Leise zieht durch mein GemĂŒt …

Buchtipp: „Gedichte fĂŒrs GedĂ€chtnis“ von Ulla Hahn (Hrsg.)

 

Dieses Buch weckt Erinnerungen an die Schulzeit. An die vielen Deutschstunden, in denen Gedichte „durchgenommen“ wurden – Schillers „BĂŒrgschaft“, der „Knabe im Moor“ von Droste-HĂŒlshoff oder Rilkes „Panther“.

Auch wenn das letztgenannte Gedicht mich als Junge schon stark beeindruckt hat, so empfand ich die Lyrik-Schulstunden doch meist als ziemlich öde, wie wohl die meisten meiner Klassenkameraden.

Der Lehrer „nahm durch“, was im Lehrplan stand. Aber er hat uns nie davon erzĂ€hlt, was fĂŒr ein Mensch das war, von dem die betreffenden Verse stammen. In welcher Umgebung dieser Mensch lebte und aus welchem Anlass, in welcher Lebensphase er die Zeilen schrieb.

Genau das tut Ulla Hahn in dem wunderschönen bibliophilen Sammelband

Gedichte fĂŒrs GedĂ€chtnis
Zum Inwendig-Lernen und Auswendig-Sagen
AusgewÀhlt und kommentiert von Ulla Hahn
304 Seiten, DVA, 1. Auflage 1999

Nach jedem Gedicht gibt es einen klein gedruckten Kommentar mit oft bewegenden Berichten ĂŒber Liebe und Leid der Poetin oder des Poeten. Über das Vagabunden-Leben des Adeligen Nikolaus Lenau zum Beispiel, der mehrfach versuchte, sich das Leben zu nehmen und im Wahnsinn endete. Oder ĂŒber den großen Heinrich Heine, der so oft mit Selbstzweifeln kĂ€mpfte und schließlich zum weltweit beliebtesten deutschen Dichter wurde.

Heine hat ĂŒbrigens – auch das erfahren wir von Ulla Hahn – nicht nur die beiden allgemein bekannten, lieblichen Strophen von „Leise zieht durch mein GemĂŒt“ geschrieben. Es gab noch eine dritte, witzig-derbe Strophe, die er selbst spĂ€ter gestrichen hat. Nach den Versen

Wenn du eine Rose schaust,
Sag, ich laß sie grĂŒĂŸen.

folgte ursprĂŒnglich:

Fragt sie, was es Neues gibt,
Sag‘ ihr: gutes Wetter;
Fragt sie, wie es mir ergeht,
Sag‘: ich werde fetter.

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Gelbwesten zurĂŒck im Spiel – Zagadou, Sancho, Götze

Dortmund, 24. Februar 2019
Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen 3:2

Uli Hoeneß hatte gesagt, die Meisterschaft 2018/19 sei nicht so wichtig, er habe schon ĂŒber 50 Titel geholt, da komme es auf einen Titel mehr oder weniger nicht an, ach so, ich dachte, Fußball ist ein Mannschaftssport, und die Deutsche Fußballmeisterschaft 2019 holt nicht der alte Uli Hoeneß, sondern ein Team von jungen Leuten wie Kimmich, Alaba usw., Felix Magath hatte gesagt, die Spieler von Borussia Dortmund seien noch nicht reif fĂŒr die Meisterschaft, die alten weißen MĂ€nner hĂ€tten das alles nicht sagen sollen, ihre weisen weißen Worte waren ein erstklassiges Aphrodisiakum fĂŒr Sancho und die anderen großenteils nicht weißen und und durch die Bank sehr jungen MĂ€nner, Sancho hat mit seinem sehr reifen Volleyschuss zum 2:1 den BVB zurĂŒck ins Spiel um die Deutsche Meisterschaft gebracht, that’s the way it is, Uli, that’s practical philosophy, Felix, hassescheißeamschuh dann hassescheißeamschuh, un hassediepilledrin issipilledrin, hassuproblemalter?, wir leben noch, wir sind nicht alt und unsterblich wie Hoeneß und Magath, aber wir sind jetzt auf’m Platz, wir machen jetzt die Dinger rein, gelbe Wand, gelbe Trikots, starke Wechselwirkung, die ewigen Gesetze der Fußballpudelskernphysik, das Sancho-Ding war fĂŒr die Ewigkeit, frag‘ Woody Allen, der weiß Bescheid, die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende.

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Arrogant, dumm oder beides?

Diesmal fange ich mit dem Fazit an.

  • Manche Menschen sind arrogant, andere sind dumm.
  • Einige sind beides.
  • Es gibt Leute, die wirken auf andere arrogant, sind es aber nicht.
    Sie sind nur weltfremd. Intelligent, aber lebensdumm.
  • Das beste Mitte gegen Arroganz ist praktische Arbeit – schrauben, bohren, Fliesen legen.

Der Fliesenleger Michael Schmiedl machte kĂŒrzlich Furore in den Medien. Auf seiner Website ist zu lesen: Wir arbeiten nicht fĂŒr Ingenieure, Doktoranden, Professoren der Firmen Audi und Siemens.

