In eigener Sache: „Souver√§n studieren‚ÄĚ

„Traum – Ziel – Projekt‚ÄĚ

 

Mein Freund Kurt-Ulrich Witt und ich arbeiten ab sofort im Bereich

    Studiencoaching und -beratung

eng zusammen. Wir kennen uns seit der Zeit, als wir wissenschaftliche Mitarbeiter an der RWTH Aachen waren, also seit mehr als drei√üig Jahren. An der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben wir bei Br√ľckenkursen und Einsteigerprojekten¬†f√ľr Erstsemester zusammengearbeitet.

Ich denke, die Kompetenzen, mit denen¬†Kurt-Ulrich Witt und ich in das neue Projekt „Souver√§n studieren“ einsteigen, erg√§nzen einander sehr gut.¬†Und wir haben viel gemeinsam – was Studium und Beruf anbelangt oder auch unsere Lebenserfahrung. Jeder von uns ist Vater von vier erwachsenen Kindern, und sie alle mussten irgendwann ihre speziellen Klippen umschiffen – Schulabschluss, Tr√§ume und W√ľnsche, Niederlagen und Erfolge in der Berufsausbildung, im Studium und in der Weiterbildung.

Mit unserem Beratungs- und Coaching-Angebot wenden wir uns an

  • Studieneinsteiger und Studierende
  • Sch√ľlerinnen und Sch√ľler vor dem Schulabschluss sowie
  • deren Eltern.

Aber auch an

  • Lehrkr√§fte an Schulen, Hochschulen und Berufsakademien.

Ausl√∂ser f√ľr unsere Initiative ist die Tatsache, dass viele junge Menschen sich im Dschungel der zahlreichen Bildungs- und Studieng√§nge nicht mehr zurecht finden. Die Zahl der Studienanf√§nger steigt unaufh√∂rlich, aber ein gro√üer Teil von Ihnen bricht irgendwann das Studium ab. Die Folgen sind Entt√§uschung, Frust und finanzielle Verluste. Das alles l√§sst sich in den meisten F√§llen verhindern – durch rechtzeitige Beratung und individuelles Coaching.

Weitere Details finden Sie auf der neuen Website

 

 

Wenn Sie Interesse haben, rufen Sie an oder geben Sie uns eine kurze Nachricht per Mail oder SMS. Ansprechpartnerin ist

Frau Dr. Cornelia Busse, Tel. 0177-7493017
E-Mail cornelia-busse@gmx.de.

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Leben und Tod

Vor dem Ostersonntag kommt der Karfreitag. Wer ins Paradies kommen will, muss erst einmal sterben. Und das ist ist keineswegs so einfach, wie manche sich das einreden wollen.

Der Film „Und t√§glich gr√ľ√üt das Murmeltier“ besch√§ftigt sich auf¬†humorvolle und tiefgr√ľndige Weise mit den Themen Tod, Wiedergeburt und Sinn des Lebens. In einem der Dialoge zwischen den beiden Protagonisten richtet Rita an Phil die flapsige Frage: „Woran sterben Sie denn gerade?“

Hinter diesem saloppen Satz verbirgt sich die reine Wahrheit: Jeder von uns, auch jeder Baum und jede Katze, stirbt jeden Tag ein wenig. In dem Moment, in welchem wir uns das bewusst machen, fangen wir an, bewusster zu leben. Manche buddhistischen Meister stellen den Menschen, die sie um Belehrungen bitten, eine einfache Frage:

Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod?

Die Meister wissen, dass Menschen, die an ein Weiterleben glauben, eine ganz andere Lebenseinstellung haben. Sie besitzen einen entschiedenen Sinn f√ľr pers√∂nliche Verantwortung und Ethik. Menschen, die nicht an ein Leben danach glauben, machen sich kaum Gedanken √ľber die Konsequenzen ihres Tuns. Schon 1991 sagte der damalige brasilianische Umweltminister J. A. Lutzenberger*):

Die moderne Industriegesellschaft ist eine fanatische Religion. Wir demolieren, vergiften und zerst√∂ren alle Lebenssysteme auf diesem Planeten. Wir zeichnen Schuldscheine, die unsere Kinder nicht werden einl√∂sen k√∂nnen … Wir handeln, als seien wir die letzte Generation auf diesem Planeten.

Von Menschen mit Nahtoderfahrung wird immer wieder berichtet, dass sie nach diesem einschneidenden Erlebnis ihre Einstellung zum Leben radikal ge√§ndert haben. Sie „entdecken, dass das Wichtigste menschliche Beziehungen und Liebe sind und nicht materielle G√ľter … dass alles, was man im Leben tut, gespeichert bleibt“ und „irgendwann doch wieder zum Vorschein kommt“*) – zum Beispiel in der Stunde des Todes.

Der Philosoph und Jesuit Godehard Br√ľntrup ist ein Mensch mit Nahtoderfahrung. Auf n√ľchtern-sachliche, aber sehr spannende Weise¬†setzt er sich mit dem Ph√§nomen auseinander – in einem Vortrag, der als¬†YouTube-Video verf√ľgbar ist.

*) aus: Sogyal Rinpoche, Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben, 1995, S. 23 bzw. 41
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Alles oder Nichts

In den letzten Tagen hatte ich einige bizarre und deshalb lehrreiche Begegnungen. Ich selbst neige nicht dazu, endlos Dinge hin und her zu wenden. Ich sch√§tze Gespr√§chspartner, die in √ľberschaubarer Zeit zu Potte kommen. Aber ich tue mich schwer mit Leuten, die st√§ndig aus der H√ľfte schie√üen. Die Freundlichkeit und Kompromissbereitschaft mit Schw√§che verwechseln.

Die Logik/Statistik/Erfahrung lehrt uns, dass es auf lange Sicht mehr √Ąrger als Nutzen bringt, alles auf eine Karte zu setzen. Ein gewiefter Kartenspieler w√§hlt einen anderen Weg. Er spielt verschiedene M√∂glichkeiten durch, w√§gt Risiken ab und entscheidet dann. Skat l√§uft eben anders als Roulette. Und vor wichtigen Entscheidungen sollte man erst einmal eine Nacht dar√ľber schlafen.

Viele, die sich f√ľr die Methode Alles oder Nichts entscheiden,
denken an Alles und vergessen das Nichts.

