Wie kann das sein – immer bessere Schulnoten und immer mehr Schulstress?

Der SPIEGEL bringt in der Rubrik „Leben und Lernen“ (siehe Blogroll) am selben Tag, nĂ€mlich am 1.9., zwei Artikel heraus, deren Überschriften auf den ersten Blick nicht zueinander zu passen scheinen:

Schon in meinem Artikel vom 21.8. habe ich davor gewarnt, allzu schnelle SchlĂŒsse bezĂŒglich Ursache und Wirkung zu ziehen. Das gilt auch hier: Wer meint – sei es als Lehrer, Vater oder Mutter –, durch immer geringere Anforderungen und immer „freundlichere“ Beurteilung mache man die SchĂŒler glĂŒcklicher, ist offensichtlich auf dem Holzweg.

Die LektĂŒre der oben genannten Texte macht einen traurig; zugleich drĂ€ngen sich viele Fragen auf. Ich will hier nur zwei benennen:

Ist womöglich das Problem nicht, dass es immer mehr trĂ€ge, angepasste SchĂŒler gibt, sondern dass der Prozentsatz der trĂ€gen, angepassten Lehrer steigt?

Hat der zunehmende Stress der Jugendlichen vielleicht weniger mit zu schwierigen Aufgaben in der Schule zu tun (dies bemĂ€ngeln laut DAK-Studie, S.16, nur 18% der Befragten) als mit Mobbing, Bewegungsmangel, Drogen oder ĂŒberehrgeizigen Eltern? (vgl. vorangehenden Blogpost: Hase, Gans, Adler … Will ich zu viel …).

ZĂ€hlen Sie einmal nach, wie oft es in den beiden SPIEGEL-AufsĂ€tzen und in der DAK-Studie um Angst, Bequemlichkeit und Geltungssucht geht. Was Sie dort kaum finden, ist das, was zum GlĂŒck immer noch bei vielen Lehrern und SchĂŒlern anzutreffen ist: Mut, Leidenschaft, RĂŒckgrat, autonomes Denken und die Lust, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Dass dies alles nicht verloren geht, dafĂŒr sollten wir kĂ€mpfen. Jeden Tag.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass alle 16 deutschen Landesministerien fĂŒr Schule abgeschafft werden mĂŒssen.

Kommentar schreiben
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.