In einem Interview sagt Schmiedl: „Ich bekomme viele Dankesschreiben, vor allem von Audi-Mitarbeitern. Fast alle sagen: ‚Endlich sagt es mal einer.‘ Darunter sind auch ein paar Ingenieure. Die sind froh, dass diese Arroganz und dieses Verhalten von oben herab mal angesprochen wird.“ (–> SPIEGEL, 12.01.2019)

Wenige Tage spĂ€ter interviewte der SPIEGEL hierzu den Sozialwissenschaftler Fritz Böhle. Dessen Kommentar (–> SPIEGEL, 16.01.2019):

Der Fliesenleger hat Recht. Aber das Problem ist keine persönliche Arroganz der Ingenieure, sondern dahinter liegt vielmehr ein Problem der akademischen Ausbildung (…) Der Ingenieur in einem Großunternehmen lebt in einer völlig anderen Welt (…), denn es gibt (…) immer mehr Leute, die direkt von der UniversitĂ€t in die Betriebe kommen. (…)
Wir haben nun mal in unserer Gesellschaft diese Hierarchie: da unten der Fliesenleger, der hat „nur“ eine berufliche Bildung, und da oben der akademisch Ausgebildete. Das ist falsch. (…) Beide Berufsgruppen mĂŒssen sich gegenseitig wertschĂ€tzen und auf Augenhöhe miteinander sprechen. Ein Studium ist super, aber es sagt einem nicht alles ĂŒber die Welt.

Das ist es: Weltfremdheit, Mangel an Lebensklugheit. Und das Fatale ist, junge Menschen werden heute von Bildungspolitikern, Eltern, Lehrern und „Beratern“ systematisch daran gehindert, zu einer guten Balance von Kopf, Herz und Hand zu gelangen – im Sinne des Schweizer PĂ€dagogen Pestalozzi.

Seit der Antike zÀhlen die Philosophen praktische Vernunft (phronesis) zu den wichtigsten Tugenden. Bei Wikipedia wird hierzu Aristoteles zitiert, der den Zusammenhang von Klugheit und Erfahrung erkannte:

Da die phrĂłnēsis auf das Einzelne gehe, bedĂŒrfe sie der Erfahrung. Erfahrung benötige Zeit. Deshalb könnten junge Menschen mangels Erfahrung nicht klug sein.

Aristoteles wĂŒrde heute vermutlich den Satz hinzufĂŒgen: Speziell in Deutschland gibt es viele Menschen, die auch mit vierzig Jahren kaum praktische Erfahrung haben und somit nicht wirklich klug sein können.

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In eigener Sache: Neue Website “Projekt- und Studiencoaching”

Wer seine Memoiren schreibt, lebt noch ein bisschen 😎.

2018 war fĂŒr mich ein bisweilen hartes und bewegendes Jahr.
Im November durfte ich meinen 70. Geburtstag feiern.
Ich habe ein wenig nachgedacht, aufgeschrieben, sortiert, justiert.

Ab sofort will ich – mehr noch als bisher – das tun, was mir Freude macht und womit ich anderen Freude und Nutzen bringen kann.

Oder, in der Sprache des Rhythm & Blues: im Groove sein.

Hier ist das vorlÀufige amtliche Endergebnis meiner Exerzitien: www.bmscheurer.de.

Allen, die mich dabei unterstĂŒtzt haben, bin ich sehr dankbar.
Auf der neuen Seite gibt es tatsÀchlich zu Beginn einige Lebenserinnerungen.
Aber Gegenwart und Zukunft haben den Vorrang.

Einer der Schwerpunkte ist das Thema Studiencoaching.

 

Motto: Studium als Projekt

Die Idee: KlĂ€ren, ob Studieren direkt nach dem Abitur ĂŒberhaupt sinnvoll ist.
Und dann das Studium planen und steuern wie ein professionelles Projekt.

 

Ich freue mich auf neue, spannende Kooperationen und Aufgaben.

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In eigener Sache: Mit der Kommentarfunktion …

… hat es in letzter Zeit offensichtlich einige Probleme gegeben. Vor allem gab es nicht nachvollziehbare Fehlermeldungen.

Ich bitte hierfĂŒr um Nachsicht. Aber ich denke, spĂ€testens seit den jĂŒngsten Hacker-Angriffen ist jedem klar, das Thema Datensicherheit muss sehr ernst genommen werden.

Wer selbst Blogger ist, weiß auch, dass die tĂ€glichen BelĂ€stigungen durch Spam-Kommentare einem das Bloggen ganz gehörig vermiesen können. Es ist also ein permanenter Prozess, technische Lösungen zu finden, durch die einerseits fĂŒr Sicherheit gesorgt wird, andererseits das Kommentieren nicht zu mĂŒhsam wird. Ab sofort wird fĂŒr lap-land verstĂ€rkt daran gearbeitet!

FĂŒr die Übergangszeit schlage ich vor, lap-land-Kommentare einfach per Mail zu versenden, und zwar an unsere ĂŒbliche Kontakt-Adresse:

contact@bmscheurer.de

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Tough, straight, sexy

Wie eine junge Schweizerin das deutsche Bildungssystem zerlegt. Gnadenlos.

 

Schaut Euch das Video auf SPIEGEL Online / Bento an, Leute!

Kein Kommentar.

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Vornehm geht die akademisierte Welt zugrunde

Das Problem:

Die Straßen sind gepflastert mit Akademikern, aber du findest keinen, der dir deine kaputte Heizung repariert.