Der Spruch ist von mir, er fiel mir heute Morgen ein, quasi als Res√ľmee der letzten Tage. Nat√ľrlich w√ľrde ich ein solches Eigengew√§chs niemals als Kalenderspruch in lap-land verwenden, das verbietet mir meine¬†Bescheidenheit 😎.

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Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod …

… von Facebook?

 

Ja, daran glaube ich. Und ich denke, dieses Leben ohne Facebook wird in mancherlei Hinsicht angenehmer, entspannter und freier sein als das jetzige.

Im Juli 2017 habe ich einen Artikel √ľber Zuckerberg, Trump und die drei Siebe des Sokrates ver√∂ffentlicht – √ľber Wahrheit, G√ľte und Notwendigkeit von Nachrichten. Ich habe damals bereits den Standpunkt vertreten, dass Herr Zuckerberg seit Jahren Komplice von Trump und sonstigen L√ľgnern und H√ľtchenspielern ist.¬†Und schon im August 2012 habe ich √ľber den steilen Aufstieg und den von mir erwarteten Absturz von Facebook geschrieben.

Heute sind wir einen Schritt weiter. Die Facebook-Aktie sackt ab, die Zuckerberg-Firma wird von Aktion√§ren verklagt (–> WELT). Brian Acton, Gr√ľnder von WhatsApp,¬†ruft alle Facebook-Nutzer auf, ihren Account zu l√∂schen und unterst√ľtzt die neue Bewegung¬†#deletefacebook¬†(–> Stern).

Ausl√∂ser: der¬†Cambridge-Analytica-Skandal. Es geht dabei um Missbrauch von Daten, Wahlmanipulation, „Mindfuck“ und somit – nat√ľrlich – um Zuckerberg und Trump.

Sascha Lobo hat heute in seinem Artikel „Der eigentliche Skandal liegt im System Facebook“¬†das ganze Kn√§uel von Widerw√§rtigkeiten entwirrt und die Sache auf den Punkt gebracht:

„Facebook ist eines der m√§chtigsten, wenn nicht das m√§chtigste Unternehmen der Welt, was den Einfluss auf Wahrnehmung und Sozialverhalten sowie Reichweite angeht. (…)¬†Das Get√∂se, das jetzt um W√§hlerbeeinflussung zu h√∂ren ist, war meiner Ansicht nach kein Missbrauch von Facebook – sondern ein Gebrauch. (…)¬†Also alles nicht so wild? Doch, sogar noch wilder. Die Realit√§t ist profaner, aber weitreichender. Denn sie stellt Facebook insgesamt in Frage.“

P. S.: Zum Thema Leben nach dem Tod gibt es einen pfiffigen Dialog aus der Welt des Zen-Buddhismus :

‚ÄěMeister, gibt es ein Leben nach dem Tod?‚Äú
‚ÄěDas wei√ü ich nicht.‚Äú
‚ÄěAber bist du denn nicht der Meister?‚Äú
‚ÄěJa, aber kein toter Meister.‚Äú

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mark_Zuckerberg_-_South_by_Southwest_2008_-_2.jpg
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Verg√§nglichkeit: Hawking versus Seehofer, Trump, May, Putin, Xi …

… und all die anderen, die nicht begreifen, dass sie sterblich sind.

 

Ein Foto von Stephen Hawking

Stephen Hawking ist tot. Er war ein außergewöhnlicher Mensch. Sein IQ war vermutlich so hoch wie der von Albert Einstein. Er war ein tieferer und größerer Denker als Frau Merkel, Frau May, Herr Putin oder Herr Xi, der sich gerade eine Lizenz zum Herrschen ohne Ende verschafft hat.

Hawking war¬†ungef√§hr doppelt so intelligent wie Donald Trump und anderthalbmal so intelligent wie Horst Seehofer. Kurz, er hat all diese „Granaten“ x-mal in die Tasche gesteckt.

Aber ein Stephen Hawking wird niemals Premierminister oder Pr√§sident der Vereinigten Staaten. Dabei ist sein herausragender IQ gar nicht das¬†Entscheidende. Der Mensch Stephen Hawking hat ein sehr hartes Schicksal gehabt. Er hat gek√§mpft, gek√§mpft, gek√§mpft. Dieser Stephen hat sich bis zum letzten Atemzug eingesetzt f√ľr Wahrheit, Erkenntnis und Mitgef√ľhl. Er hat sich Sorgen gemacht um die Zukunft der Menschheit. Und ich vermute, er hat sich auf seinen eigenen Tod seit Jahrzehnten vorbereitet – anders als die meisten von uns.

Ein Horst Seehofer beispielsweise kann nicht loslassen. Er wei√ü, dass er sterben wird, aber er begreift es nicht. Sein K√∂rper hat ihm mehrfach signalisiert: Horst, Du bist verletzlich und verg√§nglich – so wie die¬†√ľbrigen sieben Milliarden Menschenkinder. Aber der Horst ist ein gestandenes Mannsbild. Und ein Bewunderer von Herrn Trump. Er kann’s nicht lassen.

Im „Tibetischen Buch vom Leben und vom Sterben“ von Sogyal Rinpoche hei√üt es im Kapitel „Verg√§nglichkeit“ (S. 45):

Wenn ich √ľber Verg√§nglichkeit lehre, kommt hin und wieder jemand zu mir und sagt: „Das ist doch nichts Neues! Das ist doch alles selbstverst√§ndlich! Das war mir immer schon klar.“

Dann¬†entgegne ich: „Haben Sie die Wahrheit der¬†Verg√§nglichkeit tats√§chlich verstanden und verwirklicht? Haben Sie sie tats√§chlich so in jeden Ihrer¬†Gedanken, Atemz√ľge und Bewegungen integriert, dass sich Ihr Leben ge√§ndert hat?

Stellen Sie sich selbst zwei Fragen: Erinnere ich mich in jedem Augenblick, dass ich sterben¬†werde, so wie jeder und alles andere auch, und behandle ich aus dieser Erkenntnis heraus alle Lebewesen jederzeit mit Mitgef√ľhl? Ist mein¬†Verst√§ndnis von Tod und Verg√§nglichkeit so akut und dringlich geworden, dass ich jede Sekunde dem Streben nach Erleuchtung widme?

