Coaching

Mit Coaching ist es wie mit Design. So wie es zahlreiche Designdisziplinen gibt – von Automobil- über Mode- bis Webdesign –, findet man auch beim Coaching völlig unterschiedliche Methoden und Zielsetzungen.

Beautiful modern coach, isolated on white background

Trotz aller Unterschiede haben die diversen Coaching-Ausprägungen natĂĽrlich eine gemeinsame sprachliche Wurzel, nämlich „Coach”, das englische Wort fĂĽr Kutsche. Genaueres zur Herkunft des Begriffs „Coaching” findet man z. B. bei Novalis, einem Anbieter von Beratungs- und Coaching-MaĂźnahmen.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 12.8.2018 gibt es zwei Artikel, in denen es um Coaching im weitesten Sinne geht, und zwar in insgesamt drei verschiedenen Anwendungsbereichen.

 

(1) Private Nachhilfestunden
(Motiv „Angst vor dem sozialen Abstieg
”)

ABI. WAS NUN?

Das ist der Aufmacher der letzten FAS-Ausgabe. In dem Artikel von Katrin Hummel ist die Rede von

der Sorge der Eltern, dass es ihrem Kind später mal schlechter gehen könnte als ihnen selbst. (…) Um dies zu verhindern, investieren die Deutschen knapp 900 Millionen Euro pro Jahr in private Nachhilfestunden.

 

(2) Studien- und Berufsberatung
(Motiv „Optimierung der Persönlichkeit
”)

Schwerpunkt des Artikels ist jedoch die Phase nach dem Abitur:

Jedes Jahr stehen etliche der etwa 300 000 Abiturienten vor der groĂźen Frage, was sie denn nun machen sollen. Hilflos, orientierungslos, planlos.

Katrin Hummel hat der Düsseldorfer Studienberaterin Ruth Wallraf eine Weile über die Schulter geschaut. Frau Wallraf, eine ehemalige Investmentbankerin, führt mit ihren jungen Klienten Begabungs- und Persönlichkeitstests durch, auf deren Basis sie ihnen dann Vorschläge bezüglich der Wahl des Studien- oder Ausbildungsfachs macht.

 

(3) Mentales Coaching im Profi-Sport
(Motiv „Äußerem Druck standhalten, eigenen Weg finden
”)

Um ein ganz anderes Umfeld geht es in dem Artikel „Immer volle Pulle” im Sport-Teil der FAS. Michael Eder setzt sich darin mit dem Fall Jan Ullrich auseinander. Quasi als Gegenentwurf zum dramatischen Absturz des prominenten Radprofis hat er das Leben von Magdalena Neuner gewählt.

Mit 25 Jahren hat sie, ein „Liebling der Nation”, ihre Karriere beendet. Dazu stellt der Autor ihr in einem Interview die Frage: „Sie haben auf viel Geld und viele Titel verzichtet, was war Ihnen wichtiger als das?”

Mein Leben mit den Menschen zu leben, die ich liebe: mit meiner Familie, jetzt mit den Kindern, den Freunden.

Als entscheidend fĂĽr ihre gesamte Karriere bezeichnet Frau Neuner die Zusammenarbeit mit ihrem Mentalcoach – fĂĽr sie im RĂĽckblick „wie ein Sechser im Lotto”.

Manche stĂĽrzen sich bei Problemen in Alkohol und Drogen, da ist es sicher die bessere Wahl, sich einen guten Mentalcoach zu suchen (…)

 

Fazit:

Streng genommen handelt es sich nur im letzten der obigen drei Fälle um Coaching. Im Portal „Coaching-Report” gibt es eine ausfĂĽhrliche und ĂĽberprĂĽfbare Definition von Coaching. Gleich zu Beginn wird die Bedingung genannt, dass

Coach und Klient gleichermaßen gefordert sind und auf gleicher „Augenhöhe“ zusammenarbeiten. Ein Beziehungsgefälle ist unerwünscht. Dem Klienten wird keine Verantwortung abgenommen.

Dass diese Bedingung im oben genannten dritten Fall erfĂĽllt ist, bestätigt Magdalena Neuner im Interview eindeutig: Ihr Mentalcoach hat sie in ihrem Entscheidungsprozess begleitet, er war die „Kutsche”, aber sie selbst hat stets entschieden, wohin die Reise gehen sollte.

Nachhilfestunden (Fall 1) wie auch Studien- und Berufsberatung (Fall 2) sind sicher wertvolle Dienstleistungen. Aber Studiencoaching im engeren Sinne ist etwas anderes. Das, was Kurt-Ulrich Witt und ich seit einiger Zeit unter dem Label „Souverän studieren” anbieten, geht in diese Richtung.

Unser Motto lautet: Studium als Projekt! Den jungen Menschen, die uns als Coach in Anspruch nehmen, stellen wir unsere Studien-, Berufs- und Lebenserfahrung zur VerfĂĽgung – wie ein externer Projektcoach. Aber das Studium planen, steuern, meistern – das muss der Coachee selbst in die Hand nehmen.

Foto: Fotolia

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