 

Die Verursacher:

Zum einen Eltern, Lehrer und Berufsberater (!) der Agentur fĂŒr Arbeit, die zu den jungen Leuten sagen: „Was, du willst ins Handwerk? Du könntest doch etwas Besseres machen!“
(So wird Christoph Theelen vom Zentralverband SanitĂ€r Heizung Klima im FAZ-Artikel „Azubi fĂŒr eine Woche“ vom 15./16.12. zitiert.)

Zum anderen die Lobby des akademisch-administrativen Komplexes (AAK). Sie ist inzwischen Ă€hnlich erfolgreich bei der Durchsetzung ihrer Interessen wie die Vertreter der beiden Ă€lteren Schwestern: der militĂ€risch-industrielle Komplex (MIK) und der medizinisch-industrielle Komplex (–> Barbara Ehrenreich: „Wollen wir ewig leben?”)

 

Die GrĂŒnde:

Die Eltern der Gymnasiasten und RealschĂŒler, erst recht die Lehrerinnen und Lehrer an diesen Schulen haben oft nur schwammige und klischeehafte Vorstellungen von Aus- und Weiterbildung im Bereich IHK oder Handwerk. Der durchschnittliche Studienrat hat nie in einer Werkstatt, einem Restaurant oder einem Zahnlabor gearbeitet – das alles kennt er nur als Kunde, der bedient werden will.

Die meisten SchĂŒlerinnen und SchĂŒler folgen aus Bequemlichkeit dem Rat von Eltern und Lehrern und reißen sich nicht darum, schon mit 16 oder 18 Jahren in einem Betrieb zu arbeiten.

FĂŒr den oben erwĂ€hnten AAK – also fĂŒr Schulen, Hochschulen, Bildungsministerien und deren untergeordnete Behörden – geht es schlicht um: mehr Planstellen, mehr Geld, mehr Einfluss.

 

Die Folgen:

Die AAK-Lobby sorgt seit Jahrzehnten dafĂŒr, dass durch entsprechende Gesetze und bildungspolitische Maßnahmen unsere Kinder und Jugendlichen immer lĂ€nger die Schul- und Hörsaal-BĂ€nke drĂŒcken.

Inzwischen gibt es bei uns fast 50.000 Professorinnen und Professoren an mehr als 400 Hochschulen mit insgesamt 18.000 (!) StudiengÀngen.

FrĂŒher wurde in Deutschland Jura, Maschinenbau oder Germanistik studiert, heute kann man einen Bachelor-, Master- und in manchen FĂ€llen einen Doktorgrad erwerben in: Kosmetologie (bitte nicht verwechseln mit Kosmologie), Sportmanagement, Coffee Management, Leadership in the Creative Industries, Game Design etc. etc.

Auf der anderen Seite nehmen die Nachwuchs-Sorgen im Bereich Handwerk/IHK und der FachkrĂ€ftemangel in unserem Land in bedrohlichem Maße zu. Viele plĂ€dieren inzwischen dafĂŒr, diese Probleme durch verstĂ€rkte EinbĂŒrgerung auslĂ€ndischer Fachleute zu lösen. Das heißt, statt die Ursachen der Probleme zu bekĂ€mpfen, kapituliert man vor dem Akademisierungswahn, den man als so gottgegeben hinnimmt wie einen Tsunami.

 

Ein kleiner Hoffnungsstrahl:

In Berlin gibt es seit kurzem das Unternehmen „One Week Experience“, welches Handwerksbetrieben dabei hilft, ihre Azubi-Stellen zu besetzen. Im Gegensatz zu den ĂŒblichen SchĂŒler-Pflichtpraktika geht man hier gezielt, individuell und flexibel vor. Details zu diesem völlig neuen Lösungsansatz findet man im oben genannten FAZ-Artikel.

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Herzliche Einladung

KUNSTFLOW in Bonn – am Nikolaus-Abend!

 

  • Wann? –> 6. Dezember 2019, 20 Uhr
  • Wo? –> Innovation Point in Bonn, Kaiserstraße 1b
    (Ihr wisst schon: eine Mischung aus Waschsalon, Bar, Café und Kunst
    –> mein Artikel vom 7.Oktober)
  • Was? –> Kunst (Songs zur Gitarre, Lyrik, Storytelling …) und jede Menge Flow
  • Mehr Infos? –> Kunstflow auf Facebook

Ich werde da sein, Ihr hoffentlich auch😎. Vergesst nicht Eure NWZ (Nikolaus-Weihnachtsmann-ZipfelmĂŒtze). Ich bringe meine Gitarre mit … ein wenig Satire und rheinische Philosophie („Jumpin‘ Jack Flash“ op Kölsch).

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Zeitenwende – Update Nov. 2018

Umfrage Emnid vom 10. Nov. 2018
(SPD 15%  GrĂŒne 22%)

 

GegenĂŒber den Infratest-Werten vom 18. Oktober (–> Artikel „Zeitenwende”) gibt es einige interessante VerĂ€nderungen:

  • Leichte Verluste bei AfD und FDP
  • CDU und CSU unverĂ€ndert (trotz der KandidatenkĂŒr AKK/Merz/Spahn fĂŒr den CDU-Parteivorsitz),
    und jetzt kommt’s:

 

Neue Nummer eins: die GRÜNEN (fast 2% mehr als CDU!)

Neue „Volkspartei“ (mehr als 35%): der Block ORANGE.