Erst wenn Sie beide Fragen mit ‚ja‘ beantworten k√∂nnen, haben Sie Verg√§nglichkeit wirklich verstanden.“

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stephen_hawking_2008_nasa.jpg?uselang=de
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ZEIT & Co. – d√ľnkelhafte Duckm√§user

Vorbemerkung: Das Label „elit√§re Schei√üer‚ÄĚ aus der 68er-Bewegung werde ich nie mehr verwenden, um weitere¬†Google-Verkn√ľpfungen mit meinem Namen zu vermeiden. Deshalb die „d√ľnkelhaften Duckm√§user‚ÄĚ in der √úberschrift, mit freundlicher Unterst√ľtzung durch¬†DWDS und OpenThesaurus.

Am 25.2.2018 wurde bekannt, dass die Kanzlerin Anja¬†Karliczek zur neuen Bildungsministerin machen wollte. Wenige Stunden sp√§ter habe ich dies¬†in einer¬†Eilmeldung¬†als „gute Nachricht f√ľr alle Gegner des Akadamisierungswahns‚ÄĚ bezeichnet.

Die Elite der deutschen Ein-Bildungsb√ľrger hat selbstverst√§ndlich eine v√∂llig andere Vorstellung davon, was ein gebildeter Mensch ist. Am 28.2.2018¬†war in einem¬†ZEIT-Artikel zu lesen:

Karliczek, 46, hat Bankkauf- und Hotelfachfrau gelernt und ein BWL-Fernstudium absolviert (…)¬†Die CDU offenbart mit dieser Personalie, wie besch√§mend gering sie die deutsche Wissenschaftslandschaft sch√§tzt.

Schon zwei Tage vorher hie√ü es („Karli wer?‚ÄĚ, ZEIT, 26.2.2018):

Wer ist diese Frau? Welche Qualifikationen bringt sie f√ľr ihr Amt mit?

In diesem Aufsatz wurde auf Annette Schavan verwiesen, die aus Sicht des Autors wohl hochqualifizierte, hochgebildete Amtsvorg√§ngerin von Anja¬†Karliczek.¬†Ja, wir erinnern uns. Frau Schavan wurde der Doktorgrad aberkannt, weil sie – wie Herr Minister a. D. zu Guttenberg – in ihrer Doktorarbeit Texte anderer Autoren eingef√ľgt hatte, ohne die Quellen zu benennen, eine Tods√ľnde auf dem Gebiet des wissenschaftlichen Arbeitens. In „Zu viel Schule‚ÄĚ (2016, S. 126f.) habe ich dazu angemerkt:

Die ehemalige Bildungsministerin und Professorin hat weder einen Studien- noch einen Berufsabschluss. (…) Frau Schavan ist jetzt (…) Botschafterin beim Heiligen Stuhl. „Der Mensch hat pr√§chtige Verdauung‚ÄĚ, w√ľrde Eugen Roth dazu sagen.

Es lebe die fröhliche Wissenschaft. Es lebe das deutsche Ein-Bildungssystem.

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Svenja Hofert √ľber die Leere der Lehrer – unbedingt lesen!

An alle Kolleginnen und Kollegen an √∂ffentlichen Schulen …

 

… aber auch an die M√ľtter und V√§ter unserer Schulkinder: Bitte lesen Sie den Beitrag von Svenja Hofert, der heute bei SPIEGEL ONLINE¬†erschienen ist.

Hier nur ein paar Kostproben. Erstens hat Frau Hofert – im Gegensatz zu den meisten Lehrer-Ausbildern – erkannt, dass¬†F√ľhrungskompetenz¬†(!) eines der wichtigsten Merkmale eines guten Lehrers ist:

Sie leisten einen Dienst an Kindern im Sinne der Bildung. Was k√∂nnte eine gro√üartigere und gesellschaftlich wichtigere F√ľhrungsaufgabe sein?

Zweitens, die schlechte Nachricht:

Das Beamtentum verhindert wirksam, dass man wie andere Angestellte einfach mal so den Arbeitgeber oder Beruf wechseln kann. Die scheinbare Sicherheit, die dieser Status vermittelt, macht zwar alle satt, aber viele nicht gl√ľcklich.

Und dann die gute Nachricht:

Gehen Sie raus in die Welt. Erleben Sie andere Dinge. Schauen Sie sich Waldorfschulen und Montessori an (…)¬†Mir sind viele Menschen begegnet, die erst mit √ľber 40 Lehrer wurden – oder mit 50 wieder Lehrer.¬†Das war oft wunderbar f√ľr alle Beteiligten.

Ich selbst gehöre, wie meine Stammleser wissen, zur ersten dieser beiden Gruppen. Und ich kann die Kernthesen von Svenja Hofert zu hundert Prozent bestätigen.

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Frau Dr. Barley, Mutter des Mutterlandes

Die alten R√∂mer haben irgendwann den Ehrentitel „Pater patriae“ eingef√ľhrt, auf Deutsch: Vater des Vaterlandes. Damit k√§me heute bei uns keiner mehr durch, denn wir leben l√§ngst im Zeitalter der Geschlechtsneutralit√§t.

Ich schlage vor, die amtierende Familienministerin Katarina Barley um Himmels willen nicht noch zur Au√üenministerin zu machen, sondern sie aus dem Bundeskabinett zu entfernen. Zum Trost sollte man ihr den Ehrentitel „Mater matriae“ verleihen, oder geschlechtsneutral:

Elternteil des Elternlandes.

Begr√ľndung: Aus dem Hause von Frau Barley, und zwar von der Gleichstellungsbeauftragten, kam jetzt der Vorschlag, den Text unserer Nationalhymne zu √§ndern: „Heimatland“ statt „Vaterland“ und „couragiert“ statt „br√ľderlich“. Die Kanzlerin hat dies¬†bereits ohne Umschweife abgelehnt.

Die verantwortliche Ministerin lie√ü den Vorschlag von ihrem Sprecher als „pers√∂nlichen Beitrag“ ihrer Mitarbeiterin darstellen. Sie hat ihn weder abgelehnt noch bef√ľrwortet. Ist das couragiert?¬†Wie sagt man „keinen Arsch in der Hose“ auf Gender-Deutsch? Kein Hinterteil im Beinkleid?

P. S.: Ich sch√§tze, die n√§chste Stufe der Gender-Rakete wird die Vernunftsneutralit√§t sein: Bei jedem Text – sei es Nationalhymne oder Gebrauchsanweisung – wird dann gepr√ľft, ob er bar jeder Vernunft ist. Zur √úberwachung der √úberpr√ľfung wird es vermutlich ein/e IQ100-Gleichschaltungsbeauftragte/n in jede-r/m Betrieb/in geben.

