der Wolke, mit dem¬†Thich Nhat Hanh¬†in seinem Buch „achtsam sprechen …“ versucht, uns mit unserer Verg√§nglichkeit zu vers√∂hnen: Eine Wolke wird nicht geboren und sie stirbt nicht. Sie entsteht und vergeht – als Teil eines umfassenden Prozesses. Genau so ist es mit jedem von uns.

Cover: Verlag Antje Kunstmann, https://www.kunstmann.de/buch/barbara_ehrenreich-wollen_wir_ewig_leben-9783956142345/t-0/
Kommentare

Studiencoaching – warum?

Der K√∂lner Stadt-Anzeiger widmete sein Wochenend-Magazin vom 12./13. Mai den Themen ‚ÄúRatlos nach dem Abi‚Ä̬†und ‚ÄúStudiencoaching‚ÄĚ.¬†Darin ist zu lesen (w√∂rtliche Zitate in Kursivschrift):

  • Nur knapp ein Drittel unserer Sch√ľlerinnen und Sch√ľler hat (…) nach dem Abitur eine konkrete Vorstellung davon, wie der Weg in den Beruf aussehen soll.
  • Erst hetzen die Sch√ľler zum G8-Abitur, dann stehen sie vor einem Wust an Studienoptionen (Schlagzeile: Im Ausbildungsdschungel).
  • Zur Zeit gibt es in Deutschland rund 19.000 verschiedene Studieng√§ngedoppelt so viele wie noch vor zehn Jahren.
  • Wer aber zu viele Optionen habe, der werde entscheidungsunf√§hig – so der Bildungs- und Jugendforscher Klaus Hurrelmann.
  • ‚ÄúEltern nicht auf der H√∂he der Zeit‚ÄĚ: Hurrelmann beklagt die fehlende Abnabelung und mangelnde Selbst√§ndigkeit der jungen Leute, die sich zu sehr auf die Eltern verlassen. Ebenso bedauert er
  • dass viel zu wenige Abiturienten eine Karriere im Handwerk (…) ins Auge fassen.
  • Die durchschnittliche Quote der Studienabbrecher liegt z. B. an der Uni K√∂ln bei 30 Prozent, in Physik und Informatik bei 50 Prozent. Somit sei das systematische Beraten und Coachen zwar kostenintensiv, aber noch viel teurer sei es, wenn am Ende die Studienwahl nicht stimme.
  • Ein markantes Beispiel: Ein Abiturient hat mehrere Studieng√§nge geschmissen, die ganze Familie litt mit (…) Der junge Mann wird jetzt Schreiner und ist zum ersten Mal √ľberzeugt, am richtigen Platz zu sein.

Fazit:

  • Der Bedarf an Coachings w√§chst rasant.¬†Die Preisspanne ihrer Honorare (gemeint sind private Bildungscoachs) reicht von 100 Euro bis 2000 Euro.
Kommentare