 

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Zeitenwende

Zahlen sind bisweilen brutaler als Worte. Hier sind die neuesten Umfrage-Werte von Infratest, bezogen auf ganz Deutschland:

 

Umfrage Infratest dimap vom 18. Okt. 2018
(SPD 14%  GrĂŒne 19%)

Den Einzelwert der GRÜNEN (19%) habe ich diesmal
als Teil des ORANGE-Blocks (Gesamtwert GrĂŒne-SPD) visualisiert.

 

Zum Vergleich:

Ergebnis der Bundestagswahl vom 24. Sept. 2017
(SPD 20,5%  GrĂŒne 8,9%)

 

Wenn man realistischerweise 35 Prozentpunkte als Minimalwert fĂŒr eine Volkspartei festlegt, dann mĂŒssen nun auch die letzten TraumtĂ€nzer und Schönredner begreifen:

Auf Bundesebene gibt es keine einzige Volkspartei mehr.

Und:

  • Nikolaus Blome hat Recht: Die GroKo ist ein Grab. In weniger als 13 Monaten haben CDU, SPD und CSU rund ein Viertel ihrer WĂ€hlerschaft verloren. Die Bezeichnung „Große Koalition“ ist eine Formulierung aus lĂ€ngst vergangenen Zeiten.
  • Die SPD, die Ă€lteste der deutschen Parteien, ist der HSV der Politik. Stand heute: Platz 4 – nach CDU, den GrĂŒnen und der AfD. FĂŒr ein BĂŒndnis mit den GRÜNEN (Projekt ORANGE) ist es vermutlich zu spĂ€t.
  • Die CSU liegt jetzt bundesweit unter 5 Prozent.
  • Die AfD ist inzwischen etabliert, aber das rasante Wachstum hat nachgelassen.
  • Die GRÜNEN sind die Partei der Stunde und der CDU dicht auf den Fersen. Sie sind möglicherweise demnĂ€chst die Nummer 1 in Deutschland.
  • Der „schwarze Block“, das BĂŒndnis CDU/CSU, steht nicht mehr unter Denkmalschutz. Immer lauter wird in der CDU die Frage gestellt: Was bringt uns dieses BĂŒndnis heute noch? Tatsache ist, im Wahl-Herbst 2017 erzielte die CDU allein einen besseren Wert (26,7%) als die „vereinigte Union“ bei der gestrigen Infratest-Umfrage (25%).
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Auf zu neuen Ufern …

… mit den altbekannten Gesichtern?

 

Es funktioniert nicht. Keine Begeisterung, kein Spirit, keine Aufbruchstimmung

  • in der Fußballnationalmannschaft mit Löw, MĂŒller und Boateng
  • beim FC Bayern mit Hoeneß, MĂŒller, Boateng, Robben und RibĂ©ry
  • in der CSU mit Seehofer, Söder und Dobrindt
  • in der SPD mit Nahles und Scholz
  • in der CDU mit Merkel und von der Leyen
    (immerhin: Kauder wurde inzwischen abgelöst).

Die aktuell markantesten Gegenbeispiele sind

  • Borussia Dortmund mit Favre, Kehl, Witsel und AlcĂĄcer
  • die GRÜNEN mit Robert Habeck, Annalena Baerbock und Katharina Schulze.

Politik und Fußball wurden und werden stets von Menschen geprĂ€gt. Neue Wörter bei unverĂ€ndertem Handeln der „ĂŒblichen VerdĂ€chtigen“ durchschaut man irgendwann als Etikettenschwindel. FĂŒr einen Neuanfang brauchst du unverbrauchte Frauen und MĂ€nner (vgl. Artikel „Neue Köpfe …“ vom 28.09.2018). Von Antoine de Saint-ExupĂ©ry stammt der Satz:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht MĂ€nner zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die MĂ€nner die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

Es reicht eben nicht, immer nur pragmatisch zu sein – du musst in der Lage sein, dich selbst und andere zu begeistern.

Und es reicht nicht, stĂ€ndig von „Projekten“ zu reden, beispielsweise vom „Projekt Europa“ (vgl. Artikel vom 18.09.2011 –> Denkfehler Nr. 1). Du musst in der Lage sein, in Projekten zu denken, echte Projekte zu machen und zum Erfolg zu fĂŒhren. Ich nenne es Projektintelligenz.

Um es mit Gertrude Stein („Rose is a rose is a rose is a rose“) zu sagen:
Ein Projekt ist ein Projekt ist ein Projekt.

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Bayernwahl 2018: Sieger Söder, Verlierer ORANGE …

… und die Bankrotteure: Merkel, Seehofer und Nahles

 

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber jetzt – nach der gestrigen Bayernwahl – sind die ORANGE-Charts, die ich Ihnen seit einiger Zeit prĂ€sentiere, fĂŒr mich sehr nĂŒtzlich.

Sie helfen mir, die Wahlergebnisse nĂŒchtern und sachlich-historisch einzuordnen – ungetrĂŒbt von Medien-Geschrei und eigenem Wunschdenken.