Ganz nebenbei, Vernunft und Intelligenz sind weder vernunfts- noch geschlechtsneutral, beide sind weiblich. An der Lösung dieses Problems sollte die neue GroKo-Regierung mit Hochdruck arbeiten.

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Die digitale Revolution frisst ihre Kinder

Im Verlauf der Franz√∂sischen Revolution kam es 1793 zur „Terrorherrschaft“. Pl√∂tzlich wurden nicht nur Adelige hingerichtet, sondern auch viele Revolution√§re – zum Beispiel¬†Georges Danton, der sein gewaltsames Ende wohl selbst vorausgesehen hat. In „Dantons Tod“ von Georg B√ľchner sagt er den Satz, der zum¬†gefl√ľgelten Wort¬†wurde:

Die Revolution ist wie Saturn,
sie frißt ihre eigenen Kinder.

Seit den Neunzigerjahren erleben wir die digitale Revolution.¬†Und wie zweihundert Jahre vorher ist ein √§hnliches Ph√§nomen zu beobachten, wenn auch die¬†Guillotine diesmal nicht im Spiel ist: Die Unternehmensberater, Vorreiter beim Abbau von Arbeitspl√§tzen durch Digitalisierung,¬†m√ľssen bef√ľrchten, bald selbst zu den Opfern zu geh√∂ren.

In dem FAZ-Artikel „Die Stunde der Algorithmen“ ist zu lesen:

Kann die K√ľnstliche Intelligenz (…) irgendwann sogar die Unternehmensberater selbst ersetzen (…)? Eine Studie der Beratungsgesellschaft PWC sagt, (…) rund 20 Prozent ihrer Wertsch√∂pfung seien ersetzbar.

Bemerkenswert ist hierbei die zunehmende Bedeutung der MINT-Fächer:

Die Projekte werden immer schneller. Auch die Anforderungen an k√ľnftige Berater √§ndern sich: ‚ÄěJe mehr K√ľnstliche Intelligenz wir einsetzen, desto h√∂her ist unser Bedarf an Absolventen der sogenannten Mint-F√§cher ‚Äď also an Mathematikern, Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Technikern‚Äú, sagt PWC-Partner Martin Scholich.

Anders als damals Danton versuchen jetzt viele Unternehmensberater, sich selbst zu beruhigen. Mit dem Argument, eine Maschine habe kein Einf√ľhlungsverm√∂gen. Aber: Wie viel Einf√ľhlungsverm√∂gen braucht ein externer Berater, um einer Betriebsleitung die Vernichtung von f√ľnfhundert Arbeitspl√§tzen zu empfehlen?

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Georges-Jacques_Danton.jpg?uselang=de
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+++ Eilmeldung: Ehemalige Azubi soll Bundesbildungsministerin werden

Eine gute Nachricht f√ľr alle Gegner des Akadamisierungswahns: Die gesch√§ftsf√ľhrende Kanzlerin Angela Merkel will¬†Anja Karliczek (CDU)¬†zur Bundesministerin f√ľr Bildung und Forschung machen (–> tagesschau.de).

Frau¬†Karliczek w√§re dann, wenn die neue GroKo-Regierung zustande k√§me, meines Wissens die erste Politikerin, die es √ľber den K√∂nigsweg bis zur Leitung des Bildungsministeriums geschafft h√§tte. Denn sie hat vor (!) ihrem Hochschulstudium eine IHK-Berufsausbildung mit Erfolg abgeschlossen, sogar zweimal: Sie ist Bankkauffrau und Hotelfachfrau.

Mit Anfang drei√üig begann sie ein berufsbegleitendes (!) Studium an der FernUniversit√§t in Hagen, welches sie f√ľnf Jahre sp√§ter als Diplom-Kauffrau abschloss.

Wer weiß, vielleicht kann Frau Karliczek schon in naher Zukunft die Weichen stellen in Richtung größere Wertschätzung der betrieblichen Berufsausbildung, d. h. mehr qualifizierte Handwerker und Kaufleute, und weniger krankhafte Fixierung auf den rein akademischen Bildungsweg.

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karliczek,_Anja-1612.jpg?uselang=de
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Staunen II ‚Äď Blick zur√ľck ohne Zorn

Nein, ich bin nicht zornig. Aber, ich sag‘ es mal auf Berlinerisch:¬†Ick kieke, staune, wundre mir … (–>¬†Wikipedia, YouTube).

Es geht heute um dasselbe Thema wie im vorangehenden¬†Artikel ‚Äď um Schule, Uni, Berufsbildung.¬†Aber diesmal sind andere Akteure im Spiel.

 

Erstaunlich.

In der Berufsbildenden Schule (BBS) in Bad Neuenahr fand k√ľrzlich wieder ein ‚ÄěTag der offenen T√ľr‚Äú statt. Im Lokalblatt ‚ÄěBlick aktuell‚Äú kann man lesen, wie vehement sich die jetzige BBS-Schulleiterin Gundi Kontakis f√ľr die berufliche Bildung einsetzt und den¬†‚ÄěZeitgeist‚Äú kritisiert, „der die akademische Bildung gesellschaftlich in den Vordergrund r√ľckt“.

Ich habe zwei Jahre an der BBS unterrichtet, noch bevor Frau Kontakis die Leitung √ľbernahm. 2016, also nach meiner T√§tigkeit an dieser Schule, erschien mein neues Buch ‚ÄěZu viel Schule, zu dumm f√ľrs Leben“, in dem genau das steht, was die Leiterin der BBS heute sagt: K√∂nigsweg¬†statt Akademisierungswahn. Allerdings geht es in meinem Buch auch um die Ursachen der deutschen Bildungsmisere:¬†Beamtendenken, B√ľrokratie, Kulturhoheit der Bundesl√§nder.

Und wie sah damals, vor anderthalb Jahren, die Unterst√ľtzung seitens BBS f√ľr mein Projekt aus?¬†Eine Autorenlesung im Dorint Hotel Bad Neuenahr wurde torpediert. Bei der IHK Koblenz, die sich f√ľr mein Buch engagierte, wurde interveniert („Wie kommt die IHK dazu, ein solches Projekt zu f√∂rdern?‚ÄĚ). Zu meiner Lesung kamen 0 (in Worten: Null)¬†von mehr als hundert ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, obwohl etliche von ihnen mir Wochen vorher ihre Teilnahme zugesagt hatten.¬†Erstaunlich.

