Projektphilosophie-Uhr 2018

In meinem Artikel vom 21. Mai war vom Heiligen Geist die Rede. Wie dort angek√ľndigt, habe ich die Projektphilosophie-Uhr (2012) inzwischen ein wenig √ľberarbeitet.

Hier ist die Projektphilosophie-Uhr 2018 (durch Anklicken erhalten Sie die vergrößerte Grafik als pdf-Datei):

 

 

Gegen√ľber 2012 gibt es im Inneren der Uhr, dem hellgrauen Zifferblatt, keinen Unterschied. Die Eigenschaften „freundlich (1), zuverl√§ssig (2) …“, angelehnt an die Tugenden des Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik,¬†bleiben also erhalten.

Geändert haben sich einige Begriffe außerhalb des Zifferblatts:

  • „richtige Mitte“ statt „Goldene Mitte“ (3):
    Dadurch sollen Missverst√§ndnisse vermieden werden; Aristoteles‘ zentraler Begriff „Mesotes“ wird √ľblicherweise mit „richtige Mitte“ √ľbersetzt.
  • „Herzensg√ľte“ statt „Liebe“ (4):
    Beim Schreiben des Royal-Wedding-Artikels vom 21.5. bin ich zu der √úberzeugung gelangt: Liebe und Tod sind Begriffe, die sich¬†nicht in eine Liste von zw√∂lf Tugenden einordnen lassen. Man k√∂nnte sie allenfalls in der Mitte der Uhr in Klammern hinter „Gelingendes Leben“ setzen.
  • „Selbstachtung“ statt „Ehre“ (7):
    Auch hier will ich Missverständnisse vermeiden, beispielsweise durch die Assoziation Ehre-Ehrenmord.
  • VERSTAND statt GEIST (als Komplement zu K√ĖRPER und SEELE):
    Meine Sch√ľler haben mich immer wieder gefragt: Was ist denn der Unterschied zwischen Geist und Seele, wieso √ľberhaupt zwei verschiedene Begriffe zur Abgrenzung von „K√∂rper“?
    Durch das Wort VERSTAND wird die Sache vermutlich klarer.¬†Denn¬†bei GEIST denken manche an den Heiligen Geist¬†und an Spiritualit√§t, womit wir schon nahe beim Begriff der SEELE sind; bei VERSTAND jedoch geht es ums Denken, um Logos, wof√ľr im Christentum Gott bzw. Gottvater steht. √úbrigens, die Bez√ľge VERSTAND-Logos-Vater, SEELE-Spiritus-Heiliger Geist, K√ĖRPER-Leib Christi liegen auf der Hand.

Falls ich mit solchen √úberlegungen die religi√∂sen Gef√ľhle einer Leserin oder eines Lesers verletzt haben sollte, so tut mir das leid, es war nicht meine Absicht. Ich denke, Achtsamkeit (3) schlie√üt nicht aus,¬†zum Nachdenken anzuregen und sich f√ľr die Freiheit (10) des Denkens (12) einzusetzen.

Freies, unverkrampftes Denken hat viel mit Humor (9) zu tun. Und Humor braucht jeder von uns, um immer wieder die Balance von Körper, Verstand und Seele zu finden.

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