 

Ergebnis der Bayernwahl vom 14.10.2018

(GrĂŒne 17,5%  SPD 9,7%)

 

Ergebnis der Bayernwahl vom 15.09.2013

(GrĂŒne 8,6%  SPD 20,6%)

 

Fazit:

  • Ja, die CSU hat in Bayern enorm viele WĂ€hler verloren, aber sie hat die Macht behalten. Der Sieger heißt Söder – mit Hilfe der Freien WĂ€hler kann er Landesvater bleiben.
  • Die CSU ist nicht – wie vielfach prognostiziert – bei 33-34% gelandet, sondern bei mehr als 37%. Damit bleibt sie in Bayern Volkspartei – die einzige in Deutschland.
  • Ja, die GrĂŒnen und die AfD haben stark dazu gewonnen, aber es reicht nicht fĂŒr einen Machtwechsel.
  • Im Wesentlichen hat es nur lager-interne Verschiebungen gegeben – von der CSU zur AfD und von der SPD zu den GRÜNEN.
  • CSU und AfD haben jetzt in der Summe fast genauso viele Prozentpunkte wie vor fĂŒnf Jahren: gut 47%.
  • Trotz des Erfolgs der GRÜNEN hat das rot-grĂŒne Lager (ORANGE) in der Summe an Bedeutung verloren, denn wĂ€hrend der CSU „nur“ knapp ein Viertel der WĂ€hlerschaft davongelaufen ist, war es bei der SPD mehr als die HĂ€lfte.
  • Was Bayern anbelangt, war das angebliche „große Beben“ nur ein mittelmĂ€ĂŸiges Rumpeln, ein Weckruf.
  • In Berlin werden in gut 14 Tagen – nach dem Doppelschlag Bayern/Hessen – vermutlich Köpfe rollen. Denn gestern gab es nicht nur einen Sieger Söder, Gewinner (GrĂŒne, AfD, FDP) und Verlierer (SPD), sondern auch drei Bankrotteure: die GroKo-Fetischisten Merkel, Seehofer und Nahles.

Und jetzt? Erbarmen, die Hesse komme.

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ORANGE in Bayern

Bisher habe ich das Projekt ORANGE nur auf der Bundesebene angesiedelt. Aber wie sĂ€he das aus, wenn es ein strategisches BĂŒndnis SPD-GrĂŒne in Bayern gĂ€be?

Ehrlicherweise mĂŒsste man ein solches bayerisches BĂŒndnis „GrĂŒne-SPD“ nennen, denn dort sind die GRÜNEN mittlerweile fast doppelt so stark wie die SPD. Hier der neueste Stand gemĂ€ĂŸ SPON-Umfrage und zum Vergleich die Ergebnisse der Landtagswahl 2013:

 

Ergebnis aktueller SPON-Wahltrend/SPIEGEL ONLINE (

Ergebnis der bayerischen Landtagswahl vom 15.09.2013

 

Man sieht:

  • In der Summe sind die Stimmen fĂŒr GrĂŒne und SPD fast konstant geblieben. Allerdings hat es eine enorme Verschiebung der Stimmen zugunsten der jĂŒngeren Partei gegeben *).
  • Bei CSU und AfD verhĂ€lt es sich ganz Ă€hnlich.

Und nicht vergessen: Das obere Diagramm veranschaulicht lediglich Prognose-Werte, das untere ein endgĂŒltiges Wahlergebnis. Schaunmermal …

 

*) Die SPD verliert fast die HĂ€lfte ihrer WĂ€hlerschaft (von 20,6% auf 11%), die GRÜNEN verbessern ihren Wert auf mehr als das Doppelte (von 8,6% auf 18,5%).
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Kurz vor den Wahlen in Bayern und Hessen: Update / Projekt ORANGE

Ich weiß, eine strategische Partnerschaft SPD-GrĂŒne (Projekt ORANGE) auf Bundesebene gibt es (noch) nicht. Trotzdem stehe ich zu dieser Idee, die ich nach der Bundestagswahl vor etwa einem Jahr ins Spiel gebracht habe.

FĂŒr mich ist sie nicht so utopisch, wie viele denken, sondern eine Option fĂŒr die Nach-Merkel-Zeit. FĂŒr utopisch halte ich eher das Wagenknecht-Projekt „Aufstehen“, von dem schon nach wenigen Monaten kaum noch jemand spricht.

Aber ein Ende des CDU/CSU-BĂŒndnisses könnte schon bald RealitĂ€t sein – je nach Ausgang der nĂ€chsten Landtagswahlen. Deshalb habe ich meine ORANGE-SĂ€ulendiagramme noch einmal aktualisiert. Hier sind sie – das neueste zuerst, das Ă€lteste (Bundestagswahl 2017) zuletzt:

 

Ergebnis aktueller SPON-Wahltrend/SPIEGEL ONLINE (

 

Ergebnis SPON-Wahltrend/SPIEGEL ONLINE (21.11.2017, 18:01)
(vgl. lap-land-Artikel vom 21. Nov. 2017)

 

 Ergebnis der Bundestagswahl vom 24.09.2017
(vgl. lap-land-Artikel vom 20. Nov. 2017)

Anmerkung: Die Werte fĂŒr CDU und CSU in den oberen beiden Charts wurden ermittelt, indem der jeweilige Gesamtwert CDU/CSU entsprechend dem VerhĂ€ltnis bei der Bundestagswahl 2017 aufgeteilt wurde.

 

Fazit:

  • Die AfD legt auf Bundesebene innerhalb eines Jahres um ein Drittel zu (das hat sich inzwischen herumgesprochen).
  • Was sich in den Medien bisher weniger herumgesprochen hat: Die Union (CDU plus CSU) hat ca. ein FĂŒnftel der WĂ€hlerschaft eingebĂŒĂŸt.
  • SPD-GrĂŒne haben etwa ein Zehntel mehr AnhĂ€nger, allerdings hat sich hierbei das Gewicht deutlich zugunsten der GRÜNEN verschoben.