 

Einmal Zwerg, immer Zwerg (O-Ton Markus Söder, CSU)

Noch erstaunlicher fand ich, dass trotz oder gerade wegen 😎 des Boykotts – √ľbrigens auch seitens anderer ortsans√§ssiger Schulen – am Abend meiner Lesung die H√ľtte rappelvoll war. Und w√§hrend der Diskussion gab es nicht nur Zustimmung, sondern auch Kritik an einigen meiner Thesen. Wie sch√∂n, dass es Menschen gibt, die frei heraus ihre Meinung sagen. Die nicht vor jedem Wortbeitrag zun√§chst pr√ľfen: Was ist politisch korrekt? Woher weht gerade der Wind? Was ist die derzeitige Meinung meiner Chefs und Chef-Chefs? Menschen, die nicht gleich auf beleidigte Leberwurst machen, wenn sie sich ertappt f√ľhlen von jemandem, der sich auskennt und der Klartext redet statt rumzueiern.

Nat√ľrlich konnte ich mir an jenem Abend einen Seitenhieb auf die Drahtzieher der Provinzposse in der „Metropole“ Bad Neuenahr nicht verkneifen. Das alles ist in ein paar Videos auf YouTube/lap-land dokumentiert, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen, nicht nur im Ahrtal, sondern in Hamburg, M√ľnchen, D√ľsseldorf, Dortmund – √ľberall da, wo ich bei meinen Auftritten ein aufgeschlossenes Publikum und ernstzunehmende Gespr√§chspartner finde. Auf die ollen BBS-Kamellen blicke ich inzwischen kaum noch zur√ľck. Wenn doch, wie jetzt aus gegebenem Anlass, dann ohne Zorn, aber mit einem Schmunzeln.

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Staunen

Man kann erstaunt sein √ľber die Sch√∂nheit der Natur, ebenso √ľber die Unermesslichkeit des Universums. Oder √ľber das Verhalten der Menschen.

 

Alles Abi oder was?

So lautet die Schlagzeile im KStA-Magazin vom 31.1.2018. Es geht darin um das ‚ÄěScheitern nach der Sechsten‚Äú, also die Folgen eines verkorksten Wechsels von der Grundschule zum Gymnasium – wenn n√§mlich Eltern

die Empfehlungen der Grundschulen (…) in den Wind geschlagen und dabei das Wohl ihrer Kinder mit den eigenen Vorstellungen von Schule verwechselt haben.

Man staunt nicht schlecht, wenn man den Bericht einer Mutter liest:

Dass das Kind aufs Gymnasium geht, war so klar wie die Tatsache, dass es schwimmen lernte und lesen. Schließlich waren wir Eltern und all unsere Geschwister auch auf dem Gymnasium.

Da macht eine junge Frau ihr Abi am Gymnasium und h√§lt sich anschlie√üend f√ľr sehr gebildet. Aber sie wei√ü nicht oder will nichts davon wissen, dass manchmal Kinder von¬†sehr klugen Menschen nur durchschnittlich begabt sind. Und dass es umgekehrt hochintelligente Sch√ľler gibt, deren Eltern nur die Hauptschule besucht haben. Es soll bisweilen auch vorkommen, dass V√§ter und M√ľtter ihr Kind einfach lieben – unabh√§ngig davon, wie intelligent oder erfolgreich es ist.

 

Erstaunlich.

Diese „gebildete“ Frau wundert sich nun, dass ihr Sohn zum Schulversager geworden ist. Dass er von den Mitsch√ľlern wegen seiner immer schlechteren Noten ausgelacht wird. Dass es kein ‚Äěunbeschwertes Zusammensein‚Äú mehr gibt in der Familie. Und dass der Junge seinen Eltern vorwirft:

Ihr interessiert euch nur daf√ľr, ob ich gut in der Schule bin.
F√ľr sonst nichts.

Was Mut macht in dem Zeitungsartikel, das sind neue Denkansätze. An der Kölner Königin-Luise-Schule beispielsweise werden die Neu-Gymnasiasten gezielt begleitet, wobei die Gymnasiallehrer eng zusammenarbeiten mit den ehemaligen Grundschullehrern!

Oder etwa die Entwicklung von Juliane (21), die auf der Realschule (‚Äěfand ich sehr sch√∂n, denn die Schule war klein‚Äú) ‚Äěab der 6./7. Klasse unglaublich Gas gegeben und viel gelernt‚Äú hat. Nach der 10. Klasse wechselte sie zum Gymnasium, nach dem Abi nahm sie eine Auszeit (‚Äěvier Monate in Indonesien‚Äú) und beschloss dann, eine Ausbildung zur Handelsfachwirtin zu machen.

Juliane wurde von ihren Eltern nicht zwangseingewiesen¬†ins Gymnasium. Jetzt¬†ist sie auf dem K√∂nigsweg. Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich √ľberhaupt nicht.

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DEUTSCHLAND 4.0

Zur Zeit wird fieberhaft an „DEUTSCHLAND 4.0“ gearbeitet. Wie lap-land aus zuverl√§ssigen Filmkreisen erfuhr, ist dies der¬†Plot des¬†Polit-Thrillers:

 

Ausgangslage

Die Bundestagswahl am 24.09.2017 hatte zu folgenden Ergebnissen gef√ľhrt (vgl. „Projekt ORANGE‚ÄĚ):

 

Sonntag, 4. März 2018

Am Abend wird das Ergebnis des SPD-Mitgliedervotums bekannt gegeben: Die Mehrheit der SPD-Mitglieder hat gegen den Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und CSU vom 7.2.2018 gestimmt, d. h. die neue „GroKo“ ist vom Tisch.

 

Montag, 5. März 2018

Der SPD-Vorstand gibt bekannt: Noch im M√§rz soll bei einem Sonderparteitag der gesamte Vorstand neu gew√§hlt werden. Der noch amtierende Vorstand schl√§gt f√ľr die n√§chsten Jahre folgende Rollenverteilung vor:

– Neue Vorsitzende und Kanzlerkandidatin der SPD: Manuela Schwesig
– Neuer stellvertretender Vorsitzender: Stephan Weil
– Alte und neue Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion: Andrea Nahles
– Neuer Generalsekret√§r: Kevin K√ľhnert

 

Mittwoch, 7. März 2018

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz geben SPD und B√úNDNIS 90/DIE GR√úNEN bekannt:

РDie beiden Parteien werden bis zur nächsten Bundestagswahl eine Fraktionsgemeinschaft im Deutschen Bundestag bilden. Falls diese strategische Partnerschaft sich bewährt, wird man sie auch nach der nächsten Wahl beibehalten.
РDas Ziel ist, schon bald die stärkste Fraktion im Bundestag sowie die nächste Bundeskanzlerin zu stellen.
–¬†Die neuen F√ľhrungskr√§fte von SPD und GR√úNEN¬†(Schwesig, Weil, Nahles, Habeck, Baerbock)¬†laden alle anderen Parteien des Bundestags¬†– au√üer CSU und AfD – zu Gespr√§chen in den n√§chsten Tagen ein.

