KUNSTFLOW 2018 – Snapshot

 

 

Ein wenig Bammel hatte ich schon vor meinem Auftritt gestern Abend.¬†Dr. Leon R. Tsvasman,¬†der Erfinder und Regisseur des Projekts KUNSTFLOW, hatte mich k√ľrzlich √ľberredet, bei seiner Veranstaltung im Rahmen des Bonn Festivals 2018 mitzumachen. Eigentlich wollte ich nur als Zuschauer dabeisein …

Schon die Location hat’s in sich. Der Innovation Point in Bonn, Kaiserstra√üe 1b, ist eine Mischung aus Waschsalon,¬†Bar, Caf√© und Kunst. Ich sitze also dort um 19:30 Uhr an der Bar. Klaus, der Barkeeper und nebenbei Waschsalon-Boss, serviert mir einen¬†Cappuccino. Ich betrachte die Lichtinstallation im Eingangsbereich und hinter mir die lautlos an die Wand projizierten Videos von bisherigen KUNSTFLOW-Events. Meine Gitarre habe ich irgendwo zwischengelagert, ebenso mein Survival Pack – Texte, Notizen samt schwarzer Schneeschaufel, sprich Notenst√§nder (siehe Foto), die ich mir von einem befreundeten Bandleader und Musikproduzenten ausgeliehen habe.

Ich denke an nichts B√∂ses. Aber mit der Zeit w√§chst meine innere Unruhe. Die Acts werden immer professioneller und besser – junge Frauen und M√§nner aus Italien, Indonesien und wei√ü der Kuckuck … erstklassige Stimmen, originelle Texte, ein Geschichtenerz√§hler, ein Blues-Veteran am Piano, ein Physiker/Poet. Wann bin ich endlich an der Reihe? H√§tte ich’s blo√ü schon hinter mir.

Ich sp√ľre den Druck – wie die Spieler des FC Bayern an diesem Abend, nachdem der BVB mit einem furiosen Sieg am Nachmittag vorgelegt hat. Und die Bayern haben die Hucke voll gekriegt, 0:3.

Leon, der¬†Ma√ģ¬≠t¬≠re de Plai¬≠sir,¬†ist kein Moderator oder Manager. Er geht nie ans Mikrofon. Er ist √ľberall und nirgendwo, ein (fast) unsichtbarer Marionettenspieler. Und – so hat er’s mir eingesch√§rft – ich soll immer zu ihm schauen, irgendwann wird er mir das Zeichen f√ľr meinen Einsatz geben. Irgendwann … KunstFLOW … alles flie√üt.

Nat√ľrlich h√§tte ich das Startzeichen f√ľr mich fast nicht mitbekommen. Zum Gl√ľck st√∂√üt einer der G√§ste mich an, da – Leon, ich glaube, der meint Dich. Am Ende habe ich mich ganz wacker geschlagen, glaube ich, nicht zuletzt dank kameradschaftlicher Hilfe des indonesischen Singer-Songwriters beim Aufbau des Equipments. Auftrag ausgef√ľhrt – Crossover von Shakespeare √ľber Montaigne bis zu schwebenden Faltern, inklusive Crashkurs in Chaostheorie und Projektphilosophie.¬†Es war mir eine Ehre, und es hat m√§chtig Spa√ü gemacht.

Demnächst mehr von Leon und seinem Bonner KUNSTFLOW-Projekt.

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Das Foto hat mein Freund Heinrich Derksen mit seinem Smartphone geschossen.


2 Kommentare

  1. Geli —   10. Oktober 2018, 15:22 Uhr

    Du hast Dich gut geschlagen, ganz souverän, mit Philosophie, Poesie , Humor und Musik.Keine Aufregung anzumerken.

  2. Heinrich —   7. Oktober 2018, 18:43 Uhr

    Nichts ahnend besuche ich mit Freunden die Kunstflowveranstaltung. Ich dachte mir, da gibt‚Äės bestimmt inspirierende ‚ÄěActs‚Äú. Dass Du da auftreten w√ľrdest, h√§tte mich eigentlich nicht so √ľberraschen d√ľrfen! Sch√∂ne Acts von dir und auch von den anderen!

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