KĂ€me also – nach dem Ende der jetzigen GroKo – ein BĂŒndnis SPD-GrĂŒne auf Bundesebene zustande, wĂŒrde es nach Neuwahlen wohl mit Abstand die meisten Abgeordneten stellen. Und mit BĂŒndnis meine ich ganz einfach, die Chefs von SPD und GrĂŒnen erklĂ€ren vor laufenden Kameras:

Wir lassen uns bei Koalitionsverhandlungen nicht auseinander dividieren. GrĂŒne und SPD werden entweder gemeinsam regieren oder gemeinsam in die Opposition gehen.

Jetzt sind die anderen gefragt in Sachen Verantwortung fĂŒr Deutschland. Wir laden FDP, CDU und Linke zu GesprĂ€chen ein. Mit der CSU oder der AfD werden wir nicht koalieren. 

In diesem Fall wĂ€re eine Kanzlerin oder ein Kanzler aus den Reihen der SPD oder auch der GRÜNEN keine Utopie mehr. Die Alternative: Bundeskanzler Jens Spahn.

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KUNSTFLOW 2018 – Snapshot

 

 

Ein wenig Bammel hatte ich schon vor meinem Auftritt gestern Abend. Dr. Leon R. Tsvasman, der Erfinder und Regisseur des Projekts KUNSTFLOW, hatte mich kĂŒrzlich ĂŒberredet, bei seiner Veranstaltung im Rahmen des Bonn Festivals 2018 mitzumachen. Eigentlich wollte ich nur als Zuschauer dabeisein …

Schon die Location hat’s in sich. Der Innovation Point in Bonn, Kaiserstraße 1b, ist eine Mischung aus Waschsalon, Bar, CafĂ© und Kunst. Ich sitze also dort um 19:30 Uhr an der Bar. Klaus, der Barkeeper und nebenbei Waschsalon-Boss, serviert mir einen Cappuccino. Ich betrachte die Lichtinstallation im Eingangsbereich und hinter mir die lautlos an die Wand projizierten Videos von bisherigen KUNSTFLOW-Events. Meine Gitarre habe ich irgendwo zwischengelagert, ebenso mein Survival Pack – Texte, Notizen samt schwarzer Schneeschaufel, sprich NotenstĂ€nder (siehe Foto), die ich mir von einem befreundeten Bandleader und Musikproduzenten ausgeliehen habe.

Ich denke an nichts Böses. Aber mit der Zeit wĂ€chst meine innere Unruhe. Die Acts werden immer professioneller und besser – junge Frauen und MĂ€nner aus Italien, Indonesien und weiß der Kuckuck … erstklassige Stimmen, originelle Texte, ein GeschichtenerzĂ€hler, ein Blues-Veteran am Piano, ein Physiker/Poet. Wann bin ich endlich an der Reihe? HĂ€tte ich’s bloß schon hinter mir.

Ich spĂŒre den Druck – wie die Spieler des FC Bayern an diesem Abend, nachdem der BVB mit einem furiosen Sieg am Nachmittag vorgelegt hat. Und die Bayern haben die Hucke voll gekriegt, 0:3.

Leon, der Maß­t­re de Plai­sir, ist kein Moderator oder Manager. Er geht nie ans Mikrofon. Er ist ĂŒberall und nirgendwo, ein (fast) unsichtbarer Marionettenspieler. Und – so hat er’s mir eingeschĂ€rft – ich soll immer zu ihm schauen, irgendwann wird er mir das Zeichen fĂŒr meinen Einsatz geben. Irgendwann … KunstFLOW … alles fließt.

NatĂŒrlich hĂ€tte ich das Startzeichen fĂŒr mich fast nicht mitbekommen. Zum GlĂŒck stĂ¶ĂŸt einer der GĂ€ste mich an, da – Leon, ich glaube, der meint Dich. Am Ende habe ich mich ganz wacker geschlagen, glaube ich, nicht zuletzt dank kameradschaftlicher Hilfe des indonesischen Singer-Songwriters beim Aufbau des Equipments. Auftrag ausgefĂŒhrt – Crossover von Shakespeare ĂŒber Montaigne bis zu schwebenden Faltern, inklusive Crashkurs in Chaostheorie und Projektphilosophie. Es war mir eine Ehre, und es hat mĂ€chtig Spaß gemacht.

DemnÀchst mehr von Leon und seinem Bonner KUNSTFLOW-Projekt.

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Das Foto hat mein Freund Heinrich Derksen mit seinem Smartphone geschossen.
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Bonn Festival / Samstag, 6. Oktober

Am kommenden Samstag findet das 2. Bonn Festival statt.