 

  

РDas Ziel: Bildung einer Minderheits- oder wenn möglich einer Mehrheitsregierung.
РEine mögliche Mehrheitsregierung wäre (s.o.: Säulendiagramm):
SPD/Gr√ľne und CDU („Kenia minus CSU“); Voraussetzung hierf√ľr: Ende der Fraktionsgemeinschaft CDU/CSU.
– Alternative: eine Minderheitsregierung von SPD/Gr√ľnen und FDP („Ampel“) mit insgesamt 300 von 709 Sitzen im jetzigen Bundestag, also 42,3% der Stimmen bei der Kanzlerwahl; Moderatorin bei den Verhandlungen: Malu Dreyer, seit Mai 2016 Chefin der Ampel-Landesregierung in Mainz.*)

 

Gr√ľndonnerstag, 29. M√§rz 2018

Manuela Schwesig wird zur neuen Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

 

Fotos:
РSchwesig: Olaf Kosinsky, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2017-06-25_Manuela_Schwesig_SPD_Bundesparteitag_by_Olaf_Kosinsky-16.jpg?uselang=de
РWeil: Ralf Roletschek, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2013-01-20-niedersachsenwahl-346.jpg?uselang=de
– Nahles:¬†Sandro Halank,¬†https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2017-05-09_Andrea_Nahles_(re-publica_17)_by_Sandro_Halank‚Äď9.jpg?uselang=de
РHobeck: Wikimedia; Robert Habeck, 14. Januar 2012, eigenes Werk
РBaerbock: Stefan Kaminski, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Annalena_Baerbock.jpg?uselang=de

*) aktualisiert am 11.02.2018

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Witzableiter(13): Bescheidenheit …

… ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.

 

Der alte Rabbi Salomon liegt auf dem Sterbebett. Seine Freunde und seine ehemaligen Sch√ľler kommen, um sich von ihm zu verabschieden. Als der letzte gegangen ist, sieht Salomons Ehefrau Sarah, die bei allen Gespr√§chen dabei war, erstaunt den missmutigen Gesichtsausdruck ihres Mannes.¬†„Was ist mit dir, Salomon“, fragt sie ihn, „warum freust du dich nicht, wo doch jeder so sehr deine Eigenschaften ger√ľhmt hat? Sie lobten deinen Humor, deine Klugheit, deine Gro√üz√ľgigkeit und vieles mehr.“¬†Darauf der alte Rabbi: „Aber keiner hat meine Bescheidenheit erw√§hnt.“

aus: E. C. Hirsch, Der Witzableiter, Hoffmann und Campe
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Ende zwanzig und immer noch ein Kind?

lernen, arbeiten, philosophieren РErwachsenwerden ist kein Kinderspiel


Der Junge mit der hellen Kapuzen-Jacke sieht nicht allzu gl√ľcklich aus, wirklich gl√ľcklich scheint er nur zu sein, wenn man ihm einen Ball zum Spielen gibt und er zwischendurch lustige Faxen machen darf, das Bl√∂de ist, dass der Junge inzwischen nicht mehr zw√∂lf Jahre alt ist, sondern sich nur so benimmt, und¬†dass Vater Pierre¬†so irrsinnig viel Kohle kassiert f√ľr das Spielen und Faxen Machen von Pierre-Emerick, nat√ľrlich darf der Junge sich ab und zu einen goldenen Lambo kaufen, er kriegt ja genug Taschengeld. Allerdings¬†gibt es auch Gegenentw√ľrfe wie etwa das Leben von Steffi Graf, da drehte der¬†alte Herr¬†ebenfalls am gro√üen Geld-Rad, aber die „Kleine“ hat irgendwann nicht mehr mitgespielt, sie hat gelernt, gearbeitet, √ľber die Menschen und √ľber ihr eigenes Leben nachgedacht, am Ende hat sie sich¬†von der Habgier und √úbermacht ihres Vaters befreit, und ihre Kinder k√∂nnen vielleicht einmal¬†auf weniger dramatische Art erwachsen werden. P. S.: Mit vielen anderen BVB-Fans sto√üe ich darauf an, dass die Kohlenpott-Borussia nach Demb√©l√© nun den zweiten infantilen St√∂renfried losgeworden ist, und das Verr√ľckte ist, die k√ľnftigen Erziehungsberechtigten zahlen daf√ľr noch dicke, fette Knete.

 

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pierre-Emerick_Aubameyang.jpg?uselang=de
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Problembär CSU und Weltuntergang

Die messerscharfe Analyse des Zocker-Philosophen George Soros

 

Nein, Herr Soros hat nicht behauptet, die CSU sei eine Gefahr f√ľr den Weltfrieden. Das w√§re auch der Ehre zu viel f√ľr die kleine, radikale Volkspartei am Rande der Alpen. Aber er hat in seiner Rede auf dem diesj√§hrigen Weltwirtschaftsforum in Davos einen gro√üen Bogen gespannt – von Russland √ľber China nach Nordkorea, von Trump und¬†dem drohenden Untergang der Zivilisation √ľber Facebook und Google bis – ja, tats√§chlich – zum „Problemfall“ CSU im deutschen Parteiensystem. Schauen Sie sich die Zusammenfassung seiner Thesen samt Kurz-Video auf WELT.de¬†an. Es lohnt sich.

George Soros ist ein au√üergew√∂hnlicher Mensch. Er wurde 1930 in Budapest geboren, wegen seiner j√ľdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt und promovierte in jungen Jahren im Fach Philosophie. Einer seiner Lehrer war¬†Karl Popper, der sp√§ter gro√üen Einfluss auf das politische Denken von Helmut Schmidt hatte. Bei Popper lernte Soros die Idee der¬†Offenen Gesellschaft kennen. Jetzt, mit 87 Jahren, setzt sich der geb√ľrtige Ungar und heutige US-B√ľrger f√ľr Demokratie und freies Denken ein, er unterst√ľtzt B√ľrgerrechtsorganisationen und ist nebenbei einer der reichsten M√§nner der Welt. Sein riesiges Verm√∂gen hat er durch knallharte Spekulationen an den internationalen Finanzm√§rkten erworben.

