Peter Scholze – ein „Anarchist”

… und neuer HoffnungstrĂ€ger erhĂ€lt die Fields-Medaille.

 

Im Tennis gilt ein Wimbledon-Sieg als Gewinn der inoffiziellen Weltmeisterschaft – denn eine offizielle gibt es nicht.

Ähnlich ist es in der Mathematik. Dort wird die Fields-Medaille als inoffizieller Nobelpreis gehandelt, da der Preis im Fach Mathematik nicht verliehen wird.

Peter Scholze ist ein besonderer Mensch. Selbst in der Weltelite der Fields-Medaillen-Gewinner ragt er heraus. In einem heute erschienenen SPIEGEL-Artikel vergleicht sein Doktorvater Michael Rapoport ihn in seiner GenialitÀt mit Mozart.

Im selben Artikel bezeichnet Peter Scholze „sich augenzwinkernd als ‚Anarchist’”, aber auf einer Website seiner alten Schule, des Heinrich-Hertz-Gymnasiums Berlin, heißt es:

Trotzdem war Peter kein in sich gekehrter (…) SchĂŒler – sondern stets fröhlich, humorvoll und offen. Seinen MitschĂŒlern gegenĂŒber zeigte er sich auch beim Lösen vergleichsweise einfacher Probleme immer hilfsbereit. In unserer Schul-Rock-Band (eher Richtung Heavy Metal), deren Existenz wesentlich auf Peters Initiative zurĂŒckging, war Peter der Bassist.

Aus zwei GrĂŒnden sehe ich in Peter Scholze einen HoffnungstrĂ€ger des deutschen Bildungssystems:

  • In einer E-Mail an seine alte Schule hebt er die Bedeutung der „Profilschulen in Berlin und der ehemaligen DDR” hervor und schreibt, er „hoffe, dass auch kĂŒnftige Generationen von SchĂŒlern das GlĂŒck haben in einem Netzwerk von mathematisch und naturwissenschaftlich herausragenden Schulen unterrichtet zu werden”.
    (Das heißt, Scholze ist aus Sicht eines durchschnittlichen deutschen BildungsbĂŒrokraten tatsĂ€chlich ein Anarchist 😎.)
  • Obwohl er inzwischen „Topangebote aus aller Welt bekommen hat“, wie es im SPIEGEL heißt, hĂ€lt er seiner Hochschule, der UniversitĂ€t Bonn, die Treue.
Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peter_Scholze.jpg
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