 

 

Mit einem Ticket kommt man in 13 Locations der Stadt. Also:

10 Stunden – 13 Locations – 1  Preis !
Konzerte// Lesungen // PoetrySlam // Kurzfilm // Comedy // Party

 

Eines der 13 Projekte:

 

KUNSTFLOW FUSION & FLOW-IN

Beginn: 19:30 Uhr FLOW-IN // 20 Uhr KUNSTFLOW MIT HIGHLIGHTS
im Waschsalon Innovationpoint, Kaiserstrasse 1b, 53111 Bonn
(2 Min vom Bhf/Busbahnhof Bonn)
–> Tickets

  • Lichtinstallation / Singer-Songwriters / performed Poetry / Story Telling
  • live gesteuert von Dr. Leon R. Tsvasman, dem Urheber des Projekts
  • Weitere Informationen gibt es auf Facebook, u. a. zu einem
    Überraschungs-Act:

Die radikal nicht-lineare Performance von
😎 Bernd „Burnie” Scheurer
Projektphilosoph, Chaos-Experte und Blogger (lap-land.de)
Crossover von Shakespeare ĂŒber Montaigne bis zu schwebenden Faltern

Ich vermute, es wird ein spannender Abend.

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Neue Köpfe, neue Ideen, neue BĂŒndnisse

Reden wir einmal nicht von den politischen Ereignissen der letzten Wochen. Reden wir von der Zukunft.

 

 

 

 

 

Diese vier Köpfe – Ralph Brinkhaus (CDU), Annalena Baerbock und Robert Habeck (beide DIE GRÜNEN) sowie Franziska Giffey (SPD) – stehen fĂŒr frischen Wind und neue Möglichkeiten.

Allerdings, das was DIE GRÜNEN und die FDP schon geschafft haben, nĂ€mlich eine personelle Erneuerung der Parteispitze, mĂŒssen andere Parteien erst noch leisten. Frau Giffey und Herr Brinkhaus sind also zunĂ€chst nur HoffnungstrĂ€ger ihrer jeweiligen Partei.

Auf die Dauer reicht es nicht, nur von „Erneuerung“ zu reden und im ĂŒbrigen alles beim Alten zu lassen – siehe Merkel, Seehofer, Nahles etc..

Und was viele vergessen: Immer nur zu jammern ĂŒber die große Zahl der im Bundestag vertretenen Parteien, hilft niemandem weiter. Denn durch diese Vielfalt gibt es auch wesentlich mehr Optionen fĂŒr BĂŒndnisse, d. h. Fraktionsgemeinschaften und Koalitionen.

Bei 7 Bundestags-Parteien gibt es theoretisch 21 (!) mögliche ZweierbĂŒndnisse, von den Dreier- oder ViererbĂŒndnissen ganz zu schweigen.

Selbst wenn man ein BĂŒndnis mit einer bestimmten Partei – z. B. der AfD oder der Linken – ausschließt, bleiben jeder Partei jede Menge Optionen.

Aber das Einzige, was wir in dieser öden GroKo-Zeit prĂ€sentiert bekommen, ist Schnee von vorgestern: die Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU und das regierende DreierbĂŒndnis CDU-CSU-SPD.

Was in den Köpfen vieler Spitzenpolitiker fehlt, sind Phantasie und die Bereitschaft, sich von alten Denkmustern zu befreien. Und damit sind wir wieder beim Thema „neue Köpfe“.

P. S.: KĂŒrzlich habe ich in einem offenen Brief an Kevin KĂŒhnert (SPD) ein ZweierbĂŒndnis SPD-GrĂŒne (Projekt ORANGE) ins Spiel gebracht, als Basis fĂŒr eine neue Regierung „Kenia minus CSU”. Vom BĂŒro Kevin KĂŒhnert habe ich seitdem nichts gehört. Vom BĂŒro Annalena Baerbock erhielt ich inzwischen eine freundliche Mail zu diesem Thema. Mir scheint, die neuen Vorsitzenden der GrĂŒnen sind deutlich kreativer und flexibler im strategischen Denken als viele Spitzenpolitiker anderer Parteien.

 

Fotos:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ralph_Brinkhaus_2011.jpg?uselang=de
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Annalena_Baerbock_(cropped).jpg?uselang=de
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Robert_Habeck_20090917-DSCF1973.jpg?uselang=de
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pressefoto_von_Franziska_Giffey_(cropped).jpg?uselang=de
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Nahles muss weg.

Ich will’s kurz machen. Noch vor wenigen Tagen hat Andrea Nahles beim Wahlkampfauftakt der hessischen SPD in Offenbach öffentlich betont: „Herr Maaßen muss gehen und ich sage Euch, er wird gehen.“ Nun stimmt sie der Beförderung des Verfassungsschutzchefs zum StaatssekretĂ€r zu und will dies der WĂ€hlerschaft und der SPD-Parteibasis als Erfolg verkaufen.

Das Problem lautet seit heute nicht mehr Seehofer, sondern Nahles.

Schon durch den von ihr betriebenen Wiedereintritt in die GroKo-AtmosphĂ€re hat Frau Nahles die Verzwergung der SPD dramatisch beschleunigt. Und nun reitet sie durch ihr dilettantisches und wĂŒrdeloses Verhalten in der Causa Maaßen die Partei, die sie eigentlich fĂŒhren soll, unbeirrbar und stur weiter in die Sch… . Deshalb

beantrage ich als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands die sofortige

Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens gegen Andrea Nahles.

BegrĂŒndung: ParteischĂ€digendes Verhalten und Wortbruch gegenĂŒber 440.000 Mitgliedern der SPD in der Sache Seehofer/Maaßen.

Ich habe soeben Jörn Kampmann, den Vorsitzenden meines SPD-Ortsvereins, ĂŒber meinen Antrag informiert und ihn gebeten, kurzfristig eine Vollversammlung unseres Ortsvereins einzuberufen, zwecks Abstimmung ĂŒber diesen Antrag.