Dieser Mann sagt im Januar 2018 in Davos,

das Auftauchen einer anderen Partei ‚Äď der AfD ‚Äď habe die CSU gezwungen, ‚Äěnoch weiter nach rechts zu r√ľcken angesichts der Wahlen in Bayern im kommenden Jahr‚Äú (…) ‚ÄěDas deutsche Parteiensystem ist damit weitgehend funktionsunf√§hig, bis sich CDU und CSU aufspalten.‚Äú (siehe oben erw√§hnten WELT-Artikel)

Ich denke, die unbefangensten Beobachter eines politischen Prozesses sind die, die den gr√∂√üten Abstand von ihm haben – geographisch und gedanklich. Der US-Amerikaner George Soros spricht das aus, was man nie von einer der „f√ľhrenden Nullen“ in Berlin h√∂rt. All diese Jamaika- und GroKo-Strategen, die sich fast nur mit sich selbst und mit der Vergangenheit besch√§ftigen, kommen nicht auf diesen einen naheliegenden Gedanken oder sie verschweigen ihn:

Ohne CSU wäre das Regieren in Berlin einfacher und effektiver.

P. S.: Die Weltuntergangs-Uhr wurde gerade erneut um eine halbe Minute nach vorne verstellt – „die Apokalypse r√ľckt n√§her“ (–> ZDF-heute). Und die alte Schildkr√∂te wird’s freuen.

 

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:George_Soros_-_Festival_Economia_2012_01_(cropped).JPG?uselang=de
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Unsere Politiker sind nicht alle korrupt …

… aber fast alle, die es nicht sind, zeigen

wenig Mut, kaum Phantasie, null Enthusiasmus.

 

Die SPD lebt noch. Das hat ihr gestriger GroKo-Sonderparteitag gezeigt. Es wurde gestritten, aber mit gegenseitigem Respekt. Und einige, √ľberwiegend junge Leute, haben gek√§mpft – gegen die √úbermacht der „Pragmatiker“.

Ich kann das Wort nicht mehr h√∂ren. Man findet sie in allen Parteien, in Betrieben, Schulen und Hochschulen: die bekennenden „Pragmatiker“. Die Leute, f√ľr die es selten Zweifel oder gar Skrupel gibt. Sie wissen, wie klug, wie souver√§n und sexy sie sind. Und sie wissen, dass sie den „wahren Glauben“ haben: F√ľr jedes Problem gibt’s eine L√∂sung, f√ľr jeden Streit einen Kompromiss, und sei er so faul, dass es zum Himmel stinkt.

Das, was die alten Griechen mit Pragma gemeint haben – das Sachliche, die Handlung, die Tat – das alles ist notwendig, aber nicht hinreichend f√ľr ein gutes (Zusammen-)Leben. Hinzukommen m√ľssen Leidenschaft, Esprit, Mut zur Ver√§nderung. Und daran mangelt es den lupenreinen Pragmatikern so sehr, dass sie einem bei all ihrer Arroganz schon wieder leidtun.

Beides zusammenzubringen, Spirit und Pragma, f√§llt dem Einzelnen oft schwer. Wer’s schafft, zeigt damit seine Projektintelligenz. In einem Team, in einer Organisation gelingt die Kombination beider Kr√§fte meist leichter, wenn n√§mlich Pragmatiker und Vision√§re an einem Strang ziehen. Das Ergebnis ist Projektf√§higkeit. Die SPD arbeitet zur Zeit an dieser Baustelle.

Und allm√§hlich hat es auch der Letzte in unserem Land begriffen, wir brauchen in der F√ľhrung aller politischen Parteien einen Generationenwechsel – neue Ideen, neue Methoden, neue Gesichter.

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Weg mit dem Azubimangel! Her mit der Pflicht zum Sozial- oder Wehrdienst!

„Weg mit …“. Den ungek√ľrzten p√∂belhaften Titel der neuesten SPIEGEL-Kolumne von Margarete Stokowski („Wir m√ľssen √ľber Penisse reden …“) haben Sie vielleicht schon gesehen. Jedenfalls fand ich die Kolumne anregend, auch im Hinblick auf den vorliegenden Artikel.

Aber statt Sie mit Scherzen √ľbers Rohrverlegen zu langweilen, frage ich Sie: Was machen Frau Stokowski und all die anderen Sozial- und Geisteswissenschaftler, wenn nach einem Wasserrohrbruch die Wohnung √ľberflutet ist¬†und tats√§chlich ein neues Rohr verlegt werden muss? Und¬†wenn wochenlang kein Handwerker, ob mit oder ohne Penis, verf√ľgbar ist, der den Schaden beheben kann?¬†Wir m√ľssen √ľber Azubimangel reden.

Beim diesj√§hrigen¬†Deutschen Ausbildungsleiterkongress (DALK)¬†in D√ľsseldorf werde ich in den Ring steigen. Schwerpunkt wird dort eines¬†meiner Lieblingsthemen sein,¬†der¬†Azubi- und Fachkr√§ftemangel mit seinem siamesischen Zwilling¬†Akademisierungswahn. Nicht zuletzt deshalb verfolge ich nach wie vor die Neuigkeiten zu diesem Thema.¬†In einem aktuellen SPIEGEL-Artikel wird der 24-j√§hrige Max Geithner zitiert:

Viele wissen nach dem Abi nicht, was sie beruflich machen wollen, deswegen gehen sie erst einmal studieren.

Wie kann das sein? Unsere Jugendlichen werden zum Abi geschoben und zur Uni getragen. Sie¬†werden geh√§tschelt, alle Steine werden aus dem Weg ger√§umt, die T√§ler gef√ľllt und die Berge geebnet (Lukas 3,1-18), als sei jeder von ihnen ein Messias, auf den die Welt gewartet hat.

Sie fliegen nach Australien, langweilen sich und wissen nicht, was sie wollen. Deshalb „gehen sie erst einmal studieren“ – inzwischen sind es mehr als¬†500.000 jedes Jahr.¬†Und die Eltern von circa 200.000 dieser Hoffnungstr√§ger wundern sich etliche Jahre sp√§ter, dass der Sohn oder die Tochter das Studium abbricht und mit 23 Jahren als Azubi anheuert – wie etwa der oben erw√§hnte Max Geithner.

