Unsere Politiker sind nicht alle korrupt …

… aber fast alle, die es nicht sind, zeigen

wenig Mut, kaum Phantasie, null Enthusiasmus.

 

Die SPD lebt noch. Das hat ihr gestriger GroKo-Sonderparteitag gezeigt. Es wurde gestritten, aber mit gegenseitigem Respekt. Und einige, ĂŒberwiegend junge Leute, haben gekĂ€mpft – gegen die Übermacht der „Pragmatiker“.

Ich kann das Wort nicht mehr hören. Man findet sie in allen Parteien, in Betrieben, Schulen und Hochschulen: die bekennenden „Pragmatiker“. Die Leute, fĂŒr die es selten Zweifel oder gar Skrupel gibt. Sie wissen, wie klug, wie souverĂ€n und sexy sie sind. Und sie wissen, dass sie den „wahren Glauben“ haben: FĂŒr jedes Problem gibt’s eine Lösung, fĂŒr jeden Streit einen Kompromiss, und sei er so faul, dass es zum Himmel stinkt.

Das, was die alten Griechen mit Pragma gemeint haben – das Sachliche, die Handlung, die Tat – das alles ist notwendig, aber nicht hinreichend fĂŒr ein gutes (Zusammen-)Leben. Hinzukommen mĂŒssen Leidenschaft, Esprit, Mut zur VerĂ€nderung. Und daran mangelt es den lupenreinen Pragmatikern so sehr, dass sie einem bei all ihrer Arroganz schon wieder leidtun.

Beides zusammenzubringen, Spirit und Pragma, fĂ€llt dem Einzelnen oft schwer. Wer’s schafft, zeigt damit seine Projektintelligenz. In einem Team, in einer Organisation gelingt die Kombination beider KrĂ€fte meist leichter, wenn nĂ€mlich Pragmatiker und VisionĂ€re an einem Strang ziehen. Das Ergebnis ist ProjektfĂ€higkeit. Die SPD arbeitet zur Zeit an dieser Baustelle.

Und allmĂ€hlich hat es auch der Letzte in unserem Land begriffen, wir brauchen in der FĂŒhrung aller politischen Parteien einen Generationenwechsel – neue Ideen, neue Methoden, neue Gesichter.

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