Mehr QualitĂ€t im Bereich Bildung …

… erfordert mehr Bildung im Bereich QualitĂ€tsmanagement (QM).

 

These 1:
Viele, die ĂŒber QualitĂ€t im Bildungswesen reden, haben wenig Ahnung von QualitĂ€tsmanagement. Sie sind in dieser Hinsicht reichlich ungebildet.

ErlÀuterung:
Ein elementarer Denkfehler im Bereich Schule/Hochschule ist die Annahme, durch mehr Evaluation werde automatisch bessere QualitĂ€t erzielt. QualitĂ€tsprĂŒfung wird hierbei fĂ€lschlich mit QualitĂ€tsmanagement gleichgesetzt, das heißt die QualitĂ€tsplanung – die Mutter jeglicher Verbesserung von Produkten und Prozessen – fĂ€llt unter den Tisch. Damit sind wir bei

These 2 (vgl. „Zu viel Schule”, S. 122):
Du kannst nicht QualitĂ€t in ein System hineinprĂŒfen. Du musst das System zuerst Ă€ndern und dann erneut prĂŒfen.
Albert Einstein hat es so formuliert:

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

 

Einer der großen Pioniere auf dem Gebiet des QualitĂ€tsmanagements war William Edwards Deming. Er war ein VorlĂ€ufer der KAIZEN-Bewegung (–> Video auf YouTube/lap-land) und setzte sich unter anderem fĂŒr eine bessere QM-Ausbildung aller Beteiligten ein; ebenso fĂŒr die „dauerhafte Verpflichtung des Top-Managements zur stĂ€ndigen Verbesserung von QualitĂ€t”.

Ein weiterer QM-Pionier war Philip B. Crosby, von dem der neue lap-land-Kalenderspruch stammt:

Gutes muss geplant werden, Schlechtes passiert von selbst.

Das Crosby-Zitat ist somit nicht nur philosophisch-humorvoll zu verstehen, sondern als QM-Handlungsanweisung.

Philosophen stellen gern grundsĂ€tzliche Fragen wie: Was ist Gerechtigkeit? Was ist Bildung? Was ist QualitĂ€t? Die letzte Frage hat Herr Crosby kurz und bĂŒndig beantwortet:

Die Definition von QualitĂ€t ist ErfĂŒllung von Anforderungen.

Ein weiterer der vier Crosby-GrundsÀtze lautet:

Die MaßgrĂ¶ĂŸe fĂŒr QualitĂ€t sind die Kosten der NichterfĂŒllung.

Im Bildungssektor bedeutet das ganz konkret: Wegen maroder SchulgebĂ€ude, unsinniger BildungsgĂ€nge und Unterrichtsmethoden („Schreiben nach Gehör” etc.), durch Orientierungslosigkeit sowie Probleme mit Integration und Inklusion gibt es immer mehr Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrecher. Allein durch die inzwischen massenhaften StudienabbrĂŒche werden jedes Jahr circa 2 Milliarden Euro Steuergelder in den Sand gesetzt.

Aber wie erklÀrt man das einem Bildungspolitiker, einem Erziehungswissenschaftler oder einem Oberstudienrat? Also Leuten, die kaum jemals in einem Betrieb oder einem Projekt der Privatwirtschaft gearbeitet haben, wo jeder auszugebende Euro erst einmal erwirtschaftet werden muss. Menschen, die bis zu ihrem Lebensende durch die Staatskasse versorgt werden, weitgehend unabhÀngig von Leistung, Zielerreichung, QualitÀt.

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:W._Edwards_Deming.jpg
Kommentar schreiben
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.