Was soll diese gigantische Zeit- und Geldverschwendung? Wenn 200.000 junge Leute pro Jahr nach durchschnittlich zwei Jahren ihr Studium abbrechen, werden dadurch j√§hrlich Steuergelder in H√∂he von circa 4 Milliarden Euro verballert. K√∂nnte man das Geld nicht besser in marode Schulen und √ľberlastete Kitas investieren?

Auf der anderen Seite lesen wir, z. B. im oben zitierten SPIEGEL-Artikel, auf welch lächerliche Weise sich mittlerweile Handwerksbetriebe jungen Leuten anbiedern, damit diese endlich Interesse an einer Berufsausbildung zeigen. Ich schlage vor, den Spieß umzudrehen. Oder nennen wir es

Umkehr der Beweislast.

Nicht die Hochschulen und Betriebe m√ľssen den Beweis erbringen, dass sie gut genug sind f√ľr die Schulabg√§nger, sondern diese m√ľssen beweisen, dass sie es wert sind,¬†Milliarden in ihre akademische Laufbahn zu investieren.

Konkret könnte das so aussehen:

  • Wiedereinf√ľhrung der Wehrpflicht, die immer noch im Grundgesetz verankert ist (siehe:¬†Statement von Helmut Schmidt, ZEIT, 15.12.2010)
  • jeder junge Mensch kann statt in der Bundeswehr auch im Sozial- oder Gesundheitswesen diese Pflicht erf√ľllen
  • in jedem Fall wird am Ende der Pflichtzeit ein Arbeitszeugnis ausgeh√§ndigt, in dem die gezeigten Kompetenzen und Leistungen beschrieben sind
  • der Staat sorgt in den genannten Bereichen f√ľr ein ausreichendes Angebot an Azubi-Stellen, d. h. durch zeitliche Verl√§ngerung des Wehr- oder Sozialdienstes ist ein Berufsabschluss m√∂glich
  • umgekehrt wird die Pflichtzeit verk√ľrzt, wenn der junge Mensch eine Berufsausbildung in einem IHK- oder Handwerksbetrieb durchl√§uft
  • Zulassungsvoraussetzung f√ľrs Studium ist neben dem Hochschulreifezeugnis ein Arbeitszeugnis.
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Nachtrag zu „GroKo IV – hier denkt und lenkt der √∂ffentliche Dienst“

Der prominente Gr√ľnen-Politiker¬†Boris Palmer¬†hat gestern bei einer Diskussion in K√∂ln den Inhalt meiner Thesen vom vorgestrigen lap-land-Artikel¬†unmissverst√§ndlich untermauert.

Palmer ist selbst Staatsbediensteter. Aber anders als seine zahlreichen Parteifreunde im Staatsdienst – es sind knapp 30.000 von gut 60.000 GR√úNEN-Mitgliedern – kritisiert er offen die v√∂llig √ľberzogenen Privilegien der deutschen Beamten. Er nennt unter anderem zwei Punkte, die auf der Tagesordnung der aktuellen GroKo-Gespr√§che stehen: Krankenversicherung („Beihilfe“) und Altersversorgung (Pension eines Bundesbeamten: 3030 Euro im Durchschnitt, gegen√ľber 1096 Euro bei der¬†gesetzliche Altersrente; bei Frauen sind es 665 Euro (!)).

Weitere Details zu den Palmer-Statements finden Sie auf BILD-Online.

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GroKo IV Рhier denkt und lenkt der öffentliche Dienst

Die WELT bringt heute einen kritischen Kommentar von Robin Alexander, der mich regelrecht elektrisiert hat. Gleich zu Beginn liest man:

Die GroKo ist die neue Norm geworden. In ihr finden keine unterschiedlichen Milieus und Weltanschauungen zusammen ‚Äď sondern konkurrierende Funktion√§rsgruppen, welche die Perspektive des √∂ffentlichen Dienstes teilen.

Wir alle glauben, in einer¬†repr√§sentativen Demokratie¬†zu leben.¬†Dass aber im Bundesparlament die Berufsgruppen unseres Volkes keineswegs angemessen repr√§sentiert sind, fasste schon vor circa drei√üig Jahren der damalige Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff so zusammen: „Der Bundestag ist mal voller, mal leerer – aber immer voller Lehrer.“

2013 saßen im Deutschen Bundestag
– 2 Arbeiter, das entspricht 0,3% aller Abgeordneten, und
– 150 Staatsbedienstete (Beamte bzw. Angestellte im √Ėffentlichen Dienst), das sind fast 25% der Abgeordneten.

Zum Vergleich die entsprechenden Bevölkerungsanteile:
– 26,2% Arbeiter (Stand 2011)
– 13,6% Staatsbedienstete (aktueller Stand).

Noch aufschlussreicher ist die Zusammensetzung der Parteimitgliederschaften (Stand 31.12.2016, AfD-Zahlen liegen nicht vor):
– Arbeiter: CDU 7%, CSU 9%, SPD 16%, FDP 3%, DIE LINKE 19%, GR√úNE 4%
– Staatsbedienstete: CDU 31%, CSU 30%, SPD 42% (!), FDP 27%, DIE LINKE 34% (!), GR√úNE 45% (!!).

Fazit:

  • Das Handeln eines Gro√üteils der heutigen Politiker basiert auf Beamtendenken. Arbeitslosigkeit, Unterbezahlung oder Altersarmut kennen diese Frauen und M√§nner, wenn √ľberhaupt, nur vom H√∂rensagen.
  • Wenn Sie Arbeiter, Angestellter oder Freiberufler sind, sollten Sie nicht nur w√§hlen gehen. Sie sollten in eine politische Partei eintreten und den Laden aufmischen. Bringen Sie ruhig noch ein paar Bekannte mit, die ebenfalls keine Staatsbediensteten sind.
  • Eine „√úberwindung des¬†Eltern in den Wahnsinn treibenden Bildungsf√∂deralismus“ ¬†(Zitat aus dem oben erw√§hnten WELT-Kommentar) ist auch von der n√§chsten GroKo nicht zu erwarten. Denn warum sollten beamtete Politiker sich f√ľr die Abschaffung s√§mtlicher Landes-Schulministerien einsetzen?

Meine Einstellung zum letzten Punkt ist Ihnen ja bestens bekannt …

… Im √úbrigen bin ich der Meinung, dass alle 16 deutschen Landesministerien f√ľr Schule abgeschafft werden m√ľssen.

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