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Offener Brief an Juso-Chef Kevin KĂŒhnert: Raus aus der GroKo und Start einer Fraktionsgemeinschaft SPD-GrĂŒne – jetzt.

Lieber Kevin,

nach langer Zeit gibt es endlich wieder einen Anlass, stolz auf die SPD zu sein. Und genau darum geht es: Selbstachtung und (!) Machtoption.

In der gestrigen Bundestagsdebatte haben Johannes Kahrs und Martin Schulz endlich Flagge gezeigt – gegen die Ewiggestrigen und Antidemokraten in unserem Land. Am selben Tag hast Du von der SPD-FĂŒhrung verlangt, die Koalition mit CDU/CSU aufzukĂŒndigen, falls der immer noch amtierende Verfassungsschutzchef nicht entlassen wird. Du hast dies als eine „Frage der Selbstachtung“ bezeichnet.

Deine Forderung nach Beendigung der GroKo ist goldrichtig und zum jetzigen Zeitpunkt absolut begrĂŒndbar. Aber ich fĂŒrchte, diese Forderung wird nicht reichen. Was die WĂ€hlerinnen und WĂ€hler brauchen, ist ein echter Neuanfang, eine Perspektive fĂŒr die Zukunft. Mein Vorschlag:

Strategische Partnerschaft SPD-GrĂŒne,
erster Schritt: Bildung einer Fraktionsgemeinschaft im Bund,
Ziel: Diese neue Fraktion wird die stÀrkste im Bundestag
und stellt den Kanzler bzw. die Kanzlerin.

Vor fast einem Jahr habe ich dieses Projekt ORANGE in einem Blog-Artikel beschrieben, ausgehend vom Ergebnis der letzten Bundestagswahl:

 

 

Alles Weitere findest Du in meinem Artikel vom 20.11.2017.

 

Herzliche GrĂŒĂŸe und viel Erfolg!

Bernhard M. Scheurer

 

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Nach Auschwitz und nach Chemnitz: mehr Geschichtsunterricht

Gestern Abend feierte der WDR das 30jĂ€hrige JubilĂ€um der Kabarett-Sendung Mitternachtsspitzen (–> WDR-Video). Bei ihrem Auftritt (1:00:22) erinnerte Carolin Kebekus  an ein anderes JubilĂ€um: Seit 100 Jahren gibt es in Deutschland das Frauenwahlrecht. Und sie machte auf ihre kompromisslos-derbe Art deutlich: Der Kampf der Frauen fĂŒr Selbstbestimmung und Gleichberechtigung ist noch lange nicht zu Ende.

Als Beispiel brachte sie den Streit um den Paragraphen 219a, wonach es Ärztinnen und Ärzten immer noch untersagt ist, auf ihrer Website ĂŒber Schwangerschaftsabbruch zu informieren. Kebekus griff in diesem Zusammenhang Jens Spahn und den Papst frontal an und stellte die Frage:

Wieso soll ich mir als Frau von einem homosexuellen Gesundheitsminister oder von einem zölibatÀr lebenden Papst RatschlÀge zur Schwangerschaft geben lassen?

Das ist so, als ob ein blinder Veganer mir erklÀrt,
wie mein Mettbrötchen auszusehen hat.

Ich frage mich, wie viele Jugendliche sich gestern diese Sendung angeschaut haben. Und ich frage mich, wie viele SchĂŒlerinnen und SchĂŒler an weiterfĂŒhrenden Schulen in unserem Land darĂŒber informiert werden,

  • dass kurze Zeit nach EinfĂŒhrung des Frauenwahlrechts, nĂ€mlich von 1933 bis 1945, alle Freiheitsrechte und demokratischen Strukturen in Deutschland systematisch von einem totalitĂ€ren Regime zerschlagen wurden
  • dass dieses Regime vielen Millionen Menschen in Europa und der ganzen Welt Tod, Folter, Krieg und Zerstörung  gebracht hat
  • wie es heute noch in Saudi-Arabien, Iran oder der TĂŒrkei mit den Rechten der MĂ€dchen und Frauen aussieht
  • dass Demokratie und Freiheit tĂ€glich erkĂ€mpft beziehungsweise verteidigt werden mĂŒssen – sei es in Saudi-Arabien, Deutschland oder den USA.

Die NRW-Regierung hat kĂŒrzlich bekannt gegeben, dass es in Zukunft wesentlich mehr Unterrichtsstunden in den Schulen geben soll – in Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch. Ich finde das prima. Aber wie sieht es aus mit Geschichte und Politik? Was lernen unsere Kinder aus der Katastrophe von Auschwitz vor mehr als siebzig Jahren und aus den erschreckenden VorfĂ€llen in Chemnitz vor einer Woche?

Wie sollen Menschen aus der Geschichte lernen, wenn sie in der Schule zu wenig oder zu schlechten Geschichtsunterricht erleben? So wie ich vor etlichen Jahren als SchĂŒler eines Kölner Gymnasiums, wo wir jahrelang einen Deutschnationalen und ehemaligen Major der deutschen Wehrmacht als Geschichtslehrer ertragen mussten, der viele, viele Stunden ĂŒber die alten Germanen oder Kaiser Barbarossa referierte, aber nie, nie, nie ĂŒber die GrĂ€ueltaten der Nazis.

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