Volker Finke РBreisgau, Gauß und Geißbock

Neu beim 1. FC K√∂ln: F√ľhrung durch Inspiration

 

Beim K√∂lner Traditionsverein geht es auch im Fu√üballjahr 2011 wieder um den Klassenerhalt. Und die Einsch√§tzung vieler Intimfeinde des Karnevals und des k√∂lschen Kl√ľngels ist, dass der FC erneut in die zweite Liga absteigen wird. Warum z√∂gern dennoch einige unter den notorischen N√∂rglern und Skeptikern bei ihrer Prognose? Was ist der Unterschied zu fr√ľheren, vergleichbaren Situationen? Ganz einfach: Volker Finke, der neue Sportdirektor des 1. FC K√∂ln.

Der neue Mann, der zur Zeit noch als Coach in Japan t√§tig ist, wird erst am 1. Februar seinen neuen Job bei den Gei√üb√∂cken antreten. Aber schon jetzt scheint ein Ruck durch den Verein zu gehen. Beim ersten Spiel nach der Winterpause holten die K√∂lner immerhin einen Punkt in Kaiserslautern, das erste Tor der R√ľckrunde f√ľr den FC erzielte der neu ernannte Kapit√§n Lukas Podolski. Zudem fiel Neuzugang Michael Rensing, der ehemalige Bayern-Torwart, in seinem ersten Spiel f√ľr K√∂ln nicht nur durch gute Paraden auf, sondern ebenso durch seine F√ľhrungsqualit√§ten. So sah es jedenfalls sein Trainer Schaefer, der ja selbst erst seit Ende Oktober das FC-Team leitet.

Welches Gesamtbild ergibt sich, wenn wir all diese Details zusammennehmen und unter dem Aspekt der Team- und Projektfähigkeit betrachten?

Erstens: F√ľr den Erfolg reicht es nicht, einen renommierten Trainer als „Messias“ in die Domstadt zu holen und als neuen Sportdirektor zu installieren. Ein echter Neubeginn war nur durch ein B√ľndel von Ma√ünahmen m√∂glich; diese Ma√ünahmen, die sich vor allem an den Personen Schaefer, Rensing und Podolski festmachen lassen, waren vermutlich auch die Voraussetzung daf√ľr, dass die K√∂lner Vereinsf√ľhrung Herrn Finke f√ľr ihr Projekt gewinnen konnten. Denn:

Zweitens ist Volker Finke ehemaliger Mathematiklehrer, sein langer Weg zu Hennes, dem rheinischen Gei√übock, f√ľhrte √ľber Carl Friedrich Gau√ü. Ab Februar haben die Domst√§dter also einen Sportdirektor, der sich auskennt mit Wahrscheinlichkeiten und der in der Lage ist, elf lineare Gleichungen mit elf Unbekannten zu l√∂sen – das gibt Sicherheit beim Risikomanagement und Bodenhaftung auch am Rosenmontag.

Drittens: Finke, der in Freiburg im Breisgau sechzehn Jahre lang ohne Unterbrechung denselben Verein trainiert hat und damit einen Rekord aufgestellt hat, entwickelt sich nun mit seinen 62 Jahren zum Projektmenschen: Er ist 2009 nach Japan gegangen und geht jetzt – was ein ungleich gr√∂√üeres Wagnis ist – zum 1. FC K√∂ln. In einer Pressemitteilung seines neuen Vereins hei√üt es: „Volker Finke steht mit seiner sportlichen Kompetenz f√ľr Werte und ist eine Pers√∂nlichkeit mit Visionen.“

Mit anderen Worten: Dieser Mann verk√∂rpert F√ľhrung durch Inspiration, er steht f√ľr die Verkn√ľpfung von Pragma und Spirit, kurz: f√ľr Projektintelligenz.

Foto aus: Wikipedia

Kommentar schreiben
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar